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Not-Halt-Geräte müssen sicher arbeiten

Den Not-Halt bediensicher machen

18. Juni 2018, 15:26 Uhr   |  Andreas Knoll

Den Not-Halt bediensicher machen
© Schlegel

Funktion der selbstüberwachenden Not-Halt-Geräte von Schlegel

Not-Halt-Geräte versetzen Maschinen und Produktionsanlagen bei einer Fehlfunktion oder Fehlbedienung per Knopfdruck in den sicheren Zustand. Um aber sicherzustellen, dass die Not-Halt-Tasten immer eindeutig zu erkennen und auf gleiche Weise zu bedienen sind, bedarf es einiger technischer Kniffe.

Ein Plus an Sicherheit im Vergleich zu herkömmlichen Not-Halt-Geräten bieten beleuchtete Varianten, die den aktiven oder inaktiven Zustand der Taste mit Hilfe eindeutiger Farbgebung signalisieren. Sie unterliegen in Aufbau und Funktionsweise den Normen EN 60947-5-5 und EN ISO 13850. Die Georg Schlegel GmbH & Co. KG beispielsweise hat eine Vielzahl entsprechender Produkte im Portfolio. Zudem hat das Unternehmen einen Not-Halt mit Diagnoseeinheit entwickelt, die kontinuierlich den Zustand der Beleuchtung überwacht.

Produktionsanlagen werden heutzutage meist nicht mehr als Komplettsystem betrieben, sondern in einzelne Bereiche unterteilt, was den Vorteil hat, dass sie schneller an Produktionsänderungen angepasst werden können und im Ganzen ausfallsicherer sind. Der modulare Aufbau bringt aber auch andere Vorteile: So lassen sich die einzelnen Bereiche jeweils durch ein Not-Halt-Gerät absichern. Gibt es einen Fehler in der Produktion oder besteht Gefahr für eine Person, wird durch Betätigen der jeweiligen Not-Halt-Taste der entsprechende Teil der Anlage in einen sicheren Zustand gebracht, der Rest des Systems bleibt aber weiterhin in Betrieb. Beim Einsatz von Not-Halt-Geräten ist allerdings immer zu beachten, dass die Not-Halt-Funktion eine ergänzende Schutzmaßnahme ist und nicht als Ersatz für Schutzmaßnahmen oder Sicherheitsfunktionen angewendet werden darf.

Ein Not-Halt-Gerät besteht – vereinfacht dargestellt –aus einem roten Taster, dem sogenannten Pilzknopf, und einem Kontaktgeber, der mit der elektrischen Steuerung der Anlage verbunden ist. Wird der Pilzknopf in einer Notsituation betätigt, führt dies zum Öffnen der Kontaktbrücke im Kontaktgeber. Die elektrische Steuerung erkennt das Öffnen als Not-Halt-Signal und fährt die Anlage sofort in den sicheren Zustand. Durch das Betätigen wird der Pilzknopf zusätzlich verriegelt und lässt sich, je nach Ausführung, durch Drehen, Schlüsselentriegelung oder Ziehen entriegeln. Dies stellt sicher, dass die Anlage im sicheren Zustand verbleibt, bis der Schaden oder die Gefahr beseitigt ist.

Weil Not-Halt-Geräte ein wichtiger Sicherheitsaspekt für Mensch und Maschine sind, sollen verschiedene Maßnahmen den korrekten Gebrauch und die Funktionsfähigkeit sicherstellen: Um das versehentliche Auslösen eines Not-Halts durch Unachtsamkeit zu verhindern, muss zuerst ein gewisser Druckwiderstand überwunden werden, bevor der Taster komplett durchgedrückt werden kann und einrastet. Außerdem lässt sich der Zustand eines Not-Halts mittels einer Schaltstellungsanzeige erkennen.

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© Schlegel

Aktiv/Inaktiv-Not-Halt mit Diagnoseeinheit

Wer das Abschalten von Anlagen oder Maschinen durch Not-Halt-Geräte zuverlässiger machen will, kann durch einen zweiten Öffner-Kontakt ein redundantes System erzeugen. Das Signal zum Anhalten erfolgt dann auch, wenn einer der beiden Kontakte wegen eines elektrischen Fehlers (z.B. Leitungsunterbrechung, Kurzschluss) den neuen Zustand nicht signalisieren kann. Diese Sicherheitsmaßnahme versagt aber, wenn das Not-Halt-Gerät unsachgemäß montiert oder beschädigt wurde und der Pilzknopf nicht richtig mit dem Kontaktgeber verbunden ist. Das Betätigen der Not-Halt-Taste hat dann keine Auswirkung mehr auf den Kontaktgeber und bleibt wirkungslos.

Um auch diese Sicherheitslücke zu schließen, bietet Schlegel selbstüberwachende Not-Halt-Geräte an. Die Selbstüberwachung erfolgt über einen zusätzlichen Schließerkontakt. Ist der Pilztaster korrekt mit dem Kontaktgeber verbunden, ist auch die Verbindung zur elektrischen Steuerung vorhanden. Geht diese Verbindung zwischen Pilzknopf und Kontaktgeber jedoch verloren, verhält sich das Not-Halt-Gerät wie nach einer Betätigung der Not-Halt-Taste und löst das Signal zum Anhalten der Anlage aus.

Selbstüberwachung bedeutet daher: Sind Pilzknopf und Kontaktgeber nicht korrekt miteinander montiert, lässt sich das System nicht in Betrieb nehmen oder schaltet ab, wenn beide im laufenden Betrieb, etwa durch Abschlagen, getrennt werden.

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