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Ladenetzwerk wächst kontinuierlich

150.000 Ladepunkte in Europa

15. Juni 2020, 10:32 Uhr   |  Stefanie Eckardt

150.000 Ladepunkte in Europa
© Robert Bosch

Bis zu sechs Lade-Apps hat ein Stromerfahrer im Durchschnitt auf seinem Smartphone und muss bis zu fünf Ladekarten händeln. Bosch will dem Abhilfe schaffen.

Bosch hat sich zum Ziel gesetzt, dem Lade-Chaos ein Ende zu setzen. Das Unternehmen entwickelt Ladedienste, die Autofahrern jetzt Zugang zu einem der europaweit größten Ladenetzwerke gewähren. Per Smartphone finden sie mehr als 150.000 Ladepunkte in aktuell 16 europäischen Ländern.

Ein engmaschiges Ladenetzwerk gilt als eine zentrale Voraussetzung, damit Autofahrer zu einem Stromer greifen. Immerhin bereits 27.730 öffentliche und teilöffentliche Ladepunkte zählt der Energieverband BDEW im März 2020 im gesamten Bundesgebiet. Doch oft funktionieren die Ladekarten der fast 200 Autostromanbieter und Betreiber nur an bestimmten Ladestationen. Hinzu kommt ein Wirrwarr aus Nutzungsbedingungen, Steckertypen und Ladeleistungen. Das europaweite Ladenetzwerk von Bosch verfügt aktuell über mehr als 150.000 Ladepunkte, auf die Autofahrer über eine zentrale App-Plattform zugreifen können. Das Unternehmen schließt dafür Verträge mit den Betreibern und sorgt für eine technische Anbindung der Ladepunkte beispielsweise über Roaming. In Deutschland sind so bereits mehr als 27.500 Lademöglichkeiten angeschlossen. Für E-Autofahrer bedeutet das: Mit der Smartphone-App »Charge My EV« von Bosch oder angeschlossenen Anbietern wie »Clever Laden« finden sie rund um die Uhr freie Ladesäulen – sei es in der Nachbarschaft oder unterwegs. Das Ladenetzwerk des Zulieferers wächst zudem kontinuierlich: Bis Ende 2020 sollen rund 200.000 Ladepunkte in ganz Europa eingebunden sein.

Alleine in Deutschland gab es im Mai 288 Autostromtarife (Quelle: EuPD Research, Stand: 05/2020). Die schiere Auswahl endet für Autofahrer oft in einem Tarifdschungel – zumal zahlreiche Anbieter derzeit von Pauschalpreisen auf die Abrechnung nach kWh umstellen. Bosch nimmt Nutzern die lästige Recherchearbeit ab und listet übersichtlich auf, was das Laden an einzelnen Ladesäulen kostet und welche Nutzungsbedingungen gelten. Künftig sollen damit böse Überraschungen bei der Abrechnung ausbleiben. Auch das Hantieren mit mehreren Ladekarten will das Unternehmen beenden. Immerhin nutzt fast jeder zweite Fahrer eines E-Autos (45 Prozent) zwei bis vier unterschiedliche Karten, um sich an Ladesäulen anzumelden; bei 15 Prozent sind es sogar mindestens fünf Karten (Quelle: NewMotion). Um die Ladedienste der Stuttgarter zu nutzen, reicht eine einmalige Registrierung per Smartphone-App. Damit wird endlich auch spontanes Laden ohne eine vorherige aufwändige Registrierung an einer bisher noch nicht benutzten Ladestation möglich.

Zusammenarbeit von Infotainment und Elektroantrieb

Zudem entwickelt Bosch mit Convenience Charging eine vernetzte Navigations- und Ladelösung, bei der Infotainment und Elektroantrieb eng zusammenarbeiten. Damit gelingt es Automobilherstellern und Anbietern von Elektroflotten, sich mit dem Ladeprozess durch ein Nutzererlebnis vom Wettbewerb abzuheben. Mit Convenience Charging wissen die Fahrer von Elektrofahrzeugen jederzeit, wie weit sie mit ihrer aktuellen Batterieladung noch fahren und wo sie ihr Fahrzeug laden können. Ist eine auf der geplanten Route anvisierte Ladestation belegt, wird der Ladestopp automatisch neu geplant und die Navigation entsprechend angepasst. Routen- und Ladestationsempfehlungen werden zudem auf die individuellen Präferenzen des Fahrers abgestimmt. Sie können beispielsweise angeben, ob das Laden besonders schnell oder kostengünstig sein soll. Auch Wünsche nach Ladestationen an Restaurants oder mit kostenfreiem WiFi können hinterlegt werden. Mit Convenience Charging lässt sich künftig auch die Wartezeit während des Ladens besser nutzen, denn Autofahrer können sich beispielsweise Einkäufe direkt an die Ladestation liefern lassen oder Coupons und Rabattgutscheine für angrenzende Restaurants oder Einkaufszentren einlösen. Ein weiterer Vorteil: Die Navigations- und Ladelösung lernt dank maschineller Lernverfahren ständig dazu. Empfehlungen und individuelle Services werden dadurch mit jedem Ladevorgang treffsicherer.

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