Co-Creation und Anwendungen im Fokus

Open Industry 4.0 Alliance wächst zweistellig

14. Dezember 2021, 10:36 Uhr | Ute Häußler
Digitalisierung IIoT Transformation Entwicklung Testfabrik Digital Cloud Industrie 4.0
Ricoardo Dunkel tritt ab Februar die neu geschaffene Position des Technischen Direktors der Open Industrie 4.0 Allianz an.
© OI4-Allianz

Die größte Allianz für Industrie 4.0 in Deutschland, die Open Industry 4.0 Alliance (OI4), konnte 2021 auf 92 Mitglieder wachsen, darunter Microsoft, Siemens und Trumpf. 2022 wird der Ausbau unter dem CEO, dem neuen Technischen Direktor und mit dem Implementaion Award weiter vorangetrieben.

Die größte Unternehmens-Allianz für Industrie 4.0 in Deutschland konnte auch im Pandemiejahr 2021 weiter auf aktuell 92 Mitgliedsunternehmen wachsen. Auf der virtuellen Jahreshauptversammlung zeigte sich Nils Herzberg, Sprecher des Vorstands der Open Industry 4.0 Alliance sehr zufrieden mit dem Erreichten: »Trotz der schwierigen Umstände konnte die Allianz erneut ein solides zweistelliges Wachstum bei den Mitgliederzahlen verbuchen. Insbesondere die Aufnahme großer Namen wie Microsoft, Siemens oder Trumpf unterstreicht das Vertrauen der Industrie in unsere Arbeit.«

Führungsteam der OI4-Allianz wird weiter verstärkt

Mit insgesamt 17 Arbeitsgruppen, überwiegend im Industrie- und Technologiebereich angesiedelt, sieht sich die Allianz als Vordenker und Motor für industrielle Digitalisierung. Um diese positive Entwicklung weiter zu forcieren stellte Herzberg in der Video-Konferenz das neue festangestellte Führungsteam vor: Ekrem Yigitdöl ist bereits seit Oktober als Managing Director im Amt, ab Februar 2022 übernimmt Ricardo Dunkel die neu geschaffene Position des Technischen Direktors. Er wird insbesondere für die technische Weiterentwicklung der Referenzachitektur der OI4 verantwortlich sein. Zuvor war Ricardo Dunkel mehrere Jahre als leitender Softwarearchitekt für B2B und B2C Web- und Commerce-Plattformen beim E-Commerce-Dienstleister diva-e verantwortlich.

Erster »Implementation Award« für Praxis-Anwendungen

Die OI4 hat in diesem Jahr erstmals den 'Implementation Award' vergeben, der den Ideenreichtum und die Praxisorientierung der Mitgliedsunternehmen würdigen soll. Sieben Umsetzungsprojekte hatten es in die finale Auwahl geschafft. Das Rennen machte schlussendlich die Einreichung ‚OI4 Demonstrator Project’ der Mitgliedsfirmen UReason, Samson, M&M sowie Pepperl+Fuchs unter Beteiligung weiterer Allianzmitglieder als Technik- und Hardwarelieferanten. Das Projekt wurde in der ‚Duurzaamheidsfabriek’ (Nachhaltigkeitsfabrik) in Dordrecht, Südholland, implementiert und beinhaltete die Interoparabilität in der Prozessindustrie zwischen Fabrikbetreiber, OEMs und Anwendern. Mit der OI4-Referenzarchitektur wurde die Nutzbarkeit von Hardware, Software und Datenfluss sichergestellt. Das Projekt konnte die Jury insbesondere dadurch überzeugen, dass zahlreiche Partner (sowohl OI4-Mitglieder als auch Nicht-Mitglieder) eine gemeinsame Lösung erarbeiten konnten, die unmittelbar bei Endkunden eingesetzt werden kann und nicht als reiner Show Case schnell in Vergessenheit gerät.

Offene OI4-Architektur erfolgreicht verprobt

Die OI4 legt ihren Fokus auf die Umsetzung von Industrie 4.0, die vorhandene Standards nutzt und in der Praxis miteinander verbindet. Dass sich die Lösungen der OI4 in der Praxis bewähren, zeigt ein Beipiel aus Dänemark: Forscher der Universität Aalborg haben die offene Architektur der Open Industry 4.0 Alliance hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit und Zweckmäßigkeit getestet und schließlich praxisbezogen genutzt, um eine einfache Vernetzung vom Shopfloor bis in die Cloud zu demonstrieren. Das Forschungsteam schloss in seinem Proof of Concept exemplarisch einen KUKA Roboter über eine Edge-Schnittstelle des Münchner IoT-Spezialisten Device Insight an die Microsoft Azure-Cloud eines führenden dänischen Spielzeugherstellers an. Die Architektur der OI4 hat dabei alle Erwartungen übertroffen und wird uneingeschränkt empfohlen.

Ausblick auf 2022

Strategisch legt die Allianz ihren Fokus in 2022 auf weitere kompatible Lösungen innerhalb der Referenzarchitektur: »Die Grundlagen für neue Implementierungsprojekte sind gelegt“, erklärt Ekrem Yigitdöl. »Wir wollen der Taktgeber für die digitale Vernetzung der Industrie sein und mit weiteren Arbeitsgruppen und Use Cases voranschreiten. Die Transformation klassischer Industrien findet auf der ganzen Welt statt. Dabei geht es um Milliarden Maschinen für die Produkte und Märkte von morgen.«

Am 26. und 27. Januar 2022 wird die Allianz für technisch Interessierte eine Online Hausmesse zu aktuellen Use Cases durchführen.

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