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Europäische Automobilindustrie:

ACEA definiert vier Leitprinzipien zur Rückkehr aus der Krise

17. April 2020, 14:03 Uhr   |  Gerhard Stelzer

ACEA definiert vier Leitprinzipien zur Rückkehr aus der Krise
© ACEA

Eric-Mark Huitema, Generaldirektor des ACEA: »Es liegt im Interesse Europas, dass sich dieser strategische Schlüsselsektor nicht nur erholt, sondern auch neu belebt wird.«

Der europäische Verband der Automobilhersteller ACEA sieht sich angesichts der Corona-Pandemie veranlasst, der Automobilindustrie Empfehlungen zu einer geordneten Rückkehr zur Produktion an die Hand zu geben.

Da Europa derzeit mit den gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 zu kämpfen hat, hat der Verband der europäischen Automobilhersteller (ACEA) mit Sitz in Brüssel vier Leitprinzipien für eine erfolgreiche Wiederbelebung der Automobilindustrie festgelegt, die nach dessen Auffassung für die weitere wirtschaftliche Erholung des Kontinents von entscheidender Bedeutung sein werden.
»Es liegt im Interesse Europas, dass sich dieser strategische Schlüsselsektor nicht nur erholt, sondern auch neu belebt wird, um einen starken Beitrag zur Industriestrategie der EU, zum europäischen Green Deal sowie zur globalen Innovationsführerschaft des Kontinents zu leisten«, erklärt Eric-Mark Huitema, Generaldirektor des ACEA, der die 16 wichtigsten europäischen Pkw-, Lkw-, Transporter- und Bushersteller vertritt.

Die vier Schlüsselprinzipien des ACEA

1. Festlegung einer koordinierten Strategie, um die Fahrzeugproduktion so schnell wie möglich wieder sicher in Gang zu bringen.
Sobald die unmittelbare Krise beendet ist, ist es von entscheidender Bedeutung, dass sowohl Hersteller als auch Zulieferer ihre Werke schnell und gleichzeitig über die gesamte Lieferkette und in allen Ländern in Betrieb nehmen können. Andernfalls wird es unmöglich sein, wieder in vollem Umfang zu produzieren. ACEA bittet daher um EU-weite Unterstützung für einen koordinierten Neustart von Aktivitäten und Investitionen entlang der gesamten Lieferkette.
»Eine der obersten Prioritäten ist der Schutz der Gesundheit all jener, die im Automobilsektor arbeiten«, fordert Huitema. »Zu diesem Zweck brauchen wir Klarheit über die einschlägigen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften in den einzelnen Ländern für die Wiederaufnahme der Produktion.«
2. Stimulierung der Marktnachfrage für alle Fahrzeugkategorien
»Da Europa seine Wirtschaft wieder ankurbeln will, wird es entscheidend sein, dass sauberer Straßenverkehr und Mobilität für jeden auf dem ganzen Kontinent erschwinglich sind. Angesichts der fragilen Wirtschaftslage werden viele Verbraucher und professionelle Transportunternehmen jedoch schlicht und einfach nicht in der Lage sein, neue Fahrzeuge zu kaufen«, prognostiziert Huitema. Daher wären Flottenerneuerungsprogramme für alle Fahrzeugkategorien in der gesamten EU erforderlich, um die Nachfrage nach den neuesten Fahrzeugtechnologien wieder anzukurbeln.
3. Freigabe der Typgenehmigung und der Zulassung von Fahrzeugen neuester Technologie
Der heutige Stillstand innerhalb der Industrie, der technischen Dienste und der nationalen Typgenehmigungsbehörden stört verständlicherweise die Zulassung oder »Homologation« von Neufahrzeugen, so dass diese nicht verkauft werden können. Ebenso können Unternehmen und Kunden ihre Neufahrzeuge nicht nutzen, wenn die Zulassungsbehörden geschlossen sind und keine Zulassungen erteilen können. Der ACEA fordert daher die Behörden in den EU-Mitgliedsstaaten dringend auf, den Typgenehmigungs- und Fahrzeugzulassungsprozess so weit wie möglich zu beschleunigen, wenn man die derzeit bestehenden Einschränkungen berücksichtigt.
4. Beschleunigung der Investitionen in die Auflade- und Betankungsinfrastruktur
Ein EU-weites Netz von Lade- und Betankungsinfrastrukturen wird laut ACEA der Schlüssel dafür sein, dass die Flotte auf umweltfreundliche Weise erneuert werden kann.

ACEA vertritt die 16 größten in Europa ansässigen Pkw-, Transporter-, Lkw- und Bushersteller: BMW Group, CNH Industrial, DAF Trucks, Daimler, Ferrari, FiatChrysler Automobiles, Ford of Europe, Honda Motor Europe, Hyundai Motor Europe, Jaguar Land Rover, PSA Group, Renault Group, Toyota Motor Europe, Volkswagen Group, Volvo Cars und Volvo Group.

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