Nvidia/Jaguar Land Rover

Big Deal

17. Februar 2022, 14:54 Uhr | Iris Stroh
Nvidia Orin
Nvidia Orin kommt auf eine Leistung von bis zu 254 TOPS.
© Nvidia

Nvidia und Jaguar Land Rover (JLR) sind eine langfristige Partnerschaft eingegangen: Die Unternehmen arbeiten auf der Software-Seite zusammen und JLR will ab 2025 alle neuen Fahrzeuge auf der Software-definierten Plattform Nvidia DRIVE aufbauen.

Danny Shapiro, Vice President Automotive von Nvidia, ist überzeugt: »Das Zeitalter von festen Funktionen im Fahrzeug ist vorbei. Heute nutzen zwar die meisten Autos noch ECUs und sind somit weitentfernt von einem Software-definierten Fahrzeug, aber moderne Autos brauchen leistungsstarke Recheneinheiten, eine zentralisierte Architektur und die Möglichkeit, Funktionen over the Air per Software aufzurüsten.«

Das sieht JLR genauso, speziell in Hinblick auf die »Reimagine«-Strategie, die das Unternehmen Anfang letzten Jahres vorgestellt hatte. Damals hieß es, dass Jaguar bis 2025 zu einer vollelektrischen Luxusmarke werden soll. Und für die Realisierung dieser modernen Luxusmodelle mit Software-definierten Funktionen ist aus der Sicht von François Dossa, Executive Director, Strategy & Sustainability bei JLR, die Partnerschaft mit Nvidia ein entscheidender Hebel. Diese Partnerschaft ermögliche JLR die Fahrzeuge über die Lebensdauer an die Anforderungen der Kunden per Software anzupassen. JLR könne aber auch aktive Safety-Funktionen oder automatische Fahr- und Parksysteme, aber auch die Überwachung des Fahrers und der Insassen sowie eine Visualisierung der Fahrzeugumgebung durchführen.

Dafür stellt Nvidia laut Shapiro die Komplettlösung zur Verfügung, die auf Nvidia DRIVE Hyperion basiert. DRIVE Hyperion umfasst das DRIVE Orin-SoC, auf dem das JLR-Betriebssystem läuft, aber auch die Software DRIVE AV und DRIVE IX, plus Sicherheits- und Netzwerksysteme sowie Umgebungssensoren. Shapiro: »DRIVE Orin ist das KI-Gehirn des Fahrzeugs und betreibt das Jaguar Land Rover Operating System, während DRIVE Hyperion das zentrale Nervensystem darstellt.« Dossa sieht in Software-definierten Diensten außerdem eine Möglichkeit für JLR sich neue Umsatzmöglichkeiten zu eröffnen, einschließlich erhöhter Profitabilität.

Dossa betont, dass die Partnerschaft aus seiner Sicht eine absolute Besonderheit aufweist: Nvidia ist nicht nur Halbleiter-Lieferant, sondern auch Entwicklungspartner. Denn Software-Experten aus beiden Firmen werden gemeinsam automatisierte Fahrsysteme und KI-gestützte Dienste für die Kunden von JLR entwickeln. Es gehe um die Customer-Experience, und dafür sei diese Zusammenarbeit entscheidend, Dossa: »Wir denken, dass Nvidia der beste Partner ist, um die Ansprüche unserer Kunden erfüllen zu können.«

Dementsprechend ist in der Partnerschaft vorgesehen, dass die Software-Entwickler beider Unternehmen auf den Nvidia DGX (Nvidia-Server) gemeinsam neue automatisierte Fahrfunktionen trainieren, testen und validieren. Letzter Punkt macht wiederum klar, dass auch die auf Nvidia Omniverse basierende Software DRIVE Sim für physikalisch exakte Simulationen in Echtzeit von beiden Seiten genutzt wird. Beide Partner sind sich sicher: »Software-definierte Funktionen und die durchgängige Verifizierungs- und Validierungsarchitektur ermöglichen die Bereitstellung innovativer assistierter und automatisierter Fahrdienste während der gesamten Lebensdauer des Fahrzeugs durch Software Over-the-Air-Updates.«


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