Bosch Rexroth / MathWorks

Simulation und Automatisierung verbinden

19. Juli 2022, 16:04 Uhr | Andreas Knoll
Modellbasierte Entwicklung digitaler Lösungen durch Zusammenarbeit von MathWorks und Bosch Rexroth
Modellbasierte Entwicklung digitaler Lösungen durch Zusammenarbeit von MathWorks und Bosch Rexroth
© Bosch Rexroth

Die Software-Pakete Matlab und Simulink von MathWorks sind jetzt mit Bosch Rexroths Automatisierungsbaukasten ctrlX Automation kombinierbar. Digitale Lösungen lassen sich dadurch frühzeitig in der Simulation verifizieren und mittels Code-Generierung auf die Automatisierungsplattform übertragen.

- Modellbasierte Software-Entwicklung einfach möglich

- Maschinen-Modelle in Matlab und Simulink entwickeln

- Programm-Code in Echtzeit auf der Kompaktsteuerung ausführen

- Digitale Zwillinge von Anlagen und Maschinen einfach aufbauen

Im Zuge der digitalen Transformation führen viele Unternehmen Technologien oder Prozesse in der Fertigung ein, die für sie Neuland sind. Um Risiken vor der Inbetriebnahme zu minimieren und die Effizienz – auch bei bekannten Prozessen – zu erhöhen, findet immer häufiger eine simulationsbasierte Planung von Anlagen und Maschinen sowie verketteten Fertigungsabläufen statt. Jetzt verbinden MathWorks und Bosch Rexroth Simulation und Automatisierung miteinander und unterstützen damit beispielsweise die Erstellung digitaler Zwillinge.

MathWorks ist Entwickler von Software für mathematische Berechnungen; Hauptprodukte sind die Plattform Matlab und die Blockdiagrammumgebung Simulink. Matlab ist eine Hochsprache und interaktive Umgebung, mit der sich rechenintensive Aufgaben schnell durchführen lassen. Simulink ergänzt Matlab als Software zur Modellierung. Beide Lösungen kommen in unterschiedlichen Anwendungen etwa im Maschinen- und Anlagenbau sowie für die Entwicklung von Automatisierungskomponenten zum Einsatz. Jetzt sind sie mit dem Automatisierungsbaukasten ctrlX Automation von Bosch Rexroth für die modellbasierte Entwicklung digitaler Lösungen kombinierbar. Dazu wurden Schnittstellen zwischen den Lösungsportfolios von MathWorks, dem 50. Partner der ctrlX World, und Bosch Rexroth geschaffen.

Maschinen-Modelle lassen sich direkt in Matlab und Simulink entwickeln. Über die Simulationsanbindung an ctrlX Automation kann der daraus erstellte Programm-Code in Echtzeit auf der Steuerungsplattform ctrlX Core ausgeführt werden. Die modellbasierte Entwicklung ermöglicht es, in Matlab und Simulink erstellte digitale Lösungen frühzeitig in der Simulation zu verifizieren und dann mittels Code-Generierung auf die Automatisierungsplattform zu übertragen. Anwender können auch Live-Daten an das Simulationssystem zurückgeben, um das Modell in der Simulation zu verbessern.

»Durch die direkte Kopplung der Simulations- und Automatisierungsplattform sparen Anwender viel Zeit, weil sie die Maschine oder Anlage bereits vor der Fertigstellung virtuell im Modell testen können«, erläutert Hans Michael Krause, Leiter des Produktmanagements ctrlX World bei Bosch Rexroth. »Es entsteht also erst ein digitaler Zwilling der Maschine, bevor sie beim Maschinenhersteller aufgebaut wird. So lassen sich Fehler im Vorfeld erkennen und ausräumen, Prozesse optimieren und vieles mehr.« Norbert Ulshöfer, Leiter des Application Engineering Teams bei MathWorks in Deutschland, ergänzt: »Zusätzlich schaffen wir mit der gemeinsamen Lösung neben der virtuellen Inbetriebnahme die Basis für KI-basierte Lösungen, etwa im Bereich Predictive Maintenance.«

Die Gesamtlösung unterstreicht das Konzept von ctrlX Automation: »Die offene Automatisierungsplattform mit App-Technologie und Ecosystem hebt die klassischen Grenzen zwischen Maschinensteuerung, IT und IoT auf und stellt dabei Co-Creation in den Fokus«, erklärt Hans Michael Krause.

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