Von Google Cloud für Industrie 4.0

Neue Lösungen für die industrielle Datenanalyse

5. Mai 2022, 17:31 Uhr | Andreas Knoll
Hans Thalbauer, Managing Director Supply Chain and Manufacturing Industries bei Google Cloud
Hans Thalbauer, Google Cloud: »Wenn Lücken zwischen Systemen überbrückt werden und Fertigungsingenieure leicht nutzbare KI-Lösungen direkt an die Hand bekommen, lassen sich bessere Resultate erzielen.«
© Google Cloud

Google Cloud hat zwei neue Datenanalyse-Lösungen vorgestellt, mit denen Industrieunternehmen bisher isolierte Assets vernetzen, Daten verarbeiten und standardisieren sowie die Transparenz von der Werkshalle bis in die Cloud verbessern können.

- Zwei neue Lösungen von Google Cloud helfen Herstellern, ihre Daten zusammenzuführen und industriespezifische Anwendungsfälle umzusetzen.

- Ford, Kyocera und Phononic gehören zu den ersten Kunden, die mit den neuen fertigungsspezifischen Lösungen die Datentransparenz erhöhen und die Produktion optimieren.

- Zu den Partnern, die die neuen Lösungen unterstützen, zählen Cognizant, C3 AI, GFT, Intel, Litmus, Quantiphi, SoftServe, Sotec und Splunk.

Sobald die Daten harmonisiert sind, unterstützen die beiden Lösungen „Manufacturing Data Engine“ und „Manufacturing Connect“ drei wichtige Anwendungsfälle auf KI- und Analytics-Basis: Analytics & Insights für die Fertigung, vorausschauende Wartung sowie Anomalieerkennung auf Maschinenebene.

Die digitale Transformation der Industrie beschleunigt sich derzeit durch immer höhere Erwartungen der Kunden, Schwankungen in den Lieferketten, verändertes Käuferverhalten und viele weitere Faktoren. Trotzdem nutzen laut einer Erhebung von Gartner im Herbst 2020 nur 21 Prozent der Hersteller aktiv KI in der Fertigung, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Während Daten aus unterschiedlichen Systemen für KI- und Analytics-Pilotprojekte manuell aufbereitet werden können, müssen isolierte Datensätze für die Serienproduktion zentral und in Echtzeit zugänglich sein. Darüber hinaus sind viele bestehende KI- und Analytics-Lösungen für Data Scientists konzipiert und für Führungskräfte in der Fertigung nicht ohne Weiteres nutzbar.

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Die beiden Lösungen im Einzelnen

Die Funktionen der beiden neuen Datenanalyse-Lösungen „Manufacturing Data Engine“ und „Manufacturing Connect“ der Google Cloud
Die Funktionen der beiden neuen Datenanalyse-Lösungen „Manufacturing Data Engine“ und „Manufacturing Connect“ der Google Cloud
© Google Cloud

Mithilfe der Lösungen Manufacturing Data Engine und Manufacturing Connect, die jetzt verfügbar sind, können Hersteller ihre Daten vereinheitlichen und ihre Mitarbeiter mit Analytics- und KI-Lösungen auf Cloud-Basis unterstützen:

- Die Manufacturing Data Engine ist eine End-to-End-Lösung, die Betriebsdaten in der Google Cloud verarbeitet, kontextualisiert und speichert. Sie bietet einen konfigurierbaren, anpassbaren und skalierbaren Ansatz, die Daten zu importieren, zu transformieren, zu speichern und auf sie zuzugreifen. Zudem integriert sie Google-Cloud-Produkte wie etwa Cloud Dataflow, PubSub, BigQuery, Cloud Storage, Looker, Vertex AI und Apigee zu einer einzigen fertigungsspezifischen Lösung.

