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20 Jahre Greencard

Deutschland - noch kein Sehnsuchtsort für die IT-Elite

27. Juli 2020, 09:30 Uhr   |  Newsdesk, sc

Deutschland - noch kein Sehnsuchtsort für die IT-Elite
© Bitkom

Bitkom-Präsident Achim Berg.

Vor 20 Jahren am 1. August 2000 startete die Greencard für IT-Experten. Damit hatte Deutschland seinen Arbeitsmarkt erstmals für Top-Spezialisten von außerhalb Europas geöffnet. Für Bitkom-Präsident Achim Berg ein wichtiger Anfang, aber noch nicht ausreichend.

Zur Bedeutung dieser Maßnahme für den deutschen Arbeitsmarkt erklärt Bitkom-Präsident Achim Berg:

„Mit der Greencard ist vor 20 Jahren ein epochaler Durchbruch gelungen. Erstmals hatte Deutschland seinen Arbeitsmarkt für Top-Spezialisten von außerhalb Europas geöffnet. Es ging nicht um Hilfskräfte aus den Armutsregionen Europas, die als Gastarbeiter angeworben wurden. Es ging um hochqualifizierte und international umworbene Experten aus der ganzen Welt. Der strukturelle Mismatch zwischen der Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern und dem entsprechenden inländischen Angebot brauchte eine Antwort, und diese Antwort war die Greencard.17.000 IT-Spezialisten nahmen die Einladung an, innerhalb von etwas mehr als vier Jahren.

Mit der Greencard hat sich der Blick auf unser Land verändert. Es wurde klar, dass wir qualifizierte Zuwanderung brauchen, wenn wir unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erhalten und steigern wollen. Klar wurde auch, dass wir uns anstrengen müssen, wenn wir Spitzenkräfte für Deutschland gewinnen wollen. Wer meint, Deutschland sei der Sehnsuchtsort der weltweiten IT-Elite, der irrt.
Weiterhin sind IT-Jobs unbesetzt, zum Ende des Jahres 2019 waren es 124.000. Aktuell ist diese Zahl coronabedingt gesunken, aber der Mangel ist selbst in der Krise noch da. Die deutsche IT-Branche kann dadurch mögliche Umsätze von jährlich bis zu einer Milliarde Euro nicht realisieren, wichtige Digitalisierungsprojekte in Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung verzögern sich oder lassen sich nicht umsetzen. Unser Wirtschaftsstandort ist zwingend auf ausländische Spezialisten angewiesen.
Um Deutschland attraktiver für internationale Experten zu machen, müssen wir bürokratische Hürden senken, Verfahren vereinfachen und die Fachkräfte und ihre Familien willkommen heißen. Mit dem Fachkräftezuwanderungsgesetz hat die Bundesregierung Anfang des Jahres einen wichtigen Schritt in diese Richtung gemacht. Die Greencard war der Türöffner zu diesem Gesetz und damit zu einer dauerhaften Lösung für den deutschen Arbeitsmarkt. Sie war auch ein Symbol für die neue deutsche Offenheit. Für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft wird es künftig noch entscheidender sein, wie schnell und gut sie ihren Bedarf an Digitalexperten decken kann.“

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