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Vorstoß in neue Leistungsklasse

25. Januar 2018, 07:29 Uhr   |  Heinz Arnold

Vorstoß in neue Leistungsklasse
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Das RTA 4004 erreicht mit seinem eigens entwickelten 10-Bit-A/D-Wandler 5 GSamples/s und verfügt über einen segmentierten Speicher von 1 GSample.

Eine vertikale Auflösung von 10 Bit erreichen die neuen Oszilloskope der Serien R&S RTM3000 und R&S RTA4000 von Rohde & Schwarz. Damit sind sie sehr flexibel einsetzbar.

Das neue R&S RTM3000 Oszilloskop ist in verschiedenen Ausführungen mit Bandbreiten von 100 MHz, 200 MHz, 350 MHz, 500 MHz und 1 GHz erhältlich. In die Geräte ist ein von Rohde & Schwarz entwickelter 10-Bit-A/D-Wandler mit 5 GSample/s Abtastrate eingebaut, und alle Modelle bieten einen Erfassungsspeicher von 40 MSample (80 MSample interleaved) pro Kanal sowie optional einen segmentierten Erfassungsspeicher von 400 MSample.

Ebenfalls neu ist das R&S RTA4000 Oszilloskop, das mit Bandbreiten von 200 MHz, 350 MHz, 500 MHz und 1 GHz zur Verfügung steht. Diese Modelle sind mit dem gleichen 10-Bit-A/D-Wandler ausgestattet wie das RTM3000, verfügen aber über einen noch größeren Erfassungsspeicher mit 100 MSample (200 MSample interleaved) pro Kanal sowie einen standardmäßigen segmentierten Erfassungsspeicher von 1 GSample. Beide Geräteserien bieten einen brillanten kapazitiven 10,1-Zoll-Touchscreen für eine schnelle und effektive Bedienung.

»Mit unseren eigens entwickelten 10-Bit-A/D-Wandlern können die neuen Oszilloskope 1024 vertikale Positionen auflösen, viermal mehr als bei den bisher üblichen 8-Bit-Oszilloskopen – für Welligkeits- und Rauschmessungen unerlässlich«, erklärt Mathias Leutiger, Director of Product Management Oscilloscopes von Rohrde & Schwarz. Denn Leistungsmessungen wie Welligkeits- und Rauschmessungen an einer Gleichspannung verlangen ein Oszilloskop mit einer hohen vertikalen Auflösung, geringem Rauschen und hoher DC-Verstärkungslinearität. Die R&S RTA4000 Serie warte darüber hinaus mit Klassen besten Signalintegritätseigenschaften wie einer DC-Verstärkungsgenauigkeit bis zu 1 % auf.

Große Speichertiefe: unerlässlich für die Analyse serieller Protokolle

Neben der Bandbreite und Abtastrate ist die Speichertiefe der wichtigste Parameter, von dem abhängt, ob sich ein Instrument vielseitig für die Fehlersuche einsetzen lässt. Dank dem zusätzlichen Erfassungsspeicher kann der Benutzer bei Tests und bei der Fehlersuche längere Zeiträume erfassen. Dies gilt insbesondere für die Analyse von seriellen Protokollen oder Ein-/Ausschalt-Sequenzen.

Deshalb bieten die neuen Oszilloskope der Serie R&S RTM3000 8 bis 20 Mal mehr Speicher als bisherige Geräte in dieser Klasse. Mit dem segmentierten Speicher von 1 GSample hat Rohde & Schwarz die RTA4000 Serie sogar mit über 200 Mal mehr Speicher ausgestattet. Die R&S RTM3000 Serie bietet sowohl Typen 2 als auch 4 Kanälen. Dagegen arbeiten alle Modelle der R&S RTA4000 Serie mit vier Kanälen.

Wer zusätzliche Funktionen benötigt, kann auf eine Reihe von Erweiterungsoptionen zurückgreifen. Dazu gehört die Option Mixed-Signal-Oszilloskop (MSO) mit 16 integrierten Digitalkanälen, Optionen zur Protokolldekodierung und zum Triggern für eine Vielzahl von Standard-Bussen sowie ein integrierter Waveformgenerator.

