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Fachkräfte für Industrie 4.0

Boschs Ausbildungskonzepte auch im Ausland gefragt

01. September 2021, 16:50 Uhr   |  Markus Haller

Boschs Ausbildungskonzepte auch im Ausland gefragt
© Bosch

Das Industrie-4.0-Trainingscenter von Bosch Rexroth in Ulm hat mit Start des neuen Ausbildungsjahres im September 2021 den Betrieb aufgenommen.

Der Konzern bietet rund 100 Schulungen und Weiterbildungen zu Industrie 4.0 an, die externen Unternehmen offenstehen. Über die Außenhandelskammern werden sie auch weltweit angeboten.

Im September startet bei Bosch das Ausbildungsjahr. Pünktlich dazu nimmt der Konzern zwei neue Industrie-4.0-Trainingszentren in Betrieb, eins in Stuttgart-Feuerbach und eins bei Bosch Rexroth in Ulm. Die Aus- und Weiterbildungskonzepte stammen aus den eigenen Praxiserfahrungen: »Mit unseren weltweit rund 240 Werken sind wir am Puls der Zeit. Wir schöpfen aus Erfahrung und entwickeln Konzepte, um Mitarbeiter für Industrie 4.0 fit zu machen«, sagt Filiz Albrecht, Bosch-Geschäftsführerin und Arbeitsdirektorin bei Robert Bosch.

Bedarf für Weiterbildung im In- und Ausland

Bedarf für Industrie-4.0-Fachkräfte gibt es laut einer Bitkom-Studie an vielen Stellen. Rund 55 Prozent der Unternehmen gaben an, dass ihnen entsprechend qualifizierte Mitarbeiter fehlten. Eine deutschlandweite Anlaufstelle zur Weiterbildung wollen die Akademien von Bosch sein. Von den rund 360 Lernangeboten für Industrie 4.0 stehen etwa 100 Schulungen und Weiterbildungen auch externen Mitarbeitern und Interessenten anderer Unternehmen offen.

Teile aus dem Aus- und Weiterbildungsprogramm von Bosch werden zusätzlich von Kooperationspartnern angeboten. Über die Industrie- und Handelskammer kann zum Beispiel die von Bosch mitkonzipierte Weiterbildung zur »Fachkraft für Industrie 4.0« bundesweit absolviert werden. Laut Bosch werden diese Konzepte aktuell über die Außenhandelskammern auch international zum Standard: »Von Slowenien und Tschechien über Malaysia und Singapur bis nach Kolumbien und Peru – Unternehmen qualifizieren Mitarbeiter nach deutschem Vorbild«, heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Trainingsanlagen für Berufs- und Hochschulen in Form von Industrie-4.0-Fabriken im Kleinformat werden ebenfalls bei Bosch entwickelt.

Wettbewerbsvorteil Fachkraft

Lange Zeit wurde über Industrie 4.0 aus technischer Sicht gesprochen, seit einigen Jahren gibt es die ersten Weiterbildungskonzepte für Fachkräfte, die mittlerweile als Schlüsselfaktoren angesehen werden. »Wer erfolgreich werden und erfolgreich bleiben will, muss Mitarbeiter qualifizieren«, sagt Rolf Najork, der in der Bosch-Geschäftsführung die Sparte Industrietechnik verantwortet. Fachkräfte seien ein »echter Wettbewerbsfaktor«.

Bei Bosch sind mittlerweile 85 Prozent aller Teilefertigungen und Montagelinien vernetzt. Der technischen Umrüstung folgt nun die personelle Anpassung. Zukünftig soll jedes Bosch-Werk über ein festes Industrie-4.0-Team verfügen, das aus einem Koordinator besteht, aus IT-Spezialisten für Infrastruktur, Hardware und Prozesse und aus Datenanalysten und Datenwissenschaftlern. Die entsprechenden Positionen werden nun nach und nach im gesamten Konzern eingeführt.

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