Neue Betriebsvereinbarung

So lässt Audi künftig arbeiten

13. September 2022, 8:30 Uhr | Corinne Schindlbeck
Audi
Für Personalchef Xavier Ros ist die neue Betriebsvereinbarung Ausdruck einer Unternehmenskultur, die von Eigenverantwortung und Vertrauen geprägt ist.
© Audi

Ab 1. Oktober gilt bei Audi eine neue Betriebsvereinbarung „Hybrides Arbeiten“ an den Standorten Ingolstadt und Neckarsulm. Ihren Arbeitsort sollen die Mitarbeiter künftig frei wählen können. Ganz auf Präsenz verzichten will Audi aber nicht. Auch in der Produktion soll es flexibler werden.

Die neue Betriebsvereinbarung soll den Audi-Mitarbeitern mehr Flexibilität bringen. Sie sollen künftig ihren Arbeitsort frei wählen können, eine Vorgabe an Präsenztagen gibt es nicht. Durch Desk-Sharing, die Neugestaltung von Büroflächen sowie eine finanzielle Unterstützung für die ergonomische Ausstattung soll mobile und Präsenzarbeit besser vereinbar werden.

Die Audianer sollen künftig gemeinsam mit der Führungskraft individuell festlegen, an welchen Tagen sie ins Büro kommen und wann sie mobil arbeiten, »sofern dies mit ihrer Arbeitsaufgabe vereinbar ist«, schreibt Audi. Starre Vorgaben solle es »ausdrücklich« nicht geben, um Mitarbeitern selbstbestimmt je nach Lebenssituation entscheiden zu lassen, welches Arbeitsmodell für sie passend sei.

Die neue Betriebsvereinbarung „Hybrides Arbeiten“ löst die seit 2016 bestehende Betriebsvereinbarung „Mobiles Arbeiten“ ab. Die Erfahrungen seien positiv gewesen. Laut Xavier Ros, Vorstand für Personal und Organisation, sei die neue Betriebsvereinbarung ein konsequenter Schritt zu einer hybriden Arbeitswelt und zugleich Ausdruck einer Unternehmenskultur, »die von Eigenverantwortung und Vertrauen geprägt ist und die wir auch in Zukunft konsequent fördern.«

Für Produktionsmitarbeiter, die nicht von zu Hause arbeiten können, würden neue Raumkonzepte und flexiblere Arbeitsmodelle erarbeitet, um die Arbeitsbedingungen in den Werken zu verbessern.

Für die Planung seiner künftigen Arbeitsmodelle holte sich Audi Unterstützung durch die Universität St. Gallen, die 1500 Mitarbeitende aus über 100 Abteilungen befragte.

Ganz auf die Büropräsenz seiner Mitarbeitern verzichten möchte Audi aber nicht. Der persönliche Kontakt stärke das Zusammengehörigkeitsgefühl und lasse »im gemeinsamen Austausch innovative Ideen entstehen«, so das Unternehmen. Dafür würden nun an den Standorten Ingolstadt und Neckarsulm die technischen und räumlichen Voraussetzungen geschaffen, in Form von Kreativräumen, Besprechungsräumen, Projektecken oder Lounges. Im Mittelpunkt: Kommunikation, Vernetzung und Zusammenarbeit.

Desk-Sharing anstelle von persönlichen Arbeitsplätzen bleibt freiwillig, gebucht wird über ein digitales Tool. Wer mobil arbeiten und am Desk-Sharing teilnehmen will, erhält technische Ausstattung in Form eines IT-Pakets sowie einen 500 Euro-Gutschein (temporär bis zum 30. Juni 2023 bis zu 750 Euro) für ergonomische Büroausstattung.

Die Betriebsvereinbarung »Hybrides Arbeiten« sei ein »elementarer Baustein« des Konzepts „better normal“, das Audi-Mitarbeitenden maximale Flexibilität ermöglichen soll. Die bei Audi gelebte Kultur von Vertrauen und Eigenverantwortung sei die Grundlage auch für moderne Arbeitsmodelle wie Jobsharing, Teilzeit- und Auszeitlösungen, die verstärkt gefördert würden.

Mehr Flexibilität sollen auch taktgebundene Mitarbeitende in der Produktion bekommen. Gemeinsam mit dem Betriebsrat arbeite man an flexibleren Arbeitsmodellen in der Schicht, u.a. mit verbesserten Raumkonzepten neuen Angeboten in der Gastronomie.


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