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Japan folgt USA

Keine Regierungsaufträge für Firmen aus China

10. Dezember 2018, 10:59 Uhr   |  Heinz Arnold

Keine Regierungsaufträge für Firmen aus China
© Triff - Shutterstock

Sicherheitsbedenken: Die japanischen Ministerien sollen keine PCs und Telekommunikationsausrüstungen von chinesischen Firmen beziehen. China wehrt sich.

Japans Regierungsstellen sollen keine Kommunikationsgeräte mehr von chinesischen Firmen einsetzen.

Die Ministerien der japanischen Regierung und die Verteidigungskräfte haben Anweisungen erhalten, nach denen sie PCs, Server und Telekommunikationsausrüstungen aus Sicherheitsgründen de facto nicht mehr von Huawei und anderen chinesische Firmen kaufen dürfen, auch wenn keine der Firmen namentlich genannt wird. Chinesische Unternehmen stehen in Verdacht, über geheime Funktionen, die sie in die Geräte einbauen, die Nutzer der Geräte ausspionieren zu können.

Laut Nikkei Asian Review ist es das erste Mal, dass die Regierung von Japan derartige Beschaffungsregeln ausgegeben hat. Angeblich habe Washington Informationen zur Verfügung gestellt, nach denen es die Regierung von Japan für angebracht gehalten habe, strengere Regeln einzuführen.

USA eskalieren weiter

Damit steht Japan in Einklang mit den USA, die chinesische Firmen sanktionieren, die Länder wie den Iran mit High-Tech beliefern.  Erst letzte Woche hatten die USA dafür gesorgt, dass Meng Wanzhou, Finanzchefin von Huawei und Tochter des Gründers Ren Zhenfei in Kanada verhaftet wurde. Damit hat die US-Regierung den Handelsstreit weiter eskaliert, nachdem es nach dem Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping auf dem G-20-Gipfel in Bueonos Aires just am selben Tage zuerst nach einer Beruhigung ausgesehen hatte. Die USA werfen Meng vor, gegenüber der Bank HSBC in Hongkong die Geschäfte Huaweis mit dem Iran verschwiegen zu haben. Die chinesische Botschaft in Kanada sprach von einer »schweren Verletzung der Menschenrechte«. Die in englischer Sprache erscheinende regierungsnahe Global Times sieht darin einen direkten Angriff auf den Konsens, den die beiden Staatsoberhäupter der USA und Chinas und Buenos Aires gerade erreicht zu haben schienen. China befinde sich also in einer hochkomplexen Wettbewerbssituation mit den USA, Entschlossenheit und Weisheit seien erforderlich, damit China seine eigenen Interessen wahren könne.

Die chinesische Botschaft in Tokio hatte bereits ihre ernste Besorgnis darüber ausgedrückt, dass Japan die Produkte von Huawei und ZTE als sicherheitsgefährdend bewerten könnte. Das würde sich ungünstig für die Handelsbeziehungen zwischen Japan und China auswirken.


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