Abgesetzt oder nicht? Offener Streit um CEO von ARM China

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Das chinesische ARM-Joint-Venture hat die Aussage der englischen ARM Ltd. widersprochen, dass der CEO von ARM China abgesetzt sei.

Das zeigt, dass zwischen der zu SoftBank gehörenden ARM Ltd. und dem chinesischen Joint-Venture ein Machtkampf ausgebrochen ist. Die Investoren von ARM hatten Allen Wu, den CEO des chinesischen Joint-Ventures ARM China für abgesetzt erklärt. ARM China widersprach nun, Allen Wu habe sich nichts zu Schulden kommen lassen, was eine Absetzung rechtfertige.

Zuvor hatten die britische Arm Ltd und die chinesische Investmentfirma Hopu Investments, denen ARM China gehört, öffentlich bekannt gegeben, Allen Wu durch die Interims-CEOs Ken Phua und Phil Tang zu ersetzen, weil eine Überprüfung  schwere Verstöße in Wus Amtsführung aufgedeckt hätte.

Arm China dagegen gab bekannt, dass Wu weiterhin CEO des Unternehmens sei und dass eigene Ermittlungen in Auftrag gegeben worden seien.

Das Board-Meeting zwischen der britischen Arm Ltd und Hopu Investments vom 4. Juni habe nicht den dafür erforderlichen Prozeduren entsprochen und könne daher keine Personalentscheidungen zur Folge haben.

Gegenüber Reuters erklärte eine ARM-Sprecherin, dass ARM Ltd. bei seinem Standpunkt bleibe und Wu abgesetzt sei.  

ARM China wurde 2018 gegründet, um Lizenzen an chinesische Chip-Unternehmen zu vergeben. Damals veräußerte Softbank seinen Anteil von 51 Prozent an der chinesischen ARM Technology, einer Tochter von ARM Ltd., an eine Gruppe chinesischer Investoren. Softbank hatte ARM 2016 für 32 Mrd. Dollar gekauft.