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Digi-Key wächst in Europa über 100 %

»Weit über 1 Milliarde Euro Umsatz in EMEA«

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Mit 10 Millionen Artikeln von 1300 Herstellern auf Lager legt Digi-Key die Messlatte hoch. Das Portfolio wächst dabei stetig. Bei den Kunden trifft die Strategie ins Schwarze und beschert dem Online-Distributor laut Hermann Reiter, Geschäftsführer Digi-Key Electronics, erneut ein Rekordjahr in EMEA.

Markt&Technik: Covid-19 beschäftigt uns nach wie vor. Wie hat sich die Pandemie in den letzten zwölf Monaten auf Ihr Geschäft und die Verfügbarkeit ausgewirkt?

Hermann Reiter: Bereits 2020 konnten wir ein Rekordjahr verbuchen. Wir haben daraufhin entsprechend disponiert und die Bedarfe vorausschauend geplant und bestellt. Aktuell planen wir voraus mit einem Auftragsbestand von 18 bis 24 Monaten. Das hilft auch den Herstellern, wenn sie mit Partnern langfristig planen können. Wir haben den Anspruch, alle neuen Produkte eines Herstellers auf Lager zu haben. Eine hohe Quote an Lagerbeständen und eine garantierte Wiederauffüllung der Verkaufsartikel ist unser Ziel. Das ist ja genau das Differenzierungsmerkmal von Digi-Key!

Was oft unterschätzt wird, ist die Aufgabe, die die Distribution stemmt, dadurch, dass sie die Bedarfe zusammenfasst. Hersteller kennen sehr wohl den Bedarf und auch die Bedürfnisse seiner Top-Kunden, allerdings nicht die vor- und nachgelagerten Produkte, die benötigt werden. Diese sind zwar nicht Bestandteil von Produktionsmengen, spielen aber auch eine entscheidende Rolle in der Entwicklung und später im Bereich der Instandhaltung. Diese kleinen Mengen addieren sich global über die große Anzahl der Kunden zu einer großen Nachfrage. Da es sich jedoch um eine große Sortimentsbreite und gleichzeitig -tiefe handelt, ist es für die Hersteller selbst zu komplex, diese auf Lager zu halten. Des Weiteren möchten Kunden auch die Wahl haben, ihre Bedarfe möglichst unkompliziert von verschiedenen Herstellern abzudecken. Hier sind wir dann bei der Aufgabe von Digi-Key.

Die Pandemie hat gezeigt, dass die Distribution ein Sicherheitsnetz für die Kunden darstellt und dass die klassischen Werte der Distribution – unter anderem wie gerade erwähnt die Lagerhaltung – wieder in den Vordergrund gerückt sind. Einige Kunden haben auch festgestellt, welche Vorteile die Distribution gegenüber dem Direktkauf beim Hersteller mit sich bringt, z.B. Automotive-Kunden und Zulieferer.

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Hermann Reiter, Digi-Key: »Über 25 Prozent Kundenwachstum – Neukunden wohlgemerkt – untermauert, dass wir in der Breite sehr gut punkten können«.
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Wie ist es Digi-Key gelungen, auch in der Pandemie den Anspruch „Easy to do Business with“ oder einfach ausgedrückt die Vertrauensbasis zum Kunden aufrechtzuerhalten?

Ganz einfach ausgedrückt: Wir haben versucht, einen sehr hohen Standard zu halten. Obwohl wir ein sehr hohes Maß an Lagerhaltung haben, kam es natürlich auch zu Engpässen und zur Verlängerung der 48 Stunden Lieferung. Dies war in der Pandemie und den damit verbundenen Fabrikschließungen und Produktionsverzögerungen der Hersteller auch leider gar nicht anders möglich. Unser Ansatz war jedoch, unsere Kunden so gut wie möglich darüber zu informieren und versuchen, ihnen dadurch Planbarkeit zu verschaffen. In einer Situation, in der sich jeden Tag alles ändert, muss man flexibel reagieren können.

Hier möchte ich mich auch persönlich bei unseren Mitarbeitern bedanken, die wirklich Unglaubliches geleistet haben, um für unsere Kunden in dieser schwierigen Situation da zu sein, denn natürlich waren wir auch alle selbst davon betroffen.

Wir haben alle gelernt, was es bedeutet, ein Business aufrechtzuhalten, wenn man plötzlich von zu Hause arbeitet und gleichzeitig Homeschooling machen soll oder der Kindergarten geschlossen ist. In einer solchen Situation wird man seinen eigenen hohen Ansprüchen natürlich nicht immer gerecht. Wir haben einfach versucht, unser Bestes zu geben und für unsere Kunden pragmatische Lösungen zu finden. Durch die gemeinsamen Erfahrungen in dieser Zeit konnten wir tatsächlich viele Kundenbeziehungen sogar noch stärken.

Außerdem versuchen wir natürlich, unseren Kunden über Online Tools eine möglichst gute Sichtbarkeit zu geben. Früher waren EDI-Informationen das Mittel der Wahl, heute haben wir APIs. Der große Vorteil ist: Die Informationen über API sind ist stets aktuell. Das hilft unseren Kunden dabei, zu wissen, wo sich seine Produkte befinden und wann er die Lieferung erhält.

Wir haben zudem viele Möglichkeiten geschafften, bei nicht verfügbaren Produkten online alternative Produkte vorzuschlagen, und versuchen somit, unseren Kunden weiterzuhelfen.

Und wie ist es Ihnen gelungen, in der Pandemie den Kontakt zu nach innen, also zu den Mitarbeitern zu halten?

Es war und ist eine durchaus herausfordernde Situation: Wir haben eine Vielzahl an Möglichkeiten genutzt, um online mit den Mitarbeitern in Verbindung zu bleiben. Dies fängt an bei gemeinsamen Kaffeepausen bis hin zu einem Online-Magier, der den Alltag etwas verzaubern sollte. Zum anderen ist es uns auch sehr wichtig, die sozialen Strukturen der Mitarbeiter in der Pandemie zu berücksichtigen. So haben wir unseren ausländischen Kollegen die Möglichkeit gegeben, von ihrem Heimatort aus zu arbeiten. Die Lagerarbeiter in den USA haben zusätzliche freie Tage erhalten, um sich bei Bedarf um ihre Familien kümmern zu können.

Wir sind als privates Unternehmen mit Hauptsitz in einer amerikanischen Kleinstadt mit weniger als 10.000 Einwohnern definitiv anders aufgestellt als andere globale Unternehmen. Dadurch, dass bei uns ganze Familien über Generationen hinweg arbeiten, haben wir schon immer einen sehr engen Zusammenhalt der Mitarbeiter gehabt, und wir unterstützen und initiieren viele lokale sowie karitative Aktivitäten.

Hierbei muss man jedoch auch bedenken, dass die Situation global unterschiedlich war und immer noch ist und somit auch die Komplexität und Anforderungen in dieser Situation andere sind. Es ist nicht leicht und wir arbeiten jeden Tag daran, damit die Mitarbeiter informiert und auch aktiv involviert sind, Teamarbeit funktioniert und Spaß macht, sich niemand isoliert fühlt, wir Mitarbeiterentwicklungen nicht auf der Strecke lassen … und wir natürlich bei alldem unseren Kunden weiterhin im Fokus haben – kurzum: Es gibt viel zu tun.


  1. »Weit über 1 Milliarde Euro Umsatz in EMEA«
  2. Klassische Werte der Distribution
  3. Medizintechnik-Bereich noch nicht gesättigt

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