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Digitalisierung der Industrie

Fünf Zutaten, damit die digitale Transformation gelingt


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Mit einer „digitalen“ Unternehmenskultur tun sich die meisten traditionellen Unternehmen schwer

3. Organisation, Kultur & Führung
Mit der Schaffung geeigneter Strukturen und Prozesse sowie einer „digitalen“ Unternehmenskultur tun sich die meisten traditionellen Unternehmen schwer. Dennoch sind diese Veränderungen essenziell, um die Organisation anpassungsfähiger und innovativer zu machen – alternativlos in der heutigen VUCA-Welt (Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity). Dabei gilt es, die Mitarbeiter auf der Reise in die digitale Ära mitzunehmen – mit all ihren Ängsten, Befürchtungen, Widerständen und Sorgen. Und es gilt, Entscheidungsbefugnisse weit nach unten in die Organisation zu geben – oftmals eine große Hürde für Manager.

Während die vielen aktuell laufenden Restrukturierungen harte Top-Down-Entscheidungen erfordern, wächst gleichzeitig langfristig weiterhin der Bedarf für agile Steuerungsansätze. Darüber hinaus steigt aber auch die Bereitschaft, neue Ansätze auszuprobieren – so können neue Führungs- und Organisationsmodelle beispielsweise temporär bewusst in einzelnen Einheiten getestet werden. 

4. Digitale Fähigkeiten
Eine digitale Transformation gelingt nur, wenn das Unternehmen ausreichend Talente und Experten mit den richtigen digitalen Kompetenzen gewinnen kann. Der individuelle Bedarf kann aus der Digitalstrategie, den bereits geschilderten organisatorischen Überlegungen und einer entsprechenden Make-or-Buy-Abwägung abgeleitet werden. Grundsätzlich sind dabei vier Kompetenzbereiche relevant: Innovationsfähigkeit, Daten-Performance, Kerntechnologien und Cybersecurity.
Die aktuelle Pandemie bietet enorme Chancen für die Gewinnung rarer Talente. Sogar ganze Teams können von schwächelnden Firmen abgeworben oder Startups mit wichtigem Know-how gekauft werden. Darüber hinaus ermöglicht die aktuelle Unterauslastung vieler Abteilungen die Nutzung von Online-Fortbildungen in digitalen Schlüsselkompetenzen.

5. Digitale Ökosysteme
Ein im Mittelstand oft noch komplett ignoriertes Thema – obwohl der Erfolg digitaler Ökosysteme nicht zu übersehen ist: Kundenzentrierte Netzwerke unabhängiger Unternehmen, die gebündelte Produkte und Services anbieten, maximieren den Mehrwert für die Kunden und heben Synergien zwischen den Angeboten der Partner. Unternehmen können unterschiedliche Rollen in solchen Ökosystem ausfüllen – als Anbieter der zentralen Plattform, als Content-Lieferant, Systemintegrator oder Komponentenanbieter.

Grundsätzlich steigt der Bedarf für Ökosysteme – schließlich kann in einer immer komplexeren und schnelleren Welt kein Unternehmen alles selbst leisten. Durch Covid-19 ergeben sich in bestehenden Ökosystemen teilweise Chancen durch ausfallende Partner, da dann Rollen neu zu besetzen sind. Darüber hinaus gibt es krisenbedingt neue Kundenbedarfe (bspw. im Zuge der „Low-Touch Economy“), die Chancen für die Etablierung neuer Ökosysteme schaffen, wie dies im Rahmen des #WirVsVirus-Hackathons der Bundesregierung schon in ersten Ansätzen erkennbar war.

Jetzt richtig loslegen

Mit einem systematischen Vorgehen gelingt eine erfolgreiche digitale Transformation, die das Unternehmen profitabler, zukunftsfähiger, schneller und flexibler macht. Covid-19 hat die Rahmenbedingungen dafür zwar stark verändert, jedoch bieten sich damit auch enorme Chancen für strategisch agierende Unternehmen und mutige Investoren. Nutzen Sie die neuen Möglichkeiten! 

Unser Autor Jan Rodig ist Partner bei Struktur Management Partner.


  1. Fünf Zutaten, damit die digitale Transformation gelingt
  2. Mit einer „digitalen“ Unternehmenskultur tun sich die meisten traditionellen Unternehmen schwer

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