Single Pair Ethernet

»SPE ist unaufhaltsam«

2. November 2022, 14:30 Uhr | Corinna Puhlmann-Hespen
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Jetzt zieht SPE in die Industrie ein: Die Hersteller von Verbindungstechnik haben die Produkte für Single Pair Ethernet auf Lager, auch die Chips sind da. Auf den kommenden Elektronik-Messen werden zudem erste SPE-fähige Feldgeräte zu sehen sein, neben Demonstratoren und Use Cases.

Es war den gestörten Lieferketten – und dadurch auch den gebundenen Kapazitäten in den Entwicklungsabteilungen – geschuldet, dass sich der SPE-Rollout verzögerte. Doch jetzt scheint die Implementierung von SPE an Fahrt aufzunehmen, auch abseits von Automotive.

Die Idee der einpaarigen Verkabelung stammt aus dem Fahrzeugbau, wo Platz- und Gewichtseinsparungen die zentralen Themen sind und wo sich die Netzwerktechnik bereits fest etabliert hat. Aber auch Industrieapplikationen können von der Miniaturisierung durch Single Pair Ethernet profitieren; hinzukommen hier noch weitere Vorteile wie Kabellängen bis 1000 anstatt einiger weniger Meter, hohe Datenraten und der Wegfall von Gateways aufgrund der durchgängigen Ethernet-Kommunikation. Derzeit geht vor allem die Prozessautomatisierung voran und setzt erste Applikationen mit Ethernet-APL um, basierend auf der SPE-Technologie (10BASE-T1L). Dem folgend wird Single Pair Ethernet sukzessive in Applikationen der Fabrikautomatisierung, der Gebäudeautomation sowie in die Bereiche Smart Infrastructure und Transportation einziehen.

»Single Pair Ethernet ist unaufhaltsam«, wie Simon Seereiner, Vorstand der SPE System Alliance (SPESA), betont. Auf dem ersten »Single Pair Ethernet Forum«, einem Kongress von Markt&Technik und LANline, präsentierte er eine Marktstudie der SPESA, die bis zum Jahr 2030 einen Zuwachs von rund 58 Mio. SPE-Knoten allein in der Fabrikautomation prognostiziert. Hintergrund: In der Automatisierung hat die Technologie das Potenzial, heute verbreitete Busnetzwerke zu verdrängen. Noch beeindruckender ist allerdings die Marktprognose, auf die sich Dr. Sara Ghaemi, Director Technical Development von Avnet Abacus, bezog: »Bis zum Jahr 2030 sind 500 Mio. SPE-Knoten wahrscheinlich, betrachtet man zudem den viel größeren Markt des IoT und IIoT.« Die spannende Phase der Implementierung startet jetzt, es gibt keinen Grund mehr, abzuwarten. 

Dass im Hintergrund bereits viel passiert, erläutert Matthias Fritsche, Senior Expert Ethernet von Harting. »Es liegt in der Natur der Sache, dass aktuell nur ein Bruchteil der laufenden Entwicklungen für SPE sichtbar sind. Dies sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass in vielen Entwicklungsabteilungen derzeit Gerätekonzepte mit SPE entwickelt und erprobt werden.«

Mehr dazu lesen Sie in unserem Special ab Seite 22 des Markt&Technik-E-Papers 43-2022.

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  • Erfolgreicher Auftakt: Single Pair Ethernet Forum

Starker Start – gute Perspektive für SPE: Beim 1. Forum Single Pair Ethernet – einer gemeinsamen Konferenz von Markt&Technik und LANline – trafen sich am 12. Oktober in München rund 80 Experten, um den Stand der Technik, aktuelle Entwicklungen und die Marktchancen des neuen Verbindungskonzepts zu diskutieren. Im Fokus stand ein anwendungsübergreifendes Programm, um die Technologie ganzheitlich zu präsentieren – von der Komponente bis zum System. In der begleitenden Ausstellung konnten die Teilnehmer die ersten SPE-Systeme und Implementierungen von Perinet, der SPE System Alliance, Börsig, EKF Elektronik, Yamaichi Electronics, Endress+Hauser sowie Telebyte betrachten.

Jetzt vormerken: Das nächste Forum Single Pair Ethernet findet am 26. Oktober 2023 im Forum am Schlosspark Ludwigsburg (bei Stuttgart) statt. 


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