Schwerpunkte

Straßenzulassung als Ziel

Biobasierte Autokarosserie könnte Realität werden

01. Dezember 2020, 08:37 Uhr   |  Irina Hübner

Biobasierte Autokarosserie könnte Realität werden
© Shutterstock.com

Das Verbundprojekt BioResinProcess widmet sich der Entwicklung eines Bioverbundwerkstoffs aus Pflanzenfasern und pflanzenölbasierten Harzsystemen, der sich industriell zu Karosseriebauteilen verarbeiten lässt. Ziel ist die Optimierung der Bauteile bis zur serienreifen Straßenzulassung.

Biowerkstoffe sind ein wichtiger Baustein bei der Umsetzung der nationalen Bioökonomiestrategie. Deshalb fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft seit Oktober die Entwicklung einer Auto-Karosserie mit einem hohen Anteil nachwachsender Rohstoffe.

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung, auch genannt Wilhelm-Klauditz-Institut WKI, und von HOBUM Oleochemicals wollen im Rahmen des dreijährigen Verbundprojekts »Biobasierte Harze für die serielle Verarbeitung faserverstärkter Bauteile (BioResinProcess)« einen Bioverbundwerkstoff aus Pflanzenfasern und pflanzenölbasierten Harzsystemen entwickeln, der industriell zu Karosseriebauteilen verarbeitet werden kann. Mit dem Bioconcept-Car als Testmodul optimieren sie die technische Leistungsfähigkeit der Bauteile bis zur serienreifen Straßenzulassung.

Die Automobilbranche ist mit Porsche an dem Projekt beteiligt. Der Automobilhersteller bringt als assoziierter Partner sein technisches Knowhow ein. Eine hohe Aufmerksamkeit – sowohl in der Automobilbranche als auch in der breiten Öffentlichkeit – entsteht durch das Rennteam Four Motors, das die entwickelten Karosseriebauteile unter realen Bedingungen testet und mit seinem Promifahrer, dem Musiker Smudo, die mediale Berichterstattung befeuert.

Das Projekt BioResinProcess knüpft nahtlos an das im Sommer 2020 abgeschlossene Förderprojekt »Nachhaltiger Biohybrid-Leichtbau für eine zukunftweisende Mobilität« an. Im Rahmen des Vorgängerprojekts ist erstmals die Serienfertigung eines Karosseriebauteils aus naturfaserverstärkten Werkstoffen gelungen. Im Folgeprojekt soll der Bioanteil der Bauteile auf mindestens 85 % erhöht und ihre Verarbeitung mit dem RTM- (Resin-Transfer-Moulding-)Verfahren optimiert werden. Weitere Stationen in der industriellen Fertigung sind die Oberflächenbearbeitung und die abschließende Lackierung. Für beide Schritte werden geeignete biobasierte Lösungen gesucht.

Parallel zum Ziel einer Straßenzulassung arbeiten die Partner an der Steigerung des Anwendungspotenzials von Bioverbundwerkstoffen. Bioverbundwerkstoffe sind nicht nur im Automobilbau gefragt, vielmehr setzen verschiedene Industriebereiche große Hoffnung auf diese Materialien, die einen preisgünstigen Leichtbau ermöglichen.

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