5G-Aufbau ohne Huawei und ZTE Dominoeffekt gegen China?

China befürchtet, dass sich mehr Länder die heimischen Firmen wie Huawei und ZTE vom 5G-Aufbau ausschließen könnten.
China befürchtet, dass mehr Länder die heimischen Firmen wie Huawei und ZTE vom 5G-Aufbau ausschließen könnten.

Indien hat Huawei und ZTE von 5G-Versuchen ausgeschlossen. Australien will kein Equipment dieser Firmen kaufen. Ziehen andere nach?

Kürzlich hatte das Indian Department of Telecommunications (DoT) bekannt gegeben, dass Huawei Technologies und ZTE von der Liste der Firmen gestrichen werden, die an 5G-Feldversuchen teilnehmen dürfen. Die Global Times, eine chinesischen Publikation, hinter der die Kommunistische Partei Chinas steht, hat umgehend zu bedenken gegeben, dass sich Indien mit dieser Entscheidung um verlässliche und leistungsfähige Technologiepartner bringt. Nun sei das Land darauf angewiesen, mit westlichen Technologiepartnern zusammen zu arbeiten. Das werde Indiens Verhandlungsposition schwächen und schließlich der eigenen Telekommunikationsindustrie schaden.

Chinesische Technologiefirmen würden sich künftig überlegen, weiter in Indien zu investieren. Eine Kettenreaktion wäre die Folge, das Investment aus China könnte zurückgehen. Wenn chinesische Technologiefirmen sich aus dem indischen Markt zurückziehen würden, könne dies der indischen Wirtschaft einen Schlag versetzen. Denn bisher hätten sich die Investitionen in Indien sehr gut entwickelt. Die Entscheidung des DoT lasse nun vermuten, dass Indien die Investitionen Chinas im indischen Low-Tech-Sektor begrüße, sie aber von der Entwicklung in modernen, zukunftsträchtigen Sektoren auszuschließen wünsche.  

Australien hat ebenfalls Sicherheitsbedenken

Erst Ende August hatte Australien beschlossen, aus Sicherheitsgründen keine Geräte von Huawei und ZTE für den Aufbau eigener 5G-Netze zu zulassen. Jetzt befürchtet China, dass sich immer mehr Staaten dem Trend aschließen könnten, chinesische Firmen vom Aufbau der 5G-Netze fern zu halten.  Es geht um viel Geld, denn in diesen Aufbau fließen pro Netz Milliarden-Summen. Was noch wichtiger ist, es geht um die füährngsposoition auf diesem Markt. Die USA befürchten, gegenüber China ins hintertrefffen zu geraten. Nicht, weil die eigene Technologieentiewcklung gegenüber der in China hinterherhinke, sondern, weil chinesische Unternehmen mit unfairen Methoden arbeiten würden. Dagegen will Trump unte anderem vorgehen indem er immer höhere Zollhürden aufbaut, erst jetzt sind wieder neue Zölle in höhe von 200 Mrd. Doallr im Gespräch.

Das gefällt der heimischen Halbleiterindustrie nicht, die dagegen zu Felde zieht. Unfaire Praktiken gebe es wohl, es gebe aber sehr viel bessere Methoden, sie zu bekämpfen als plumpen Protektionismus. Organisationen wie die SIA und die SEMI wehren sich deshalb dagegen, Zollschranken aufzurichten und befürchten dadurch erst recht Nachteile für die US-Industrie.

Und es sieht so aus, als ob die Regierungen der dem westlichen Bereich zugerechneten Länder nicht überall den Bann von Huawei und ZTE mitmachen wollen. Japan und China habe im Mai dieses Jahres auf hoher Ebene verlauten lassen, die Kooperation japanischer und chinesischer Unternehmen in der Netzwerktechnik der nächsten Generation vorantreiben zu wollen. Das geschieht bereits: Softbank testet 5G-Netze zusammen mit Huawei, ZTE liefert Geräte an NTT Docomo, KDDI und Softbank.

Chinesische Hersteller bieten ihre Geräte vergleichsweise billig an. Denn wie westliche Kritiker beklagen – jetzt kommen wir wieder zu den als unfair angesehenen Geschäftspraktiken – würden sich Entwicklungskosten sparen, indem sie Geräte von westlichen Vorbildern einfach kopierten, um so zu günstigeren Preisen verkaufen zu können.

Einige Länder sind darüber hinaus besorgt, chinesischen Firmen erst Recht die Tore für solche Praktiken zu öffnen, wenn sie am Aufbau der neusten 5G-Netze beteiligt werden. Diese Befürchtungen gibt es in den USA, aber beispielsweise auch in Russland.