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IAA Mobility kurz vor der Eröffnung

06. September 2021, 09:48 Uhr   |  dpa, Joachim Kroll

IAA Mobility kurz vor der Eröffnung
© Messe München

Mehr als Autos: Die IAA versteht sich als Diskussions- und Vernetzungsplattform zum Thema Mobilität .

Nicht nur Besucher und Aussteller sind auf dem Weg zur IAA – auch Protestierer und Polizeieinheiten haben bereits Stellung bezogen. Noch nie war das Themenspektrum auf einer IAA so groß und noch nie haben sich so viele Demonstranten angekündigt.

Der Name »Internationale Automobilausstellung« trifft nicht mehr ganz zu, denn morgen beginnt die IAA mit einem neuen Konzept als Verkehrsmesse »IAA Mobility«. Zwar dominieren Autos die Ausstellung weiterhin, aber die Veranstalter haben das Themenspektrum auf die Vernetzung verschiener Verkehrsträger erweitert. Ebenso werden neue, innovative Mobiltätsangebote und Fahrzeuge vorgestellt, von der »Micromobility« über autonome Shuttles bis zum fahrerlosen Lieferfahrzeug. Auch 70 Fahrradhersteller haben sich zur Messe angekündigt.

Die Fahrzeuge werden nicht nur statisch in den Messehallen zu sehen sein sondern auch im realen Einsatz. Dazu gibt es mit den »Open Spaces« in der Münchner Innenstadt mehrere Showbühnen unter freiem Himmel und eine »Blue Lane«, die Messegelände und Innenstadt verbindet und die für Shuttle-Busse und Demofahrten der ausgestellten Fahrzeuge reserviert ist. 250 Fahrzeuge der Aussteller sollen auf dieser Teststrecke unterwegs sein. Messebesucher können per App Testfahrten buchen. Neben der Bluelane für Busse und Autos gibt es zwei kürzere Teststrecken für »Micromobility«, also z.B. E-Bikes, Lastenräder und kleine Shuttle-Fahrzeuge für kürzere Entfernungen.

IAA 2021 München Aufbau Königsplatz
© WEKA Fachmedien

Aufbau der IAA am Königsplatz in München. Hier werden Klein- und Leichtfahrzeuge vorgestellt.

Am ersten Tag stellen sich die Hersteller und Zulieferer zunächst der Presse. Am Dienstagnachmittag soll Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Messe eröffnen. Ab dann starten auch die Präsentationen auf mehreren Plätzen mitten in München sowie Testfahrten für Besucher.

Demonstranten bringen sich in Stellung

Es soll – nach abflauendem Interesse bei der bislang letzten Ausgabe 2019 in Frankfurt – keine PS-Schau in geschlossenen Hallen mehr sein, sondern eine Messe zum Ausprobieren und Diskutieren. Klimaaktivisten haben dessen ungeachtet zu Protesten aufgerufen. Sie sehen die IAA als Autotreffen mit «grünem Deckmantel». Zu Demos zum Abschluss am kommenden Samstag werden Zehntausende Menschen erwartet, die sich u.a. als Sternfahrt mit Fahrrädern auf den Weg in die Stadt machen. Hierzu ist noch ein Eilantrag bei Gericht anhängig, denn die Demonstranten wollen sich die Nutzung eines Autobahnabschnitts erstreiten, das ihnen die Stadt wegen des Ferienendes untersagt hat.

Einige Greenpeace-Aktivisten erschienen schon am Sonntag vor der Veranstaltungshalle des VW-Konzernabends mit einem Plakat, das ein ölverschmiertes Logo des Autobauers zeigte. Ihrer Ansicht nach tut Volkswagen als riesiger Volumenhersteller - das Unternehmen ist allein für gut ein Prozent des globalen CO2-Ausstoßes verantwortlich - trotz des Hochlaufs der E-Mobilität und Milliardeninvestitionen nach wie vor zu wenig. Die Verkehrsexpertin der Umweltorganisation, Marion Tiemann, übergab Vorstandschef Herbert Diess die Klageschrift zum Verfahren, das Greenpeace zusammen mit der Deutschen Umwelthilfe in der vergangenen Woche angekündigt hatte. Gefordert wird unter anderem, dass VW spätestens 2030 gar keine Verbrenner mehr verkauft.

Innenstadt im Zeichen der IAA

IAA 2021 München Aufbau Odeonsplatz
© WEKA Fachmedien

Am Odeonsplatz entsteht eine monumentale Bühne. Passanten staunen, dass das bis zum nächsten Tag alles fertig werden soll.

Bereits am Sonntagabend war der Aufbau der Ausstellungen in der Münchner Innenstadt in vollem Gange. Straßensperrungen, Lkws mit Anlieferungen, Kräne und Security-Personal sorgten schon vor Beginn der Ausstellung für Gedränge.

Die IAA ist seit Beginn der Corona-Pandemie die erste Großmesse, die wieder stattfindet. Alle Besucher und Aussteller der Mobilitätsschau müssen genesen, geimpft oder getestet sein. Aussteller und Behörden sehen gespannt nach München ob und wie sich die Veranstaltung auf das Infektionsgeschehen auswirkt.

Die Klimadebatte dürfte in den nächsten Tagen aber das entscheidende Thema bleiben - neben der weiter schwächelnden Autokonjunktur und der Versorgungskrise bei wichtigen Elektronik-Bauteilen. BMW verschärfte seine Klimaziele vor der Messe noch einmal: Der CO2-Fußabdruck der Autos von den Rohstoffen bis zur Stilllegung soll bis 2030 nicht nur um 33 Prozent, sondern nun um mindestens 40 Prozent gesenkt werden.

»Dabei geht es nicht nur um ökologische, sondern auch um betriebswirtschaftliche Nachhaltigkeit«, sagte Vorstandschef Oliver Zipse. »Denn die aktuelle Entwicklung von Rohstoffpreisen zeigt, mit welchen Auswirkungen eine Industrie rechnen muss, die von begrenzten Ressourcen abhängig ist.« Auch andere Hersteller und Zulieferer berichteten zuletzt von stark steigenden Ausgaben für Rohmaterial.

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