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EMV-Filter

Umrichterausgänge störfrei halten

26. Oktober 2016, 14:52 Uhr   |  Alfred Goldbacher

Umrichterausgänge störfrei halten
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EMV-Probleme treten bei Frequenzumrichtern nicht nur am Eingang, sondern auch am Ausgang zum Verbraucher auf. Als Gegenmaßnahme bieten sich entsprechend geeignete Filter und Drosseln an, die u.a. Überspannungsschäden und Blindströme wirksam unterbinden.

Frequenzumrichter werden für die stufenlose Drehzahlreglung von Asynchron-Motoren eingesetzt. Bei Applikationen, in denen Umrichter und Motor über eine längere Leitung miteinander verbunden sind, treten parasitäre Kapazitäten zwischen den Leitern und gegen Erde auf. Hinzu kommt, dass die Anstiegszeit der Rechteckimpulse der Umrichter-Ausgangsspannung im Bereich von 5 bis 10 kV/µs liegt, was bei jedem Schaltvorgang zu hochfrequenten Strömen in der Leitung führt. Diese haben eine ganze Reihe von ungünstigen Auswirkungen:

Lange Motorleitungen weisen eine relativ hohe Induktivität auf und verursachen bei steilen Schaltflanken große Spannungsüberhöhungen.
© TDK/Epcos

Bild 1. Lange Motorleitungen weisen eine relativ hohe Induktivität auf und verursachen bei steilen Schaltflanken große Spannungsüberhöhungen.

  • Die Überlagerung der Leitung mit hochfrequenten Strömen verringert den zur Verfügung stehenden Strom für den Betrieb des Motors. Zum Ausgleich muss der Umrichter größer dimensioniert werden.
  • Störströme können bei langen Leitungen so groß werden, dass die Überstromschutzschaltung des Umrichters anspricht.
  • Hochfrequente Ströme verursachen mit ihrem hohen Schaltfrequenzgehalt Verluste in der Leitung wie auch im Motor.
  • Da ein Teil der hochfrequenten Ströme gegen Erde fließt, verursachen sie asymmetrische Störungen. Bei Verwendung ungeschirmter Motorleitungen würden dadurch unzulässig hohe Störfelder erzeugt, weshalb in der Regel kostspielige geschirmte Motorleitungen verwendet werden.
  • Die hohe Flankensteilheit der Umrichterspannung regt außerdem parasitäre Schwingkreise an, die aus Kabel- und Motorkapazitäten sowie Leitungsinduktivitäten bestehen. Deren Ausschwingvorgänge überlagern sich der Umrichterspannung. Dies führt vor allem auf der Motorseite zu kurzzeitigen Spannungsüberhöhungen, welche die Motor-Nennspannung weit überschreiten können (Bild 1) und durch Teilentladungen die Motorisolation belasten. Das wiederum kann zu einem Motorausfall führen.

In Summe ergeben sich daraus am Umrichterausgang folgende Probleme:

  • Große hochfrequente Blindströme in der Motorleitung
  • EMV-Probleme
  • Überspannung am Motor, bedingt durch die hohe Spannungssteilheit und die lange Motorleitung
  • Beschädigung der Motorisolation
  • Lagerschäden durch Ableitströme über die Motorlager
  • Motorgeräusche
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