Q.ANT

Die erste Quantensensoren im Einsatz

23. Mai 2022, 10:39 Uhr | Heinz Arnold
Der Quantensensor kann Pulver gleichzeitig auf Größe, Form und Geschwindigkeit einzelner Partikel beim Passieren des Sensors messen.
Der Quantensensor kann Pulver gleichzeitig auf Größe, Form und Geschwindigkeit einzelner Partikel beim Passieren des Sensors messen.
© Trumpf

Das Stuttgarter Start-up Q.ANT zeigt auf der Hannover Messe die weltweit ersten industriefähigen Quantensensoren im Einsatz.

Die gezeigten Partikelsensoren von Q.ANT (Halle 2, Stand A22), eine hundertprozentige Tochter von Trumpf, ermöglichen Messungen von Partikeln in Gasen, Flüssigkeiten und Pulvern, die mit heutiger Messtechnologie nicht möglich sind. Technologisches Herzstück dieser Sensoren sind gezielt erzeugte Quanteneffekte in angeregtem Licht, mit deren Hilfe Mikropartikel in ein und derselben Messung auf ihre Größe, ihre Form und ihre Geschwindigkeit analysiert werden können. Mit Hilfe dieser Messungen lassen sich Informationen gewinnen, die neue Anwendungen in der Halbleiterindustrie, der Chemieindustrie und im Maschinen- und Anlagenbau ermöglichen. Die Quantensensoren von Q.ANT nutzen bereits mehrere Unternehmen aus diesen Branchen zu Testzwecken. Auf der Hannover Messe zeigt Q.ANT nun erstmals gleich zwei Anwendungen der industriefähigen Quantensensoren im Einsatz.

Eine Mitarbeiterin von Q.ANT führt im Labor Testmessungen mit Kaffee durch. Mit dem Quantensensor lassen sich Flüssigkeiten, Gase und Pulver messen.
Eine Mitarbeiterin von Q.ANT führt im Labor Testmessungen mit Kaffee durch. Mit dem Quantensensor lassen sich Flüssigkeiten, Gase und Pulver messen.
© Trumpf

Qualitätsprüfung von Kaffee

Gemeinsam mit dem Sensorspezialist Sick präsentiert Q.ANT einen Quantensensor, der von Lebensmittelherstellern zur Qualitätsprüfung von Kaffee genutzt werden kann. Der Sensor misst Größe und Form der Körnung, die für die verschiedenen Geschmacksrichtungen des Kaffees eine entscheidende Rolle spielen. Mit Hilfe des Quantensensors können Kaffeehersteller beim industriellen Mahlen des Kaffees kontinuierlich die Körnung überprüfen und das gewünschte Qualitätsergebnis erzielen. Zusammen mit einem Lebensmittelkonzern konnten bereits entsprechende Pulvermessungen durchgeführt werden. Durch den weltweiten Vertrieb von Sick soll der Sensor künftig in weiteren Anwendungen der Nahrungsmittelindustrie-, insbesondere in der pulververarbeitenden, zum Einsatz kommen.

Im Algenreaktor von Festo werden die Algen dem Quantensensor automatisiert und kontinuierlich durch spezielle mikrofluidische Komponenten von Festo zugeleitet.
Im Algenreaktor von Festo werden die Algen dem Quantensensor automatisiert und kontinuierlich durch spezielle mikrofluidische Komponenten von Festo zugeleitet.
© Trumpf

Messung von Biomasse im Algenreaktor

Der Steuerungs- und Automatisierungsspezialist Festo zeigt auf der Hannover Messe einen Algenreaktor, der mit Hilfe des Quantensensors von Q.ANT präzise und in Echtzeit Auskunft über das Wachstum der Organismen im Inneren der Anlage erhält. Die Algen werden dem Sensor dafür automatisiert und kontinuierlich durch spezielle mikrofluidische Komponenten von Festo zugeleitet, beispielsweise Pumpen zur präzisen Steuerung kleinster Flüssigkeitsmengen. Der Quantensensor ist in der Lage, einzelne Zellen optisch zu analysieren, so dass die Menge der Biomasse exakt ermittelt werden kann. Zusätzlich untersucht er die Zellen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz auf ihre Vitalität. Mit Hilfe des Quantensensors ist es möglich, vorrausschauend auf Prozessereignisse, zum Beispiel geringeres Wachstum, zu reagieren und regelnd einzugreifen, um ein schnelleres und sicheres Wachstum der Algen zu ermöglichen.

Bereits bei ihrer natürlichen Photosynthese im Freien sind Algen äußerst effizient und binden zehnmal mehr Kohlendioxid (CO₂) als Landpflanzen. In Bioreaktoren mit entsprechender Sensorik, Regelungstechnik und Automatisierung kann die Effizienz der Algen auf das Hundertfache von Landpflanzen gesteigert werden. Die so entstandenen Stoffe lassen sich unter anderem als Ausgangsmaterial für Pharmazeutika, Verpackungen oder Kosmetika verwenden und schließlich klimaneutral rückführen.


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