Fertigung aus der Cloud

Siemens und Alibaba bringen Cloud-Simulation in die Fertigung

30. März 2026, 16:01 Uhr | Karin Zühlke
© Alibaba

KI rückt in Engineering und Fertigung immer stärker ins Zentrum industrieller Innovation. Siemens und Alibaba Cloud erweitern deshalb ihre Partnerschaft, um Kunden in China cloudbasierte Simulationslösungen für Computer-Aided Engineering (CAE) bereitzustellen.

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KI rückt in Engineering und Fertigung immer stärker ins Zentrum industrieller Innovation. Siemens und Alibaba Cloud erweitern deshalb ihre Partnerschaft, um Kunden in China cloudbasierte Simulationslösungen für Computer-Aided Engineering (CAE) bereitzustellen.

Während Unternehmen ihre digitale Transformation forcieren, entwickelt sich künstliche Intelligenz zum zentralen Innovationstreiber – insbesondere in Fertigung, Engineering und Produktentwicklung. Marktzahlen unterstreichen diese Dynamik: Laut International Data Corporation sollen die weltweiten Ausgaben für KI bis 2028 die Marke von 600 Milliarden US-Dollar überschreiten. PwC prognostiziert zudem einen Beitrag von bis zu 15,7 Billionen US-Dollar zur globalen Wirtschaft bis 2030. Vor allem industrielle Anwendungen wie Simulation, Designoptimierung und digitale Zwillinge gelten als zentrale Hebel für Effizienz und Innovation in der Fertigung.

Auf dem Siemens RXD Summit in Peking betonte Joe Tsai die rasante Entwicklung von KI sowie die wachsende Bedeutung skalierbarer Cloud-Infrastrukturen. Fortschritte bei großen Sprachmodellen und KI-Agenten würden die Wissensarbeit grundlegend verändern. Solche Systeme seien zunehmend in der Lage, Aufgaben zu planen, Schlussfolgerungen zu ziehen und mit Unternehmensdaten zu interagieren. Tsai bezeichnete sie als „virtuelle Wissensarbeiter“ – mit erheblichem Potenzial auch für industrielle Prozesse, etwa bei der Automatisierung von Engineering-Workflows oder der Auswertung komplexer Simulationsdaten.

Cloudbasierte Simulation für die Fertigung

Kern der erweiterten Partnerschaft ist die Bereitstellung von CAE als Infrastructure-as-a-Service (IaaS) in China. Dafür kombiniert Siemens sein Simulationsportfolio mit der Cloud- und Recheninfrastruktur von Alibaba Cloud. Für Fertigungsunternehmen bedeutet das: Hochkomplexe Simulationen lassen sich künftig ohne eigene HPC-Infrastruktur durchführen – skalierbar, flexibel und bedarfsgerecht.

Siemens will seine cloudbasierten CAE-Lösungen auf der Plattform von Alibaba Cloud validieren und bereitstellen. Anwender erhalten Zugriff auf virtuelle Simulationsumgebungen sowie Hochleistungsrechner aus der Cloud. Gerade in der Fertigung eröffnet das neue Möglichkeiten, etwa für die schnellere Validierung von Produktionsprozessen, die Optimierung von Bauteilen oder die Absicherung von Designs bereits in frühen Entwicklungsphasen.

KI-Integration in Engineering-Workflows

Darüber hinaus prüfen die Partner die Integration der großen Sprachmodelle Qwen von Alibaba in die PLM-Software von Siemens. Ziel ist es, KI stärker in Engineering-Prozesse einzubetten – etwa zur Unterstützung bei Simulationen, zur automatisierten Analyse von Ergebnissen oder zur Generierung von Designvorschlägen.

Für die Fertigung könnte dies einen weiteren Schritt in Richtung durchgängig digitalisierter und KI-gestützter Wertschöpfungsketten bedeuten: von der Entwicklung über die Simulation bis hin zur Produktionsplanung und -optimierung.


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