Fatal für Elektronikproduzenten

Shenzhen bis 20. März im Covid-Lockdown

14. März 2022, 15:38 Uhr | Karin Zühlke
Schmuckbild Corona/Luftverschmutzung
© Pcess609 / Adobestock

Die Regierung von Shenzhen, China, hat für eine Woche bis zum 20. März einen Covid-Lockdown verhängt. Die Region ist ein Produktions-Mekka.

Der in Taiwan ansässige Touchpanel-Hersteller GIS wird den Betrieb seiner Fabriken in Shenzhen im Zuge der am Abend des 13. März angekündigten Sperre für eine Woche aussetzen. Die Produktion von GIS in Shenzhen macht etwa 30 % der Gesamtkapazität des Unternehmens aus, und das Unternehmen plant, flexiblere Arbeitszeiten in seinen Werken in Chengdu und Wuxi - beide in China - einzuführen, um die Lücke zu schließen. GIS geht davon aus, dass sich die Auswirkungen in Grenzen halten werden, wird aber die Verkäufe und Auftragseingänge der Kunden langfristig weiter beobachten.

Die taiwanesischen Leiterplattenhersteller Avary (eine Tochtergesellschaft von Zhen Ding), Unimicron Shenzhen und die Tochtergesellschaft von Global Brands Manufacture in Shenzhen haben die Produktion in ihren Fabriken ebenfalls ausgesetzt. In der Ankündigung von Avary heißt es, dass die anderen Werke des Unternehmens Unterstützung leisten werden, um die Nachfrage der Kunden zu befriedigen, während Unimicron davon ausgeht, dass die Schließung nur begrenzte Auswirkungen auf den Betrieb haben wird, da die Tochtergesellschaft nur weniger als 3 % der Gesamteinnahmen des Unternehmens beiträgt. Auch Global Brands Manufacture geht davon aus, dass die Schließung der Werke seiner Tochtergesellschaft nur geringe Auswirkungen haben wird.

Der Drosselspulenhersteller King Core wird seine Werke in Shenzhen ebenfalls schließen und auf weitere Mitteilungen der örtlichen Regierung warten.

In Shanghai teilte der Leiterplattenbohrerhersteller Topoint mit, dass das Unternehmen einen 48-stündigen COVID-19-Test durchführen wird, um der Aufforderung der örtlichen Regierung nachzukommen. Der Test wird am 15. März um 8 Uhr morgens enden.

Der Kühlmodulhersteller Asia Vital Components (AVC) teilte mit, dass seine beiden Produktionsniederlassungen in Shenzhen den Betrieb am 14. März eingestellt haben und vor der Wiederaufnahme des Betriebs die Mitteilungen der örtlichen Behörden abwarten werden.

AVC wies auch darauf hin, dass die Bestände in den Lagern in Übersee ausreichen sollten, um die kurzfristige Nachfrage der Kunden zu befriedigen, und dass das Unternehmen nun seine anderen Fabriken veranlasst, die fehlenden Kapazitäten zu decken. Wenn die Sperrung innerhalb einer Woche aufgehoben wird, wird das Unternehmen keine größeren Auswirkungen auf seinen Betrieb haben.

Auch der Ventilatorenhersteller Yen Sun Technology hat seine Fabriken in Dongguan aufgrund der Maßnahmen der Regierung geschlossen. Bislang hat die Maßnahme keine größeren Auswirkungen auf das Geschäft von Yen Sun. Da Yen Sun noch Formen in seinen anderen Werken hat, wird das Unternehmen keine Probleme haben, seine Kunden weiterhin mit Produkten zu beliefern.

Der Anbieter von Unterhaltungselektronik Airmate hat seine Werke in Shenzhen vom 14. bis zum 20. März geschlossen, aber die Wiederaufnahme der Produktion hängt noch von der Benachrichtigung der örtlichen Regierung ab.

Da die Montage und die Herstellung von Komponenten für Notebooks entweder in Ostchina oder in Chongqing erfolgt, haben die ODMs und Komponentenhersteller von Notebooks bisher noch keine Auswirkungen von Shenzhens Schließung gespürt. Da es sich bei den in Shenzhen hergestellten Komponenten meist um solche handelt, für die die ODMs bereits Überbestände aufgebaut haben, ist es unwahrscheinlich, dass es in nächster Zeit zu größeren Lieferproblemen kommt. Da Shenzhen jedoch ein wichtiger Hafen für die Verschiffung von Notebooks ist, könnte dies zu Problemen im derzeitigen globalen Logistiksystem führen, in dem es bereits zu erheblichen Verzögerungen kommt.

Die Mitarbeiter von AU Optronics (AUO) in der Niederlassung in Shenzhen haben bereits begonnen, von zu Hause aus zu arbeiten. Das Unternehmen will den Stand der Pandemie genau beobachten und seine Arbeitsmethoden anpassen. Bislang ist der Betrieb des Unternehmens nicht beeinträchtigt.

Auch das iPhone ist betroffen

Die Foxconn-Werke in Shenzhen werden ebenfalls vorübergehend stillgelegt. Foxconn produziert dort u. a. für Apple iPhones. Da Foxconn bereits mehrere Ausweichwerke vorbereitet hat, hat das Unternehmen damit begonnen, Aufträge auf die Ausweichwerke zu verlagern, um die Auswirkungen der Schließung zu minimieren. Foxconn hat außerdem mit der Durchführung von COVID-19-Tests für alle seine Mitarbeiter in den örtlichen Fabriken begonnen.

 


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