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Raus aus dem Tal der Tränen

Es geht aufwärts in der Produktion

07. Juli 2020, 10:14 Uhr   |  Karin Zühlke

Es geht aufwärts in der Produktion
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Die Einkäufer bestellen wieder mehr: Demzufolge hat sich der massive Produktionsrückgang in der deutschen Industrie laut BME im Juni weiter abgeschwächt.

Das signalisiert der IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI), der saisonbereinigt bei 45,2 Punkten notierte und damit nach 36,6 im Vormonat einen kräftigen Sprung nach oben machte. Nichtsdestotrotz blieb der deutsche PMI – wie bereits seit Anfang 2019 – immer noch deutlich unter der Wachstumsschwelle von 50,0 Punkten, teilte der englische Finanzdienstleister IHS Markit in London mit.

Wie die jüngsten Umfrageergebnisse von IHS Markit weiter zeigen, nahmen mehr und mehr Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes ihre Geschäftstätigkeit wieder auf. Deshalb fielen die Rückgänge bei Produktion und Auftragseingang so gering aus wie seit Februar nicht mehr, womit sie sich weiter von den Allzeittiefs im April entfernen.

„Die aktuellen EMI-Daten zeichnen ein widersprüchliches Bild. Einerseits signalisieren sie eine deutliche Wiederbelebung der Industrie; andererseits bleibt die Nachfrage weiterhin verhalten, betonte Dr. Silvius Grobosch, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Dienstag in Eschborn. Trotzdem sei die einsetzende Konsolidierung des Verarbeitenden Gewerbes ein Hoffnungsschimmer für eine baldige konjunkturelle Erholung.

„Laut EMI zeichnet sich eine V-Erholung ab, oder dann, wenn der Anstieg wieder auf einem Plateau gelandet ist, ein Wurzelzeichen. Beides wäre ein gutes Zeichen für die Konjunktur“, kommentierte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Dienstag auf BME-Anfrage die aktuellen EMI-Daten. Nach einem schwachen ersten Quartal läge dann der Tiefpunkt im zweiten Quartal mit einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von geschätzt sieben Prozent im Quartalsvergleich. Ab dem dritten Quartal wären dann wieder positive Raten zu erwarten. „Im Jahresdurchschnitt ergäbe sich gemäß unserer Prognose ein Rückgang von fünf Prozent. Damit wäre die Rezession bei uns weniger stark als in der Finanzkrise (-5,7 Prozent). Insbesondere die massiven fiskalpolitischen Maßnahmen führen zu dem im internationalen Vergleich doch eher verhaltenem Rückgang“, fügte die Helaba-Bankdirektorin hinzu.

„Die Entwicklung der Einkaufsmanager-Indizes im Juni nährt die Hoffnung einer Rückkehr auf den Wachstumspfad“, sagte Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, am Dienstag dem BME. Ernüchternd sei allerdings, dass vielfach diese Verbesserung noch nicht aus den tatsächlichen Verbesserungen des Geschäftsverlaufs, sondern aus Einschätzungen und Erwartungen gespeist werde. „Die Konjunktur muss diese hohen Erwartungen in den kommenden Monaten erst noch einlösen“, so Kater abschließend.

„Die Lockerungen und Wiederaufnahme der Geschäftstätigkeit sind der Grund dafür, dass sich der Ausblick bei den Unternehmen leicht verbessert“, teilte Katharina Huhn, Leiterin des Referats Konjunktur, Wachstum, Unternehmensbefragungen im DIHK, am Dienstag dem BME mit. Es sei erfreulich, dass wieder Bewegung bei den Aufträgen zu verzeichnen ist. Aber: Die aktuelle DIHK-Blitzumfrage bei über 8.000 Unternehmen zeige, dass vier von fünf Betrieben massive Umsatzrückgänge verkraften müssen – diese Rückgänge können laut Huhn im laufenden Jahr nicht mehr aufgeholt werden. Die Hälfte der Betriebe rechne frühestens 2021 mit einer Rückkehr zur geschäftlichen Normalität. Auf Basis der Unternehmensantworten erwarte der DIHK für das laufende Jahr einen Rückgang des Bruttoinlandproduktes von zehn Prozent.

Zur jüngsten Entwicklung des EMI-Teilindex Einkaufspreise sagte Dr. Heinz-Jürgen Büchner, Managing Director Industrials, Automotive & Services der IKB Deutsche Industriebank AG, am Dienstag dem BME: „Bei den meisten Industrierohstoffen scheint der preisliche Tiefpunkt durchschritten. Insbesondere die Rohölpreise haben sich im Verlauf des Juni 2020 deutlich belebt. Die höheren Notierungen wurden in der Kunststoffwertschöpfungskette weitgehend durchgereicht. Dementsprechend verteuerten sich auch die wichtigsten Kunststoffe, mit Ausnahme von PET. Während die NE-Metalle fast durchgängig deutlich teurer wurden, kamen die Stahlpreise ab Mitte Juni nochmals unter Druck. Bei höheren Erzpreisen und weitgehend stabilen Schrottnotierungen verengten sich die Margen kräftig. Ursache ist hier neben einer schwächer als erwarteten Nachfrage vor allem der zunehmende Importdruck insbesondere aus Südeuropa.“

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1. Es geht aufwärts in der Produktion
2. Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick

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