Deutsche Elektro- und Digitalindustrie

Plus 4,7 Prozent im November

8. Dezember 2022, 7:54 Uhr | Heinz Arnold
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Im November haben die Bestellungen in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie um 4,7 Prozent zugelegt, nachdem sie im Vormonat noch stagnierten hatten.

»Der jüngste Zuwachs fiel allerdings nur halb so hoch aus wie im Durchschnitt des dritten Quartals«, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Während die Inlandsaufträge im Oktober auf der Stelle traten (+ 0,2 Prozent), steigen die Auslandsorders um 8,5 Prozent. Dabei gingen aus dem Euroraum 14,9 Prozent mehr neue Aufträge ein als vor einem Jahr, aus Drittländern waren es 5,2 Prozent mehr.

Die gesamten ersten zehn Monaten dieses Jahres betrachtet, konnte der nominale Bestellwert das Vorjahreslevel um 11,1 Prozent übertreffen. Hier lagen die Inlands- und Auslandsorders 9,3 bzw. 12,5 Prozent im Plus. Kunden aus der Eurozone erhöhten ihre Bestellungen zwischen Januar und Oktober um 16,9 Prozent. Die Auftragseingänge von Geschäftspartnern aus Drittländern stiegen im gleichen Zeitraum um 10,1 Prozent gegenüber Vorjahr.

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Die reale, also preisbereinigte Produktion elektrotechnischer und elektronischer Güter ist im Oktober 2022 um 2,8 Prozent gegenüber Vorjahr gestiegen. »Es war der vierte Monat mit auf Jahressicht verzeichnetem Anstieg in Folge«, so Gontermann. In den ersten zehn Monaten kam der Branchenoutput damit auf einen Zuwachs von 3,4 Prozent gegenüber 2021.

Mit 18,8 Mrd. Euro lagen die nominalen Erlöse der deutschen Elektro- und Digitalunternehmen im Oktober 2022 um 12,8 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Der Inlandsumsatz zog um 11,0 Prozent auf 8,9 Mrd. Euro an. Die Geschäfte mit Kunden aus dem Ausland stiegen um 14,3 Prozent auf 9,9 Mrd. Euro. Dabei wurden mit dem Euroraum 3,5 Mrd. Euro erlöst – 10,6 Prozent mehr als im Jahr davor. Der Umsatz mit ausländischen Partnern aus der Nicht-Eurozone nahm im Oktober um 16,4 Prozent auf 6,4 Mrd. Euro zu.

In den zusammengenommenen ersten zehn Monaten dieses Jahres kam der aggregierte Branchenumsatz auf 182,9 Mrd. Euro, womit er um 11,7 Prozent höher lag als im Vorjahr. Hier legten die Inlandserlöse (+ 13,8 Prozent auf 86,7 Mrd. Euro) stärker zu als die Auslandserlöse (+ 10,0 Prozent auf 96,2 Mrd. Euro). Mit Partnern aus dem Euroraum wurden zwischen Januar und Oktober 34,3 Mrd. Euro umgesetzt – ein Zuwachs von 7,4 Prozent gegenüber Vorjahr. Der Erlös mit Drittländern steigerte sich um 11,6 Prozent auf 61,9 Mrd. Euro.

Während die Unternehmen ihre Produktionspläne im November weiter etwas abwärts revidierten, setzten sie ihre Beschäftigungspläne herauf. Der Saldo aus Firmen, die in den nächsten drei Monaten mit mehr bzw. weniger Output kalkulieren, gab gegenüber Oktober von plus sieben auf plus fünf Prozentpunkte nach. Bei den Beschäftigungsabsichten stieg der entsprechende Saldo von plus sieben auf plus elf Zähler an. Zuletzt waren 894.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie tätig, ein Zuwachs von 2,5 Prozent gegenüber der Situation vor einem Jahr.

»Das Geschäftsklima in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie hat im November dieses Jahres den nunmehr fünften Monat in Folge nachgegeben. Immerhin fiel der jüngste Rückgang sehr moderat aus«, sagte Gontermann. »Zwar verschlechterte sich die Lagebeurteilung gegenüber dem Vormonat deutlich, die Erwartungen erholten sich jedoch.«


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