Elektroniknet Logo

Elektromobilität und E-Laden neu gedacht

Autonomer, mobiler Laderoboter für Elektroautos


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Ein Roboter mit Zuständigkeitsbereich

Das Ziel des oberösterreichischen Start-ups ALVERI, das sich insgesamt nachhaltigen Mobilitätsdienstleistungen verschrieben hat und das konkrete Projekt ins Leben gerufen sowie finanziert hat, ist die Serienproduktion von E-Laderobotern. Ehsan Zadmard, CEO von ALVERI dazu: »Wir haben mit dem ALVERI CHARbO Laderoboter nicht nur gezeigt, was mit bestehendem Know-How in Österreich sinnvoll möglich ist, sondern auch den Startschuss für mehr Kooperationen rundum Infrastruktur, Mobilitätsservices, Fahrzeugkonzepte u.v.m. hierzulande gesetzt. Nur so werden wir in der Lage sein, die Zukunft der Mobilität europa-, und weltweit mitzugestalten, und Österreich kann hier maßgeblich beitragen.«

Vor der Serienreife des Laderoboters stehen noch einige Optimierungen an. Derzeit hängt der Roboter noch am Stromkabel, die Integration einer Antriebsbatterie ist aus Gewichts- und Kostengründen, aber vor allem auch aus ökologischer Sichtweise nicht sinnvoll. Die Projektpartner tüfteln daher an einer Stromversorgung über Bodenkontakte. Auch die Software für die Steuerung des Roboters soll integriert werden. Noch läuft sie auf einem separaten PC. Einsparungspotential gibt es zudem beim Roboterarm, weiß Helmut Brunner: »Es gibt derzeit am Markt keinen Roboterarm für speziell diese Anwendung. Wir haben daher einen herkömmlichen kollaborativen Industrieroboterarm verwendet, der Bewegungsmöglichkeiten in einem sehr großen Radius ermöglicht. Soviel Bewegungsfreiheit brauchen wir für den Ladevorgang aber gar nicht. Hier ist also noch Potential für weniger Gewicht und weniger Kosten. Der Einsatz eines solchen Systems rechnet sich vor allem dann, wenn ein einziger Roboter für mehrere Autos zuständig ist und zum Beispiel einen definierten Bereich in einer Parkgarage abdeckt.«

In Parkhäusern, auf halböffentlichen Parkflächen etwa an Universitäten oder auf Kundenparkplätzen könnte es künftig einen ausgewiesenen Parkbereich für E-Fahrzeuge geben, in dem Laderoboter manövrieren und die dort abgestellten Fahrzeuge versorgen. Adaptierungen in der Parkplatzarchitektur könnten dafür notwendig sein. Geklärt werden müssen auch rechtliche und sicherheitsrelevante Fragen. Denn so oder so: Der Roboter wird sich in einem Bereich bewegen, in dem Menschen unterwegs sind. Das Vertrauen in die Systemsicherheit ist daher Grundvoraussetzung. Konstantin Mautner-Lassnig von ARTI Robots dazu: »Im gesamten Laderoboter sind mehrere Sicherheitsmechanismen implementiert. Die mobile Plattform tastet mit Laserscannern permanent die Umgebung nach möglichen Hindernissen ab und erkennt, wenn ein Objekt zu nahe kommt. Dann bleibt die Plattform sofort stehen.« Auch für den sehr hypothetischen Fall, dass jemand die Hand zwischen Ladestecker und Ladeöffnung hält, wurde mit einem Sicherheitsstopp vorgesorgt.


  1. Autonomer, mobiler Laderoboter für Elektroautos
  2. Ein Roboter mit Zuständigkeitsbereich
  3. Kommunikationsfluss zwischen Auto und Ladeinfrastruktur

Verwandte Artikel

Graz University of Technology