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Meyer Burger

Neues Solarzellen-Werk im Solar Valley

19. Mai 2021, 07:23 Uhr   |  Heinz Arnold

Neues Solarzellen-Werk im Solar Valley
© Meyer Burger

Ab Juni produziert Meyer Burger in Thalheim pro Tag bis zu 200.000 Solarzellen. Die Gesamtkapazität soll auf 1,4 GW ausgebaut werden.

Die bei Meyer Burger an den Standorten Neuchâtel und Thun entwickelten und in Hohenstein-Ernstthal (Sachsen) gebauten Fertigungsanlagen werden nun in Betrieb genommen. Am Standort Thalheim steht derzeit eine Gesamtfläche von 27.000 Quadratmetern zur Verfügung. Die Fertigung startet mit einer jährlichen Kapazität von 400 MW, bis 2026 soll sie auf 5 GW steigen. Auf dem Gelände wird Meyer Burger neben der Produktion wichtige Unternehmensbereiche unterbringen, darunter Vertrieb und Marketing. Die Solarzellen werden in Freiberg zu Solarmodulen verarbeitet. Sein dortiges Solarmodulwerk eröffnet Meyer Burger am 26. Mai 2021. Ab Juli werden die ersten Module von dort ausgeliefert.

Damit hat Meyer Burger nach der Ankündigung, sich von einem Equipment-Hersteller zu einem Hersteller von Solarzellen und Solarmodulen wandeln zu wollen, die neue Strategie innerhalb nur eines Jahres umgesetzt. Schon im Juli will Meyer Burger die jährliche Kapazität von anfangs 400 MW pro Jahr erreichen. Die Solarzellen fertigt das Unternehmen auf Basis der selbst entwickelten Heterojunction-Technik, die einen Wirkungsgrad von über 24 Prozent erreichen. In Kombination mit der Smart-Wire-Technik erreichen die Module weltweit führende Wirkugsgrade. Die Glas-Glas-Module, die Licht sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite aufnehmen, erreichen laut CEO Gunter Erfurt sogar den weltweit höchsten Wirkungsgrad aller bifazialen Module.

Die nächsten Technologien sind bereits in Entwicklung. Zusammen mit dem langjährigen Forschungspartner CSEM in der Schweiz arbeitet Meyer Burger an einer IBC-Zelle (Interdigited Back Contact), die laut Erfurt bereits einen Wirkungsgrad von 25,5 Prozent erreicht hat. Die entsprechenden Module kämen auf 23 Prozent. Die  Maschinen für die Fertigng der Zellen seien ebenfalls in der Entwicklung, um die Industrialisierung schnell voran zu treiben. »Damit können wir uns künftig im Markt stark absetzen«, ist Erfurt überzeugt. Zusammen mit Oxford PV befasst sich Meyer Burger zudem mit Tandem-Solarzellen.

»Meyer Burger setzt am historischen Solarstandort Solar Valley einen Meilenstein auf dem Weg Europas zu mehr strategischer Unabhängigkeit bei der Schlüsseltechnologie Photovoltaik«, erklärt Gunter Erfurt.

Meyer Burger will seine Lieferketten so lokal wie möglich aufbauen. So stammt der wichtigste Rohstoff, Polysilizium, aus Europa. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme bestätigte Anfang dieses Jahres, dass die Solarzellenproduktion in Bitterfeld-Wolfen gegenüber herkömmlicher Fertigung erhebliche Vorteile für die Umwelt aufweist. Das honorierte das Bundesland Sachsen-Anhalt mit einer Zusage für eine Umweltschutzbeihilfe in Höhe von bis zu 15 Mio. Euro sowie einem Investitionszuschuss von bis zu 7,5 Mio. Euro.

Mit Solarzellen und -modulen, die in der Schweiz entwickelt und in Deutschland unter nachhaltigen Bedingungen gefertigt werden, will Meyer Burger zu einem führenden europäischen Photovoltaik-Unternehmen wachsen. Derzeit beschäftigt das Unternehmen rund 600 Mitarbeitende an Forschungsstätten in der Schweiz, Entwicklungs- und Fertigungsstätten in Deutschland und an Vertriebsstandorten in Europa, den USA und Asien.

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