Sick und Sewio kooperieren

»An UWB-basiertem Tracking führt kein Weg vorbei«

11. April 2022, 13:30 Uhr | Nicole Wörner
Sick
Überwachung und Auswertung des Materialflusses in teil- und nichtautomatisierten Bereichen mit Indoor-Lokalisierung und Asset Analytics
© Sick

Der Sensorhersteller Sick erweitert sein Portfolio für die Indoor-Lokalisierung im Bereich Track & Trace in nicht- oder halbautomatisierten Bereichen und holt sich dazu Unterstützung vom tschechischen UWB-Experten Sewio.

In Produktionshallen und Warenlagern ist es essenziell, in Echtzeit zu wissen, wo sich Produkte, Werkzeuge oder autonome Fahrzeuge aufhalten. Hier punkten Tracking-Produkte, die auf der Ultrabreitband-Technologie (Ultra-wideband, UWB) basieren. Sie erlauben eine genauere Verfolgbarkeit, als konventionelle Verfahren dies bisher ermöglicht haben: Einerseits sind sie präziser, andererseits flexibler. »Unternehmer, die auch von den Möglichkeiten der Indoor-Lokalisierung im Rahmen der Industrie 4.0 profitieren wollen, kommen an UWB-basierten Tracking-Lösungen nicht mehr vorbei«, ist Roland Avar, Head of Product Management Localization bei Sick, überzeugt.

Ultrabreitband ist eine Technologie, mit der Daten über eine große Bandbreite (>500 MHz) per Funk übertragen werden können. UWB arbeitet mit der sogenannten Time of Flight (ToF) des Signals (und nicht mit RSSI – Received Signal Strength Indication). Dadurch misst UWB viel präziser und macht sehr genaue Entfernungsmessungen möglich – selbst bei sich schnell bewegenden Personen und Objekten. UWB funktioniert auch hervorragend in Industriegebieten, in denen viel Metall vorhanden ist. Dank der Übertragung der Daten können bestehende Prozesse mit digitalen Services verbunden, noch transparenter gestaltet werden und so im Kontext der Industrie 4.0 nutzbar gemacht werden.

Diese Technologie will sich der Sensorhersteller Sick im Bereich der Indoor-Lokalisierung nun mithilfe der strategischen Partnerschaft mit dem UWB-Spezialisten Sewio zunutze machen. Das aus Tschechien stammende Unternehmen bringt zum einen marktspezifisches Know-how für die UWB-Technologie mit ein, zum anderen ein breites UWB-basiertes Portfolio. Vor allem die zur Lokalisierung nötige Hardware, wie Anchors oder Tags von Sewio, passen gut zum Angebot von Sick.

Vollständig digitalisierter Materialfluss

»Dank der Partnerschaft können wir unseren Kunden jetzt Komplettlösungen anbieten, die eine vollständige Digitalisierung des Materialflusses ermöglichen«, beschreibt Avar den Nutzen der Zusammenarbeit. »UWB ist die ideale Technologie, um die Lücke für die Echtzeit-Ortung von Industrieanlagen zu schließen. Außerdem sehen wir Anknüpfungspunkte, um Zukunftsthemen wie Asset Tracking oder Asset Monitoring zu entwickeln und so die Supply Chain zu digitalisieren.«

Auch für Milan Simek, CEO und Mitgründer von Sewio, ist die Partnerschaft eine sinnvolle Ergänzung. »Sick bringt profunde Expertise in der Digitalisierung der Lieferkette mit«, so Simek. »Mit unserem Know-how in der UWB-gestützten RTLS-Technologie werden wir in der Lage sein, komplexe Industrielösungen zu liefern und die Effizienz und Sicherheit von Smart-Factory-Abläufen weiter voranzutreiben.«

Komplettangebote sind das Ziel

Sick hat sich zum Ziel gesetzt, ein Komplettangebot für die Indoor-Lokalisierung im Bereich Track & Trace in nicht- oder halbautomatisierten Bereichen zu schaffen und Kunden damit bei der Digitalisierung ihrer Supply Chain zu unterstützen. Mit dem Tag-LOC-System hatte Sick bereits 2019 einen ersten Meilenstein gesetzt und eine Produkt entwickelt, das in Echtzeit Positionsdaten von Assets wie Fahrzeugen, Werkstücken, Materialien erfasst. Die Software Asset Analytics analysiert diese Daten, um so beispielsweise Vollständigkeitsüberprüfungen auf Kommissionierflächen automatisiert durchführen zu können.

Im Dezember 2021 gab Sick die Integration des kroatischen IT-Unternehmens Mobilisis in die Sick AG bekannt. Mit dem Erwerb macht Sick Lokalisierungsanwendungen von Waren und Gütern mittels GPS außerhalb von Hallen verfügbar. Darüber hinaus steht dem Sensorhersteller so auch Bluetooth-Low-Energy(BLE)-Technologie zur Verfügung, mit der die Lücke zwischen RFID und UWB für Innenanwendungen in der Industrie geschlossen werden kann. 
 

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