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VDI-Appell an Ampel-Koalitionäre

Treibhausgasneutralität bis 2045 »oberstes Ziel«

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Ralph Appel ist Direktor und geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V. sowie Geschäftsführer der VDI GmbH. Der Vater zweier Kinder studierte Wirtschaftsingenieurwesen an der Uni/TUHH Hamburg und erlangte sein Diplom zum Wirtschaftsingenieur mit den Schwerpunkten Automatisierungstechnik, Fertigungstechnik, Materialwirtschaft, Industriebetriebslehre und Volkswirtschaftslehre.
© VDI/Catrin Moritz

Klimaschutz, Energiewende, Mobilität der Zukunft, Digitalisierung: VDI-Direktor Ralph Appel fordert von den Ampel-Koalitionären verbindliche Vereinbarungen und Leitplanken, »so schnell wie möglich«.

Wirtschaft und Gesellschaft bräuchten so schnell wie möglich verlässliche politische Rahmenbedingungen, um Deutschlands Transformation zu einer treibhausgasneutralen Industrienation umzusetzen, fordert VDI-Direktor Ralph Appel. „Wir dürfen nicht noch einmal vier Jahre tatenlos verstreichen lassen. In den nächsten Jahren werden Wirtschaft und Staat Hunderte von Milliarden Euro in den klimagerechten Umbau investieren müssen. Dieses Geld muss richtig investiert werden, denn kaum ein Industriezweig wird von den Klimaschutzmaßnahmen unberührt bleiben. Dafür braucht es so schnell wie möglich verbindliche Rahmenbedingungen mit Bestand über diese Legislaturperiode hinaus“ .

In seiner „Zukunftsagenda – Empfehlungen für die 20. Legislaturperiode“ fordert der VDI eine baldige, verbindliche Festlegung auf konkrete klimapolitische Maßnahmen. So müssen aus VDI-Sicht der Ausbau der erneuerbaren Energien massiv vorangetrieben und "Ausbauhindernisse, wie z.B. restriktive Abstandsregelungen", abgebaut werden. Ebenso seien die Ausbau-Pfade im EEG "deutlich nach oben anzupassen, die EEG-Umlage sukzessive auf null zu reduzieren und das Marktdesign endlich am Zielbild der Treibhausgasneutralität zu orientieren".

Auch die Mobilitätswende werde nach Auffassung des VDI nur gelingen, "wenn ganzheitliche Ansätze konsequent verwirklicht werden". Deutschland brauche neue Mobilitätsangebote, die die Potenziale von Elektrifizierung, Automatisierung und besonders Vernetzung "synergetisch ausschöpfen". Dazu gehöre für den VDI auch die baldige Bereitstellung einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur, eines Schnellladesystems sowie die Festlegung auf verbindliche Standards und Anforderungen.

Sowohl beim Klimaschutz als auch der Mobilitätswende sei ein Schlüssel zur Bewältigung die Digitalisierung. Hier mangele es aus Sicht des VDI bislang nicht an Technologien und politischen Bekenntnissen, sondern an der konkreten Umsetzung. Deutschland müsse "zügig" seine digitalen Kompetenzen und Zukunftstechnologien wie künstliche Intelligenz und autonomes Fahren weiter auf- und ausbauen – "und das im engen Schulterschluss mit Europa". Für die nächste Bundesregierung bedeute das vor allem, "endlich Grundlagen wie wettbewerbsfähige digitale Infrastrukturen und Datenverfügbarkeit zu schaffen, ambitionierte und messbare digitale Missionen zu priorisieren und diese durch eine Neuausrichtung und -Organisation der Digitalpolitik intelligent zu steuern. Dies muss auf Bundesebene durch Bündelung der digitalen Kompetenzen mit klar definierten Aufgaben und Zuständigkeiten geschehen".


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