2010: Einstieg in den Markt für Oszilloskope

»Schon im März 2017 haben wir bereits die R&S RTB2000 Serie vorgestellt. Jetzt können sich die Anwender Oszilloskope zulegen, die ihnen die Vorteile einer Auflösung von 10 Bit und die tiefsten Speicher der jeweiligen Klasse geben.  Zusammen mit der heute ebenfalls eingeführten R&S RTC1000 Serie verfügen wir nun in der 1000er, 2000er, 3000er und 4000er Klasse über die modernsten Geräte auf dem Markt«, erklärt Jörg Fries, Leiter Marktsegmente für T&M von Rohde & Schwarz.

Bereits im Jahr 2010 hatte sich Rohde & Schwarz entschlossen, in den Markt einzusteigen. 2013 hat das Produktspektrum vier Oszilloskope umfasst, vom HMO Compact (70 bis 200 MHz) über den HMO3000 (300 bis 500 MHz) und den TRM1000 (350 bis 500 MHz) bis zum Laborgerät RTO1000 (600 MHz bis 4 GHz).

Bis März 2017 vervollständigte Rohde & Schwarz das Angebot und konnte nun einige Klassen der »Benchtop«-Oszilloskope abdecken. Damit sind die Geräte gemeint, die die Entwickler normalerweise auf ihren Arbeitsplätzen benutzen, die über eigene Betriebssysteme verfügen und schnell startklar sind.

Mathias Leutiger schätzt, dass dieser Marktsektor rund 45 Prozent am Gesamtmarkt von Oszilloskopen in Höhe von 1 Mrd. Dollar pro Jahr ausmacht: »Hier haben wir die Chance gesehen, uns von diesem vielversprechenden Markt ein gutes Stück abschneiden zu können.« Dieses Konzept – »als inhabergeführtes Unternehmen können wir es uns leisten, langfristig zu denken« – hat inzwischen Früchte getragen. Die Typen, die im März 2017 auf den Markt kamen, verkaufen sich laut Leutiger inzwischen schon in hohen und weiter steigenden Stückzahlen. Jetzt startet Rohde & Schwarz mit den neuen Geräten die zweite Offensive.

Das Unternehmen teilt diese Geräte wie der Wettbewerb auch je nach Performance in die 1000er, 2000er, 3000er- und 4000er-Klassen ein. Noch im vergangenen Jahr bestand allerdings eine Lücke: während in der 3000er-Klasse die Wahl zwischen dem RTM2000 (200 MHz bis 1 GHz und dem HMO3000 (300 bis 500 MHz) bestand, waren die 2000er-Klasse mit dem RTB2000 und die 1000er-Klasse mit dem HMO1202 (50 MHz bis 100 MHz) besetzt. In der 4000er-Klasse konnte Rohde & Schwarz kein Gerät anbieten.

Jetzt haben die Münchner mit dem RTA4000 ihr erstes Oszilloskop in der Benchtop-Spitzenklasse vorgestellt. Parallel dazu kommt in der 3000er-Klasse das RTM3000 hinzu und in der 1000er-Klasse das RTC1000 (mit 8-Bit-ADC), um nun sämtliche Kundensegmente mit Geräten in den entsprechenden Leistungs- und Preisklassen anzuvisieren.

Die Klientel für die RTC1000- (Startpreis 835 Euro) und RTB2000-Geräte kommt zu 60 Prozent aus dem Schulungsbereich. Auf 25 Prozent schätzt Mathias Leutiger den Anteil der Hobby-Bastler für den RTC1000, beim RTB2000 sinke dieser Anteil auf 10 Prozent während der Anteil der Entwickler hier 30 Prozent beträgt. Mit den neuen TRM3000 (Startpreis 3.190 Euro) und RTA4000 (Startpreis 5.230 Euro) zielt Rohde & Schwarz auf den Einsatz im R&D-Bereich ab, wo sie zu 75 bzw. 85 Prozent Verwendung finden. »Für das teurere Top-Modell der 4000er-Klasse werden sich die Entwickler entscheiden, die ihre Probleme anders kaum lösen könnten«, so Leutiger.

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1. Vorstoß in neue Leistungsklasse
2. Was sich mit flexiblen Oszilloskopen anfangen lässt

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