Der EMS-Dienstleister GPV Group hat im Geschäftsjahr 2025 seine Profitabilität und den operativen Cashflow trotz eines Umsatzrückgangs deutlich verbessert. Der EMS-Markt bleibt angespannt.
Das Unternehmen, das sich im Besitz des börsennotierten dänischen Industriekonzerns Schouw & Co. befindet, erzielte einen Jahresumsatz von 8,7 Mrd. DKK – ein Rückgang von drei Prozent gegenüber 2024.
Trotz der leicht rückläufigen Erlöse konnte GPV seine Ergebniskennzahlen verbessern. Das EBITDA stieg im Gesamtjahr um drei Prozent auf 641 Mio. DKK (2024: 625 Mio. DKK). Die Entwicklung spiegelt eine kontinuierliche Margenverbesserung im Jahresverlauf wider. Im Ergebnis enthalten sind einmalige Umstrukturierungskosten in Höhe von 17 Mio. DKK im Zusammenhang mit der Optimierung der operativen Präsenz sowie Abfindungszahlungen.
Im vierten Quartal 2025 erreichte GPV einen Umsatz von 2,1 Mrd. DKK und lag damit auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Das EBITDA verbesserte sich im gleichen Zeitraum jedoch deutlich um 23 Prozent auf 170 Mio. DKK.
Besonders stark entwickelte sich der operative Cashflow, der 2025 auf 744 Mio. DKK anstieg, nachdem er im Vorjahr noch bei 291 Mio. DKK gelegen hatte. Gleichzeitig reduzierte das Unternehmen sein Betriebskapital um 14 Prozent auf 2,3 Mrd. DKK. Auch die Kapitalrendite verbesserte sich: Der ROIC ohne Goodwill stieg von 8,1 Prozent im Jahr 2024 auf 9,0 Prozent.
„Das Jahr 2025 war geprägt von einer Normalisierung der Nachfrage, aber auch von anhaltender Volatilität aufgrund von Zöllen, dies gleichlaufend mit kontinuierlichen operativen Verbesserungen. Während sich die Gesamtnachfrage eher flach entwickelte, sehen wir in bestimmten Segmenten, darunter Transport und Eisenbahn, CleanTech, Mess- und Regeltechnik sowie HighTech-Konsumgüter, in denen für 2026 ein Nachfrageanstieg von fünf bis acht Prozent erwartet wird, nun erste Anzeichen einer Erholung. Wir haben unsere Rentabilität im Laufe des Jahres gestärkt und unseren Cashflow sowie unsere Kapitaleffizienz deutlich verbessert. Damit haben wir sowohl für unsere Kunden als auch für uns eine solide Grundlage für das kommende Jahr geschaffen,“ sagt Bo Lybæk, CEO der GPV.
Parallel zur operativen Entwicklung setzte GPV 2025 seine strukturelle Optimierung des globalen Produktionsnetzwerks fort. So wurden die Elektronikaktivitäten in der Slowakei vollständig an den vergleichsweise neuen Mega-Standort Piestany sowie den Standort Nova Dubnica konsolidiert. Auch in anderen Bereichen wurden Produktionsaktivitäten gebündelt: Mechanikfertigung in Bangkok, Kabelbaumproduktion in der Slowakei und in Sri Lanka.
Zudem wurden Erweiterungen von Produktionskapazitäten vorangetrieben. Der Ausbau der Standorte in Thailand und der Slowakei wurde im Laufe des Jahres abgeschlossen. In Mexiko startete die erste Phase einer Erweiterung des dortigen Standorts; die finale Phase soll Anfang 2027 abgeschlossen sein. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die regionale Präsenz zu stärken, Kundenstrategien besser zu unterstützen und Kapazitäten für zukünftiges Wachstum zu sichern. Gleichzeitig sollen eine niedrigere Kostenbasis, höhere Effizienz und eine bessere Auslastung erreicht werden.
Verteidigungssektor gewinnt an Bedeutung
Neben klassischen Industrie- und Elektronikanwendungen entwickelt sich auch der Verteidigungssektor zunehmend zu einem wichtigen Markt für GPV. Das Unternehmen verfügt hier über langjährige Kundenbeziehungen, branchenspezifische Zertifizierungen sowie spezialisierte Kompetenzen. 2025 entwickelte sich die Pipeline in diesem Bereich positiv, sodass GPV seine Aktivitäten mit europäischen und internationalen Kunden ausbauen konnte.
Die globale Materialversorgung gilt insgesamt als relativ stabil. Allerdings sorgt die stark wachsende Nachfrage aus KI- und Rechenzentrumsanwendungen für Engpässe bei bestimmten Speicherchips. Die Folge sind steigende Preise, längere Lieferzeiten und Allokationsprobleme, die nach Einschätzung des Unternehmens bis mindestens 2026 anhalten könnten. Eine deutliche Markterholung erwartet GPV derzeit erst in den Jahren 2027 oder 2028.
Um auf diese Situation zu reagieren, hat das Unternehmen eine spezielle „Memory Task Force“ eingerichtet und arbeitet eng mit Lieferanten und Kunden zusammen.
„Die aktuelle Situation bei Speicherkomponenten erfordert Aufmerksamkeit, und wir stehen sowohl mit Kunden als auch mit Lieferanten in engem Kontakt. Transparenz und frühzeitige Planung sind in der aktuellen Situation von entscheidender Bedeutung. In diesem Zusammenhang sind unser starkes Lieferantennetzwerk und die langjährige Zusammenarbeit mit unseren Kunden wichtige Stärken“, so Lybæk.
Trotz weiterhin schwer vorhersehbarer Nachfrage und anhaltender Marktvolatilität sieht sich GPV für das laufende Jahr gut positioniert. Für 2026 erwartet das Unternehmen einen Umsatz zwischen 8,5 und 9,0 Mrd. DKK – damit etwa auf dem Niveau von 2025.
Beim Ergebnis rechnet GPV hingegen mit einem deutlicheren Wachstum. Das EBITDA soll voraussichtlich im Bereich von 690 bis 750 Mio. DKK liegen. Treiber dieser Entwicklung sollen weitere Margenverbesserungen durch strukturelle Optimierungen, Effizienzsteigerungen und eine bessere Kapazitätsauslastung sein.
„Wir sind zwar auf anhaltende Marktvolatilität vorbereitet, haben uns nun aber besser positioniert als noch vor einem Jahr. Mit einer strafferen Kostenbasis und einer verbesserten Auslastung steht die GPV stark da, und wir erwarten für 2026 eine weitere Verbesserung der Ertragslage“, führt Lybæk abschließend aus.