DMASS-Zahlen für Europa

4,6 Milliarden Euro im zweiten Quartal

4. August 2022, 13:37 Uhr | Karin Zühlke
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DMASS meldet für das zweite Quartal Zuwächse von 33,4 % bei Halbleitern und 19,6 % bei Verbindungselementen, passiven und elektromechanischen Komponenten. Die Allokation geht weiter, aber zum Teil ist eine Entspannung sichtbar.

Die Allokation und Verknappung prägen nach wie vor das europäische Bauelemente-Distributionsgeschäft, werden aber nun von einer teilweisen Entlastung in einigen Produktbereichen begleitet. Dennoch wuchs der Umsatz der Halbleiterdistribution nach Angaben der DMASS Ltd. um 33,4% auf 3,09 Mrd. Euro. IP&E-Komponenten (Interconnect, Passive und Elektromechanische Komponenten) wuchsen um 19,6% auf 1,51 Mrd. Euro. Insgesamt wuchs der Distributionsmarkt für Komponenten um 28,5% auf 4,60 Milliarden Euro.

Hermann Reiter, Vorsitzender von DMASS: "Nach einem extrem guten 2. Quartal ist es keine Überraschung, dass die Wachstumsraten im letzten Quartal geringer waren als zu Beginn des Jahres. Dennoch ist ein Gesamtwachstum von 28,5 % hervorragend, und sowohl Auftragsbestand als auch Auftragseingang sind nach wie vor gut. Die vollständige Einstellung des Geschäfts mit Russland hat sich etwas ausgewirkt, so dass ein 1:1-Vergleich nicht ganz möglich ist. Kurz gesagt, wir sind mit den Zahlen zufrieden, aber nicht mit der Tatsache, dass wir die Nachfrage unserer Kunden nicht voll befriedigen konnten. Wann sich die Situation endgültig normalisieren wird, ist schwer zu sagen, da dies von zu vielen intrinsischen und makroökonomischen Faktoren abhängt."

Halbleiter:

Halbleiter waren auch im 2. Quartal die treibende Kraft des Wachstums. Aus regionaler Sicht war das Wachstum bei Halbleitern mit Ausnahme einiger kleinerer Länder oder Regionen überproportional (mit Ausnahme des Vereinigten Königreichs und der Türkei). Deutschland wuchs um 38% auf 852 Millionen Euro, Italien um 39% auf 297 Millionen Euro, Frankreich um 43,4% auf 215 Millionen Euro und das Vereinigte Königreich um 26% auf 212 Millionen Euro. Ost- und Nordeuropa schlossen fast im Gleichschritt mit 36,8 % und 37,1 % Wachstum (auf 559 Mio. Euro bzw. 248 Mio. Euro). Die Verkäufe in Russland kamen fast vollständig zum Erliegen, da die meisten westlichen Unternehmen ihre Tätigkeit dort eingestellt haben.
Aus der Produktperspektive waren die Wachstumsraten sehr viel breiter gestreut, von mageren 6 % Wachstum bei Optoelektronik bis zu satten 74 % bei programmierbarer Logik. Während Spezialgebiete wie Flash-Speicher, andere Logik (ASSPs) und programmierbare Logik buchstäblich durch die Decke gingen, verzeichneten Opto, Power und Discretes ein weit unterdurchschnittliches Wachstum. Analog und MOS Micro als größte Produktgruppen lagen leicht unter dem Durchschnitt, aber immer noch bei über 30%. Analog wuchs um 31,3 % auf 870 Mio. Euro, MOS Micro um 30,4 % auf 603 Mio. Euro, Power um 18,5 % auf 345 Mio. Euro, Memories um 63,7 % auf 351 Mio. Euro, Opto um 6 % auf 238 Mio. Euro, Other Logic um 71,4 % auf 186 Mio. Euro, Programmable Logic um 74,4 % auf 198 Mio. Euro, Discretes um 21,6 % auf 174 Mio. Euro und Sensors (inkl. Actuators) um 32,8 % auf 90 Mio. Euro.

Verbindungstechnk, passive und elektromechanische Komponenten:
Interconnect, Passive und Elektromechanische Komponenten (IP&E) wuchsen in Q2/22 langsamer als Halbleiter, was auf eine schnellere Rückkehr zur Normalität in diesem speziellen Bereich hindeutet. Die 1,51 Mrd. Euro des letzten Quartals (+19,6%) verteilten sich wie folgt: Deutschland wuchs um 25,4% auf 393 Millionen Euro, Italien um 20,1% auf 170 Millionen Euro, Frankreich um 17,4% auf 135 Millionen Euro, Großbritannien um 18,4% auf 143 Millionen Euro und Osteuropa um 21,2% auf 199 Millionen Euro. Elektromechanische Produkte, einschließlich Steckverbinder, stellten mit 808 Millionen Euro (+19,8%) die größte Produktgruppe dar, gefolgt von Passiven mit 616 Millionen Euro (+18,6%) und Stromversorgungen mit 87 Millionen Euro (+25,5%).

Hermann Reiter kommentiert: "Während wir hoffen, dass sich die allgemeine Versorgungslage verbessert, werden einige strukturelle Engpässe über 2022 hinaus bestehen bleiben, wie wir immer wieder aus dem Markt hören. Noch besorgniserregender sind die mittelfristigen Aussichten und die massiven Herausforderungen für die Wirtschaft: Der russische Angriff auf die Ukraine, die Energiekrise, die Inflation, die weltweite Konjunkturabschwächung, die Klimakrise - all diese Faktoren könnten zu sehr schwierigen Marktbedingungen führen. Selbst für eine Branche wie die unsere, die über viele Jahrzehnte von einem überproportionalen Wachstum profitiert hat, das auf die allgegenwärtige und innovative Kraft unserer Technologien zurückzuführen ist. Das nächste Quartal wird mit Sicherheit zeigen, in welche Richtung sich der Markt in nächster Zeit entwickeln wird. Langfristig sind wir jedoch optimistisch, dass die Elektronikindustrie weiterhin etwas bewegen kann."

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