TDK plus Micronas

Ein gewaltiger Schub für die Magnetfeldsensorik

7. Oktober 2016, 10:14 Uhr | Heinz Arnold

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Vorstoß in neue Märkte

Micronas hatte auch schon die Fühler nach neuen Sensortechniken ausgestreckt und eigene Gassensoren entwickelt. Was ist daraus geworden?

Wir haben uns in der letzten Zeit sehr stark auf die Hall-Sensoren und auf die Embedded Controller für die BLCD-Motoren fokussiert. Die Entwicklung der Gassensoren lief weiter parallel, hier haben wir uns aber im Wesentlichen auf einen einzigen Kunden konzentriert. Zusammen mit TDK wollen wir weitere neue Techniken für Sensoren entwickeln und überprüfen gerade, welche Rolle unsere Gassensortechnologie in diesem Kontext spielen wird. Auch hier sehe ich Synergien zu Epcos, die unter anderem Druck- und Temperatursensoren im Programm führen.

Micronas entwickelt auf Basis des Hall-Effekts auch Stromsensoren. Wie weit ist die Entwicklung vorangekommen?

Wir kommen gut voran, und bereits heute nutzen unsere Kunden insbesondere unsere Linearsensoren in zahlreichen Stromsensor-Applikationen im Automobil- und Industriebereich. Auch im Bereich der Stromsensorik bietet die TMR-Technologie von TDK eine gute Ergänzung. Die Stromsensoren auf Hall-Basis eignen sich für die Messung von relativ großen Strömen. Die TMR-Sensoren zeichnen sich durch eine höhere Empfindlichkeit aus und können Ströme bis hinunter in den mA-Bereich messen. Damit können wir in Zukunft das Beste aus beiden Welten zusammenführen.

Wie sieht sich Micronas derzeit auf dem Markt für Hall-Sensoren positioniert? Was wird sich durch die Übernahme ändern?

Im Bereich der Hall-Sensoren im Automobilbereich gibt es einige Wettbewerber. Dazu zählen Melexis, Infineon und Allegro, aber keiner von ihnen dominiert den Markt. Daneben gibt es noch Firmen wie AKM und Diodes, die stark im Consumer-Markt sind. Alleine als Micronas haben wir nicht auf den Consumer-Markt abgezielt, dazu wären wir auch zu klein gewesen. Mit TDK haben wir jetzt sowohl die Möglichkeit, im Industriesektor weiter zu wachsen als auch in den Consumer-Markt einzusteigen.

Der Hauptzielmarkt ist aber Automotive?

Ja, bisher ist der Automobilmarkt unser Hauptzielmarkt. Die Industrieprodukte waren abgespeckte Automotive-Produkte, wirklich dedizierte Industrie-Produkte hatten wir nicht. Auch unser Vertrieb ist stark auf die Automotive-Kunden ausgerichtet.

Das wird sich nach der Übernahme durch TDK ändern?

Ja, unser Vertrieb ist spezialisiert aber recht klein, unsere Mitarbeiter sind alle Experten auf ihrem Gebiet. TDK dagegen beschäftigt rund 1900 Vertriebsmitarbeiter. Auch das ergänzt sich jetzt sehr gut. Über TDK bekommen wir Zugang zu vielen neuen Kunden weltweit.

Wie wird sich denn der Markt für Hall-Sensoren entwickeln?

Von 2015 auf 2016 ist er um 8 Prozent gewachsen. Ich rechne damit, dass das Wachstum über die nächsten Jahre im Durchschnitt weiter bei 8 Prozent liegen wird.

Wo wird die Magnetfeldsensorsparte von TDK in zwei Jahren stehen?

Jetzt müssen wir vor allem unsere Hausaufgaben machen und die Integration von Micronas in TDK weiter vorantreiben. Zusammen haben wir sehr viele Möglichkeiten, sogar sehr viel mehr, als wir anfangs erwartet hätten. Wir werden der Magnetfeldsensorik einen starken Schub nach vorne geben. Und wir werden unsere Zielmärkte über Automotive hinaus in die Industrie und den Consumer-Sektor erweitern. Ich sehe eine sehr dynamische Entwicklung über die nächsten zwei Jahre voraus.


  1. Ein gewaltiger Schub für die Magnetfeldsensorik
  2. Integration von Micronas
  3. Vorstoß in neue Märkte

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