Qualcomm und Microsoft

Ein Snapdragon für Augmented Reality

5. Januar 2022, 14:08 Uhr | Markus Haller
Qualcomms CEO Christiano Amon auf der CES 2022.
Qualcomms CEO Christiano Amon auf der CES 2022.
© Qualcomm | CES

Auf der CES hat CEO Christiano Amon die Kooperation mit Microsoft für Augmented Reality und Mixed Reality bekanntgegeben. Dabei nannte er einige Details, die über den Inhalt der offiziellen Pressemitteilung hinausgehen.

»Wir werden einen anwendungsspezifischen Snapdragon für die nächste Gerätegeneration von Augmented-Reality-Brillen für das Microsoft-Geräteuniversum entwickeln«, kündigt Amon auf der Qualcomm Pressekonferenz auf der CES 2022 an. Dabei stellt er zwei Eigenschaften heraus, die mit den AR-Snapdragons erreicht werden sollen: geringere Leistungsaufnahme der AR-Brille und Gewichtseinsparungen – seit jeher eine der großen Akzeptanz-Hürden bei AR-Nutzern. In den Chip wird laut Amon Software beider Unternehmen integriert. Von Microsoft stammt die Mixed-Reality-Plattform für digitale Zusammenarbeit Mesh und von Qualcomm die Entwicklungsplattform Snapdragon Spaces XR. Damit wird Qualcomms Snapdragon-Chip in die nächste Generation von Microsofts AR-Brillen HoloLens kommen und die Entwicklungsplattform Spaces XR wird zum bevorzugten Werkzeug, um die entsprechenden AR-Inhalte zu erstellen.

Anbieter zum Thema

zu Matchmaker+

AR im Aufwind

»Seit Jahren haben wir von AR-Brillen gesprochen, die sich bequem tragen lassen und sich in großem Stil am Markt durchsetzen. Unsere Partnerschaft mit Microsoft ist ein weiterer und großer Schritt in diese Richtung«, bewertet Qualcomms CEO die Zusammenarbeit.

Mit den jüngsten Entwicklungen nimmt AR immer konkretere Formen an, sowohl bei den Anwendungen als auch bei der Wertschöpfungskette. Microsoft Mesh wurde darauf ausgelegt, um Video-Konferenzen mit Hologrammen zu erweitern. Häufig genannte Anwendungsbeispiele, die schon jetzt umsetzbar sein sollen, sind virtuelle Besprechungen, bei denen man das Gefühl habe, tatsächlich mit den anderen Teilnehmern in einem Raum zu sein und Team-Arbeiten an komplexen Plänen im Bauwesen oder der Konstruktion, die durch Hologramme unterstützt und vereinfacht würden.

Neue Strategie bei Qualcomm

Qualcomm sah und sieht sich mit seinem Snapdragon-Portfolio als Taktgeber für die technische Weiterentwicklung von Smartphones. Auf der diesjährigen CES macht Christiano Amon klar, dass man nun eine neue Strategie verfolge und auch Märkte jenseits des Smartphones erschließen werde. Einer davon ist Augmented Reality. Die Kooperation mit Microsoft ist damit Teil der neuen Wachstumsstrategie. Schon seit längerer Zeit unterhält Qualcomm eine Zusammenarbeit mit Meta, ehemals Facebook, das mit seinem »Metaverse« aktuell die größten Ambitionen bei der Entwicklung von AR/VR kommuniziert. In Metas AR-Brillen Oculus Quest 2, von denen laut Amon bisher rund 10 Millionen Stück verkauft wurden, arbeiten Snapdragon-Chips.

»Wenn man im Metaverse die reale Welt mit der digitalen Welt verbindet, ergeben sich sehr spannende neue Anwendungsfälle«, sagt Qualcomms CEO. Er geht davon aus, dass sich das »Metaverse« im Wesentlichen dadurch entwickelt, dass im beruflichen und privaten Umfeld mehr und mehr digitale Zwillinge entstehen, die über Software-Anwendungen miteinander verbunden werden. Qualcomms Rolle sieht er darin, die Verbindung zwischen Anwender und digitalem Zwilling herzustellen. »Mit unseren Chips sind wir gewissermaßen das Ticket ins Metaverse.«

Neben Augmented Reality will Qualcomm seine Snapdragon-Chips auch in PCs, Cloud-Anwendungen und in Fahrzeuge bringen. Entsprechende Kooperationen wurden bereits geschlossen. Insgesamt sei der nun adressierte Markt, den Amon als »connected intelligent edge« bezeichnet, 700 Mrd. Dollar groß – siebenfach größer als das bisherige Marktumfeld, das vor allem aus IoT-Geräten und Android-Smartphones besteht.


Verwandte Artikel

QUALCOMM CDMA Technologies GmbH, Microsoft Deutschland GmbH, Microsoft