Verkehrspolitik

Wissing setzt voll auf Elektromobilität

13. Januar 2022, 9:58 Uhr | Berlin (dpa)
Verkehrsminister Volker Wissing.
Der neue Verkehrsminister Volker Wissing am Tag der Amtsübergabe im Bundesverkehrsministerium.
© Christoph Soeder/dpa

Verkehrsminister Volker Wissing will beim Pkw voll auf die Elektromobilität setzen. Damit schlägt Wissing einen anderen Kurs ein als sein CSU-Vorgänger Andreas Scheuer, der auch auf den Einsatz sogenannter synthetischer Kraftstoffe (E-Fuels) gesetzt hatte.

Der FDP-Politiker Volker Wissing sagte dem Fachdienst »Tagesspiegel Background«: »Wir müssen die verschiedenen Energieträger dort einsetzen, wo sie am effizientesten sind. Das ist beim Pkw der E-Antrieb.« Er fügte hinzu, dass man E-Fuels vor allem für den Flugverkehr brauchen werde. »Auf absehbare Zeit werden wir aber nicht genug E-Fuels haben, um die jetzt zugelassenen Pkw mit Verbrennungsmotor damit zu betreiben.«

Wenn man sich die EU-Regulierung anschaue, so sehe man, dass die Entscheidung für die E-Mobilität längst gefallen sei, so Wissing weiter. Wenn der Umstieg forciert werde, könne Deutschland auch das von der neuen Bundesregierung angestrebte Ziel von mindestens 15 Millionen vollelektrischen Pkw bis 2030 schaffen.

Wissing sieht es auch als Aufgabe der deutschen Automobilindustrie, die Menschen zu überzeugen. »Tesla ist es gelungen, mit seinen Modellen viele Käuferinnen und Käufer zu begeistern, dies würde ich mir auch für die deutschen Automobilhersteller wünschen.«

Die Bundesregierung werde dafür sorgen, dass das Laden mit regenerativem Strom bezahlbar bleibe. Deshalb könne er nur dazu raten, auf CO2-neutrale Antriebe umzusteigen. Die Nutzung fossiler Kraftstoffe werde in Zukunft teurer werden.

Den Städten will der FDP-Politiker erleichtern, auf ihren Straßen Tempo 30 vorzuschreiben. »Die Kommunen vor Ort wissen am besten, was für ihre Bewohner gut ist. Deshalb bin ich offen für unterschiedliche Lösungsansätze und Experimentierfelder.« Er sei aber nicht überzeugt von einem flächendeckenden Tempo 30. An Durchgangsstraßen sei diese Geschwindigkeitsbegrenzung eher weniger sinnvoll.


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