Vom Versuchslabor zur Serienoption

Harting ordnet 3D-Druck neu

30. März 2026, 15:45 Uhr | Karin Zühlke
Neuer Kompetenzstandort: Der Banddurchschnitt markiert die Eröffnung des Center of Competence Additive Manufacturing im Werk Rahden. (v.l.n.r.: Frank Steinhauer, David Kirsch, Jörn Held, Heinz-Peter Einhoff und Marius Krato).
© Harting

Die Harting Technologiegruppe strukturiert ihre 3D-Druck Aktivitäten neu und bündelt sie im Werk Rahden. Dort ist ein „Center of Competence Additive Manufacturing“ entstanden, das als zentrale Anlaufstelle für Entwicklung, Erprobung und Anwendung additiver Verfahren dient.

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Ziel ist es, vorhandenes Know-how zusammenzuführen und systematisch weiterzuentwickeln. Von Rahden aus sollen zudem Standards, Methoden und technische Ansätze koordiniert und in die internationalen Standorte getragen werden.

Im Fokus des Zentrums stehen verschiedene 3D-Druckverfahren und Materialien. Sie werden bei Harting sowohl für Prototypen als auch für erste Anwendungen in der Serienfertigung eingesetzt. Anhand konkreter Bauteile wird untersucht, wie sich additive Fertigung in der Produktentwicklung, bei Fertigungshilfen oder für interne Komponenten nutzen lässt.

Jörn Held aus dem Bereich Industrial Engineering New Technologies verweist darauf, dass der Ausbau der Kompetenzen vor allem die technologische Eigenständigkeit stärken und neue Ansätze in Entwicklung und Fertigung ermöglichen soll.

Wissensaufbau

Ein zentraler Punkt ist der Wissensaufbau: Beim 3D-Druck greifen Konstruktion, Materialwahl und Produktionsprozess deutlich stärker ineinander als bei klassischen Verfahren. Entsprechend müssen Bauteile gezielt für additive Prozesse ausgelegt werden, um deren Vorteile – etwa bei Geometrie oder Gewicht – tatsächlich nutzen zu können. Gleichzeitig geht es darum, reproduzierbare Qualität sicherzustellen.

Die Erwartungen an die Technologie sind dabei eher operativer Natur: kürzere Entwicklungszeiten, flexiblere Variantenfertigung und anpassungsfähigere Prozesse. Das neue Zentrum soll diese Ansätze bündeln und für verschiedene Unternehmensbereiche zugänglich machen.

Auch Heinz-Peter Einhoff, verantwortlich für das Center of Excellence Industrial Engineering, sieht die Aufgabe vor allem darin, additive Fertigung schrittweise in industrielle Anwendungen zu überführen und unternehmensweit nutzbar zu machen.

Hintergrund

Additive Fertigung (3D-Druck) bezeichnet Verfahren, bei denen Bauteile schichtweise aus digitalen Modellen aufgebaut werden. Im Unterschied zu subtraktiven Methoden wird Material gezielt hinzugefügt statt entfernt. 

Prototyping steht für die schnelle Herstellung von Funktionsmustern, um Entwürfe und Prozesse frühzeitig zu testen.


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