Neue Familie mit Prozessorkernen

RISC-V-IP für MCUs, CPUs und funktional sichere Automotive-CPUs

7. Dezember 2021, 8:23 Uhr | Iris Stroh
Halbleiter-Design
© Adobe Stock/denisismagilov

Imagination Technologies hat mit Catapult eine RISC-V-Prozessorkernfamilie entwickelt, die in vier Varianten auf den Markt gebracht werden soll: IP für MCUs, IP für Echtzeitsysteme, IP für Applikationsprozessoren und CPU-IP für funktional sichere Automotive-Anwendungen.

Die Catapult-Familie mit Mikrocontroller-IP werden laut Imagination Technologies bereits in in SoCs von Imagination-Kunden eingesetzt, die Echtzeit-Varianten sind ebenfalls ab sofort verfügbar. Die Prozessorkerne für Anwendungsprozessoren und für ISO 26262-Anwendungen sollen 2022 folgen.

Die Catapult-CPUs eigenen sich für Märkte wie 5G-Modems, Speicher, ADAS/autonome Fahrzeuge, Rechenzentren und Hochleistungscomputer. Die Prozessorkerne unterstützen Multithreading, stehen sowohl als 32-Bit- wie auch als 64-Bit-Variante zur Verfügung und können je nach Anwendungsbedarf konfiguriert werden. Für ein Multicore-System können bis zu acht asymmetrische, kohärente Kerne pro Cluster verbunden werden, darüber hinaus besteht die Möglichkeit, kundenspezifische Beschleuniger hinzuzufügen.

Tim Mamtora, Chief of Innovation von Imagination, sagt: »Mit dem wachsenden Bedarf an Rechenleistung in der Cloud, im Edge und in Geräten wächst die Herausforderung, riesige Datenmengen bei eng begrenztem Platz- und Energiebudget zu verarbeiten. Heterogene Architekturen sind der Schlüssel zu Leistung, Flexibilität und Ausfallsicherheit, wenn es darum geht, eine immer größere Anzahl von Workloads zu beschleunigen.« Die Catapult-CPUs bieten eine vollständige Hardware-, Software- und Debug-Unterstützung für SoCs, die mit weiterem Imagination-IP ausgestattet sind, sprich mit den GPU-, AI- und EPP-Cores (Ethernet Packet Processor). Imagination stellt Leistungsmodelle von Catapult zur Verfügung, so dass SoC-Entwickler ihre Anwendungsanforderungen modellieren und die richtigen Rechenelemente auswählen können.

Die Catapult-CPUs für den Automobilbereich sind gemäß den Vorgaben der ISO 26262 entwickelt worden und können somit in Halbleitern integriert werden, die die unterschiedlichen ASIL-Anforderungen erfüllen müssen. Darüber hinaus betont Imagination, dass die neuen CPUs außerdem auf industrieerprobten Security-Konzepten basieren.

Mike Demler, Senior Analyst, The Linley Group, erklärt: »Dank der umfassenden Erfahrung mit anderen CPU-Architekturen heben sich die neuen Catapult-Cores von Imagination in Kombination mit den GPUs und KI-Beschleunigern des Unternehmens von anderen RISC-V-IP-Anbietern ab. Mit einem CPU-Angebot, das von Mikrocontroller-Cores bis hin zu Applikationsprozessoren reicht, ist Imagination der neue Mitbewerber, den man im Auge behalten sollte.«

Catapult SDK und Catapult Studio

Die Catapult-CPUs werden mit einem SDK geliefert, das erweiterte Versionen von Build- und Debug-Tools wie GCC, LLVM und GDB, optimierte C-Bibliotheken und die IDE von Imagination (Catapult Studio) enthält. Catapult Studio basiert auf »Visual Studio Code«, mit zusätzlichen Funktionen für die Embedded- und RISC-V-Entwicklung und für eine enge Integration in das SDK

Das Catapult SDK ist für Windows, Ubuntu, CentOS und MacOS verfügbar und beinhaltet sowohl FreeRTOS als auch die volle Unterstützung für Linux, einschließlich Referenz-Bootloader, Kernel und Yocto-basierte Dateisysteme.

Da die Catapult-CPUs mit der RISC-V ISA konform sind, steht für die Entwicklung das RISC-V-Ecosystem mit Software und Tools zur Verfügung.

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