Schwerpunkte

Umweltfreundlicher Zinnabau

Stannol und Minespider arbeiten zusammen

13. Oktober 2020, 12:54 Uhr   |  Anja Zierler

Stannol und Minespider arbeiten zusammen
© Stannol

Von links nach rechts: Ingo Lomp (Projektmanagement Stannol), Yaser Hammadi (Projektmanager Minespider), Marco Dörr (Geschäftsführer Stannol), Nathan Williams (Gründer & Geschäftsführer Minespider), Lee Williams (Regulatory Specialist Minespider)

Für einen fairen Zinnhandel setzen sich Lötmittelhersteller Stannol und das Tech-Startup Minespider ein. Erreichen wollen sie dies mit einer Blockchain.

Um ihren Ziel einen Schritt näher zu kommen, haben sich die 140-jährige Traditionsfirma Stannol und das Startup Minespider mit Sitz in Berlin und der Schweiz zusammengeschlossen. Mithilfe einer dezentralen Datenbank wollen die beiden Unternehmen Informationen fälschungssicher und geschützt übermitteln - Kopien und Manipulationen seien somit ausgeschlossen.

Bisher noch kein Zertifikat für fairen Zinnabbau

Als erster Lötmittelhersteller weltweit hat Stannol schon 2014 einen Lötdraht auf den Markt gebracht, der ohne Ausbeutung von Menschen und Umweltverschmutzung in Schwellenländern produziert wird. Um weltweit einen fairen Zinnhandel durchzusetzen, ist laut Marco Dörr, Geschäftsführer von Stannol, mehr notwendig: »Es gibt zurzeit noch kein Zertifikat für einen fairen Zinnabbau. Wir wollen unseren Kunden aber Nachhaltigkeit garantieren. Deshalb haben wir nach einer Möglichkeit gesucht, wie wir die gesamte Lieferkette von der Mine bis zum Werk überwachen können. Die Partnerschaft mit Minespider ist jetzt der nächste Schritt in diese Richtung.«

Der Bedarf nach Zinn wächst ständig, denn es ist ein wichtiger Bestandteil in der Elektronik. Mit dem Material werden die einzelnen Bauteile auf einer Platine verlötet. Der Zinnanteil im Lot besteht aus über 95 Prozent. Das Metall wird zum größten Teil in Asien, Amerika und Afrika gewonnen – teilweise unter menschenunwürdigen und umweltbelastenden Bedingungen. 

Die Herkunft von Metallen und Mineralien im Blick

Das von Minespider entwickelte Blockchain-Protokoll ermöglicht es allen Beteiligten, die Herkunft von Metallen und Mineralien nachzuvollziehen — unabhängig von der Weiterverarbeitung entlang der Wertschöpfungskette. Das ermöglicht den Teilnehmern eine einfache sowie fälschungssichere Kommunikation relevanter Informationen. Am Ende der Lieferkette hat der Empfänger des Metalls dadurch einen besseren Überblick über die beteiligten Unternehmen und kann die nachhaltige Beschaffung nachweisen. Diese Transparenz schafft wiederum Anreize, nachhaltige Förder- und Verarbeitungsmethoden einzusetzen und kann zu höheren Marktanteilen führen. Gerade im Hinblick auf das von der Bundesregierung geplante Lieferkettengesetz sind Stannol und Minespider durch ihre Partnerschaft auf diesem Gebiet einen wichtigen Schritt voraus, sind sich die Unternehmer sicher. 

»Die Zeit für verantwortungsvolle Produkte ist gekommen«, so Nathan Williams, Geschäftsführer von Minespider. »Mit der Blockchain haben wir ein Tool an der Hand, um Korruption, Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung zu bekämpfen.«

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