Schwerpunkte

Induktivitäten, Drosseln und Filter

Störsignale unschädlich machen

09. Februar 2017, 10:48 Uhr   |  Alfred Goldbacher

Störsignale unschädlich machen
© Audrius Merfeldas - Shutterstock

Elektronikschaltungen zeigen seltenst ein ideales Verhalten. Sie erzeugen vielmehr störende Signale und/oder werden von außen durch Störfelder beeinflusst. Diese Einflüsse in Grenzen zu halten ist eine der Hauptaufgaben von Induktivitäten, Drosseln und Filtern.

In jeder Elektronikschaltung besitzen die verwendeten Bauteile induktive oder kapazitive Anteile und nehmen damit auf das Verhalten der Gesamtschaltung Einfluss. Und je höher die in der Schaltung verwendeten Takt- oder Signalfrequenzen ausfallen, desto wichtiger wird es, störende Signale bzw. Spannungsanteile zu erfassen und innerhalb tolerierbarer Grenzen zu halten.

Hier schlägt die Stunde der Induktivitäten, Drosseln und Filterbauteile, die für die unzähligen Einsatzfälle der Elektronikmodule immer wieder neu modifiziert und verbessert werden müssen. Bei der folgenden Zusammenstellung wird auffallen, dass viele aktuelle Neuentwicklungen insbesondere auf Anwendungen in der Kfz-Elektronik ausgerichtet sind. Der steigende Elektronik­anteil im Kraftfahrzeug trägt hier maßgeblich zu einer verstärkten Nachfrage bei.

Oberflächenmontierbare ­Leistungsinduktivitäten

Ein in Deutschland vielleicht nur Insidern bekannter Hersteller von Induktivitäten nennt sich kurz und prägnant ABC Taiwan Electronics. Er hat den Vertrieb im deutschsprachigen Raum exklusiv der Endrich Bauelemente Vertriebs GmbH übertragen. Die Firmenbezeichnung ABC wiederum steht für die Werte des Unternehmens: A für „Ambition“, B für „Best“ und C für „Capability & Competitiveness“. Das Unternehmen produziert ein sehr breit gefächertes Portfolio; so auch Keramikkühlkörper für LED-Applikationen.

Leistungsinduktivitäten
© ABC Taiwan Electronics

Bild 1. Leistungsinduktivitäten stehen bei ABC Taiwan Electronics in zahlreichen Ausführungen – u.a. als geschirmte Ausführungen mit Ringkernen aus Ferritmaterial – zur Verfügung.

Das größte Spektrum bietet der Betrieb aber in Sachen Induktivitäten an, wobei die Spannbreite bei Dünnschicht-Chipinduktivitäten beginnt und bei Leistungsinduktivitäten endet, die es in zahlreichen Ausführungen gibt, als geschirmte Ausführungen mit Ringkernen aus Ferritmaterial beispielsweise, die als ST0806 bis hin zu ST2412 in zahlreichen Größen zur Verfügung stehen (Bild 1). Die Bauteile sind sowohl für die Durchsteckmontage als auch für die Oberflächenmontage verfügbar; als Serie UF15-L beispielsweise gibt es Datenleitungsfilter für die alte Bestückmethode und als SF0502-L bis SF3216-L als adäquate SMD-Pendants. Letztere sind für Betriebsgleichspannungen bis 50 V ausgelegt und können – je nach Ausführung – mit Datenströmen bis 370 mA belastet werden.

Induktivitäten aus der XHBHV-Serie
© Fastron

Bild 2. Induktivitäten aus der XHBHV-Serie finden bei vergleichsweise hohen Betriebsspannungen bis 400 V Anwendung.

Fastron fertigt in Ungarn und ­Malaysia

1978 begann das Unternehmen Fastron in Deutschland mit der Fertigung von Induktivitäten, deren Entwicklung und Fertigung aber heute ausschließlich in Ungarn und Malaysia durchgeführt wird. Zum Produktprogramm zählen seit Kurzem auch für die Durchsteckmontage vorgesehene Induktivitäten, die als XHBHV-Serie (Bild 2) bei vergleichsweise hohen Betriebsspannungen bis 400 V Verwendung finden. Die radial bedrahteten Bauteile sind mit Induktivitätswerten von 100 bis 6800 µH und einer Toleranz von ±5 % lieferbar. Die um einen Ferritkern gewickelten Drahtinduktivitäten sind mit einem maximalen Gleichstrom­widerstand von 0,22 bis 14,16 Ω spezifiziert, wobei die Strombelastbarkeit bei der 0,22-Ω-Version mit 1,72 A den höchsten Wert erreicht und bei der 14,16-Ω-Ausführung bis auf 220 mA absinkt. Zugelassen sind die Bauteile für Betriebstemperaturen zwischen –55 und +125 °C. Zum Einsatz kommen die Bauteile überall dort, wo schädliche Spannungstransienten wirksam herausgefiltert werden müssen, sei es bei Motorwicklungen oder in Schaltnetzteilen.

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