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Exklusiv-Interview mit SET

»Wir betrachten den Prozess ganzheitlich«


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Testsysteme werden wiederverwendbar

Sie haben also ein individuelles HiL-Testsystem aus dem Katalog? Das ist ja eher ungewöhnlich…

Stimmt. Wir haben enorme Vorarbeit geleistet, das Problem unserer Kunden in Prinzipien und Prozesse zerlegt und mit viel Geld und Zeit im Vorfeld durchdekliniert und modular runtergebrochen auf Signale und Anforderungen. Jetzt können wir diese Signale und standardisierten Komponenten mit AI und Prozesssteuerung beliebig kombinieren und addieren und unseren Kunden in zwölf Wochen ein Testsystem auf den Hof stellen. Das ist dann zu 80 Prozent schon fertig und die Testabteilung kann dank kompletter Simulationsumgebung direkt starten. Damit kommen sie endlich raus aus der kritischen Situation, immer die letzten zu sein und Milestones zu reißen. Sie können mit den ersten Requirements des Prüflings bereits das Testsystem entwickeln und alle nachträglichen Änderungen immer zeitnah umsetzen. Das kostet zwar wie jede Änderung Geld, es gibt dadurch aber keinen Projektverzug mehr. Außerdem reduziert es das Risiko enorm, denn der Kunde weiß schon früh im Projekt, was für ein Testsystem er bekommt, er verwendet COTS-Komponenten, kann ändern und die Testsysteme auch wiederverwenden. Damit sinken auch die Gesamt-Testkosten im Unternehmen über mehrere Programme hinweg.

Kosten sind in der Luftfahrt ein relevanter Faktor. Wie können Ihre Testsysteme wiederverwendet werden?

Bisher war es so, dass für jedes neue Programm eines Unternehmens immer auch ein neues Testsystem benötigt wurde – und das, obwohl die Testsysteme im Grundsatz vielleicht gar nicht so unterschiedliche Anforderungen haben. Durch unseren hohen Standardisierungsgrad auf der Architektur- und der Prozessebene mit COTS-Komponenten und vorentwickelten Signalpfaden müssen für ein Folgeprogramm nur noch Teile des Testsystems neu entwickelt werden. Das bestehende System kann für neue Programme also einfach erweitert werden. Das hat den großen Vorteil, dass das System bereits bekannt ist und die Gesamtaufwände für die Anpassungen deutlich sinken im Vergleich zu einer Neuentwicklung. Damit können wir die Total Cost of Test im Unternehmen deutlich reduzieren und auch von vorn herein Risiken aus dem Projekt nehmen, weil es deutlich weniger unbekannte Faktoren in der Gleichung gibt.

Geben Sie uns doch bitte mal ein konkretes Beispiel eines realisierten Projektes.

Gerne. Ein Kunde beispielsweise kannte seine Testsysteme schon seit Jahren, jedes Mal kostete es für ein neues Programm 450.000 Euro und hatte geplante 30 Wochen Lieferzeit. Es kam aber real immer erst nach 50 Wochen. Wir konnten mit System on Demand die kalkulierten Kosten treffen und die Lieferzeit auf zwölf Wochen reduzieren – außerdem konnten die sich ändernden Requirements laufend nachgerüstet werden. Darüber hinaus bekam der Kunde schon zu Beginn des Prozesses eine Simulationsumgebung, um mit der Integration der Tests zu beginnen. Das hat zu großer Begeisterung geführt, was uns natürlich sehr freut und bestätigt.


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