Überraschendes Aus Intel-CEO Brian Krzanich stolpert über Affäre

Brian Krzanich, CEO von Intel: »Wir haben alle Produkte, die zum Aufbau der durchgängigen Vernetzung erforderlich sind und wir wandeln uns zum datenzentrierten Unternehmen.«
Brian Krzanich, der nunmehr Ex-CEO von Intel, bei der letzten Entwicklerkonferenz IDF in San Francisco.

Wegen einer nach Intels Regeln nicht erlaubten Affäre innerhalb des Unternehmens muss Intels CEO Brian Krzanich zurücktreten. Interimsweise übernimmt CFO Robert Swan den Job.

Intels CEO Brian Krzanich ist zurückgetreten und gibt auch seinen Posten im Verwaltungsrat des Unternehmens auf. Seine Nachfolge übernimmt vorübergehend der bisherige Finanzchef Robert Swan. Zur Begründung teilte der Chip-Hersteller am Donnerstag mit, Krzanich habe gegen Intels Verhaltenskodex verstoßen, der Managern Beziehungen zu Untergebenen verbietet. Krzanich werde mit sofortiger Wirkung von Swan abgelöst. Die Firma gab nicht bekannt, ob es sich bei der Beziehung Krzanichs zu einem Intel-Mitarbeiter um eine Frau oder einen Mann handele.

Krzanichs sofortiger Rücktritt würde zeigen, "dass alle Mitarbeiter die Werte von Intel respektieren und sich an den Verhaltenskodex des Unternehmens halten werden", so Intel. In vielen US-Firmen ist es Managern untersagt, Beziehungen mit Angestellten einzugehen, weil unter anderem befürchtet wird, dass sie ihre Chefrolle ausnutzen könnten.

Der Aufsichtsrat habe "einen robusten Nachfolgeplanungsprozess etabliert und hat mit der Suche nach einem permanenten CEO begonnen, der sowohl interne als auch externe Kandidaten umfasst".

Krzanich war ein jahrzehntelanger Intel-Manager und hatte die Position des CEO seit Mai 2013 inne. Er trat 1982 in das Unternehmen ein. Intel hat heute Morgen seine Biographie von seiner Website entfernt. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder und lebt in  Atherton, einer Kleinstadt im San Mateo County mit ca. 7000 Einwohnern. Die Stadt liegt in der Nähe des Silicon Valley und gehört zu den reichsten in den USA, mit den höchsten Immobilienpreisen des Landes.

Im letzten Jahr wurden Krzanich und Intel für ihre Reaktion auf die großen Sicherheitslücken, die als Meltdown und Spectre bekannt sind, kritisiert. Die katastrophale Situation löste eine koordinierte Reaktion bei der Bereitstellung von Patches und Firmware-Fixes in der gesamten Computerbranche aus. Aber einige der Updates erwiesen sich als fehlerhaft. Im vergangenen November verkaufte Krzanich Intel-Aktien im Wert von rund 39 Millionen Dollar - nachdem das Unternehmen über das weitreichende Spectre-Problem informiert worden war. Das erhob den Verdacht des Insiderhandels, laut Intel hatte der Aktienverkauf nichts mit Spectre zu tun.

Krzanich hatte die Aufgabe, Intel über den trägen PC-Markt hinaus zu entwickeln, nachdem er jahrzehntelang auf dem Gebiet der Chipfertigung tätig war. Sein Ziel war es, "Intel von einem PC-Unternehmen zu einem Unternehmen zu machen, das die Cloud und Milliarden von intelligenten, vernetzten Computern betreibt".

Intel erklärte, dass es weiterhin an dieser Strategie festhalten würde: "Das Board glaubt fest an die Strategie von Intel", sagte Andy Bryant, Aufsichtsratsvorsitzender von Intel. Zum CFO und neuenm Interims-CEO erklärte Byant, "Bob war maßgeblich an der Entwicklung und Umsetzung von Intels Strategie beteiligt, und wir wissen, dass das Unternehmen weiterhin reibungslos funktionieren wird."

Ungeachtet des Wirbels um den Ex-Vorstandschef läuft das Geschäft gut. Intel hob am Nachmittag die Prognose für das laufende zweite Quartal an. Der Umsatz soll demnach bei 16,9 Milliarden Dollar und der Gewinn je Aktie bei 99 Cent liegen. Analysten waren bislang von 16,29 Milliarden Dollar Umsatz und 85 Cent Gewinn je Aktie ausgegangen. 2018 werde ein weiteres Rekordjahr. Krzanichs Rücktritt belastete zur Handelseröffnung  dennoch die Aktien. Sie büßten über ein Prozent ein.