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VDI-Arbeitsmarkt-Studie

Stellenangebote für Ingenieure wieder stark gestiegen

Arbeit
© Bild: Adobe Stock

Nachdem die Corona-Krise vor allem im dritten Quartal 2020 noch deutlich negative Spuren auf dem Ingenieurarbeitsmarkt hinterlassen hat, steigt die Zahl der offenen Stellen seit Anfang 2021 wieder stark an, vor allem in den Ingenieur- und Informatikerberufen. 

Der VDI hat eine neue Arbeitsmarktstudie veröffentlicht. Betrug die Gesamtzahl der offenen Stellen in den Ingenieur- und Informatikerberufen im dritten Quartal 2020 noch 95.900 und sank im vierten Quartal auf 92.400, so stieg die Nachfrage im ersten Quartal 2021 auf 102.500 und im zweiten Quartal auf 117.150. Damit lag im zweiten Quartal 2021 die Gesamtzahl der offenen Stellen über dem langfristigen Durchschnitt der zweiten Quartale von 2015 bis 2019 in Höhe von 116.600. Zu diesen Ergebnissen kommt das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW), das für den VDI den Ingenieurmonitor erstellt.

Etwas zeitverzögert reagiert die Entwicklung bei den Arbeitslosen in den Ingenieur- und Informatikberufen. Die Zahl der Arbeitslosen betrug im dritten Quartal 2020 rund 46.100 und blieb auf ähnlichem Niveau bis zum ersten Quartal 2021 mit 46.200 und sank dann deutlich im zweiten Quartal 2021 auf 42.400. Für das kommende Quartal rechnet das IW mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit.

Die Engpässe am Arbeitsmarkt sind laut Studie im zweiten Quartal 2021 wieder deutlich gestiegen. Kamen rechnerisch auf 100 Arbeitslose im dritten Quartal 2020 noch 208 offene Stellen und im vierten Quartal 2020 insgesamt 203, so stieg die Engpasskennziffer im ersten Quartal 2021 auf 222 und im zweiten Quartal auf 277. Besonders groß sind dabei die Engpässe in den Ingenieurberufen Bau/Vermessung/Gebäudetechnik und Architektur, gefolgt von den Ingenieurberufen Energie- und Elektrotechnik und den Informatikberufen. Engpässe – wenn auch auf geringerem Niveau – bestehen laut IW auch in allen anderen Ingenieurberufen.

Großer Bedarf bei Informatikern

Zwar hat die Corona-Krise die offenen Stellen reduziert und die Gesamtzahl an Arbeitslosen erhöht. Gleichzeitig ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in den Ingenieur- und Informatikberufen laut IW aber selbst in diesem Zeitraum weiter gestiegen. Unter anderem betrug die Zunahme 3,2 Prozent in den Informatikerberufen und 2,2 Prozent in den Bauingenieurberufen. Das deute darauf hin, so VDI/IW, dass Unternehmen ihre Stammbelegschaft erfolgreich halten und teilweise sogar ausbauen konnten.

Strukturell ist die Beschäftigung im Zeitraum von Ende 2012 bis Ende 2020 besonders stark in den Informatikberufen gestiegen, ein Plus von 93,9 Prozent, besonders in Berlin/Brandenburg und Bayern. Am zweitstärksten nahm die Beschäftigung in den Ingenieurberufen Bau/Vermessung/Gebäudetechnik und Architektur mit 38,8 Prozent zu. 

Starke regionale Unterschiede

Die höchste Bedeutung haben Ingenieur- und Informatikberufe in Bayern und Baden-Württemberg. Am höchsten ist der Anteil der Informatiker*innen an allen Beschäftigten mit 1,6 Prozent in Bayern, besonders niedrig in Sachsen-Anhalt/Thüringen mit 0,45 Prozent. 

Die höchsten Beschäftigtenanteilen den Ingenieurberufen finden sich mit 3,8 Prozent in Baden-Württemberg und 3,6 Prozent in Bayern. Auch bei den Kreisen mit den höchsten Anteilen an Informatiker*innen und Ingenieur*innen an allen Beschäftigten dominieren mit wenigen Ausnahmen die süddeutschen Regionen. 

Ausblick:

Künftig soll die Beschäftigung in den Ingenieur- und Informatikberufen weiter zunehmen. Unternehmensbefragungen zeigen laut IVDI/IW, dass viele Unternehmen zur Entwicklung klimafreundlicher Produkte in den kommenden fünf Jahren einen Mehrbedarf haben. Dazu komme ein steigender Bedarf durch die Digitalisierung.

 


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