- Manufacturing Connect ist eine gemeinsam mit Litmus Automation entwickelte Factory-Edge-Plattform. Auf Basis einer umfangreichen Bibliothek aus mehr als 250 Maschinenprotokollen stellt die Plattform schnelle Verbindungen zu fast allen Fertigungsanlagen und Industriesystemen her und überträgt Daten von ihnen in die Google Cloud. Dank tiefer Integration mit der Manufacturing Data Engine kann Google Cloud Maschinen- und Sensordaten schnell aufnehmen, um sie zu verarbeiten. Die Möglichkeit, containerisierte Anwendungen und Machine-Learning-Modelle „at the Edge“ bereitzustellen, erschließt zahlreiche neue Einsatzgebiete.

Nutzung der Daten für zahlreiche Anwendungen

Sobald die Daten durch Manufacturing Data Engine und Manufacturing Connect zentralisiert und harmonisiert worden sind, lassen sie sich für viele Anwendungen in der Industrie nutzen. Dazu zählen:

- Analytics & Insights für die Fertigung: Hersteller können schnell benutzerdefinierte Dashboards erstellen, um wichtige Daten zu visualisieren – von KPIs wie der Gesamtanlageneffektivität (Overall Equipment Effectiveness, OEE) bis hin zu Sensordaten einzelner Maschinen. Dank der Integration mit Manufacturing Data Engine können Ingenieure und Werksleiter automatisiert neue Maschinen und Fabriken einrichten, um mit standardisierten Dashboards, KPIs und On-Demand-Drilldowns in die Daten neue Erkenntnisse über das gesamte Werk zu gewinnen. Diese Informationen lassen sich dann im ganzen Unternehmen und mit Partnern teilen.

- Erkennung von Anomalien auf Maschinenebene: Hilft Herstellern, Anomalien zu erkennen, sobald sie auftreten, und liefert – mithilfe der Time Series Insights API von Google Cloud – Warnmeldungen anhand von Echtzeit-Maschinen- und Sensordaten, etwa zu Geräuschen, Vibrationen oder Temperatur.

- Vorausschauende Wartung: Befähigt Hersteller, den Wartungsbedarf einer Anlage vorherzusehen und dadurch Ausfallzeiten zu verkürzen und Wartungskosten zu verringern. Hersteller können dazu Machine-Learning-Modelle und präzise KI-Optimierungen nutzen, die binnen Wochen einsetzbar sind.

Vorstellung auf der Hannover Messe

Die neuen Lösungen für die Fertigung werden auf der Hannover Messe 2022 vom 30. Mai bis 2. Juni in der Halle 4 am Stand E68 erstmals live vorgestellt. Nähere Informationen sind unter https://cloud.google.com/solutions/manufacturing-data-engine++ zu finden.

»Wenn Lücken zwischen Systemen überbrückt werden und Fertigungsingenieure leicht nutzbare KI-Lösungen direkt an die Hand bekommen, lassen sich bessere Resultate erzielen«, sagt Hans Thalbauer, Managing Director Supply Chain and Manufacturing Industries bei Google Cloud. »Die neuen Lösungen können Initiativen zur Umstrukturierung der Belegschaft fördern, indem sie Ingenieuren die nötigen Tools zur Verfügung stellen, um ohne Data Scientists oder zusätzlichen Integrationscode auszukommen.«

»Die wachsende Menge von Sensordaten, die in unseren Fertigungslinien erzeugt werden, eröffnet die Chance, intelligentere Analysen zur Produktqualität, Produktionseffizienz und Überwachung des Anlagenzustands durchzuführen«, erläutert Jason Ryska, Director Manufacturing Technology Development bei der Ford Motor Company. »Die Erfassung und Verwaltung dieser Daten stellt uns aber auch vor neue Herausforderungen. In Zusammenarbeit mit Google Cloud haben wir eine Datenplattform implementiert, die jetzt auf mehr als 100 wichtigen Maschinen in zwei Werken läuft. Damit werden pro Woche mehr als 25 Millionen Datensätze übertragen und gespeichert. Aus diesen Daten gewinnen wir aussagekräftige Erkenntnisse, die uns helfen werden, vorausschauende und präventive Maßnahmen zu ergreifen und unsere Fertigungsanlagen noch effizienter zu machen.«


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