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Organische Solarzellen

Heliatek erzielt mit 10,7% Effizienz neuen Weltrekord

30. April 2012, 10:01 Uhr   |  Ralf Higgelke

Heliatek erzielt mit 10,7% Effizienz neuen Weltrekord
© Heliatek

Eine neue organische Tandemsolarzelle hat eine Zelleffizienz von 10,7%

Das Dresdner Start-up hat seinen eigenen Wirkungsgradrekord von 9,8 Prozent auf 10,7 Prozent verbessert. Damit bleibt Heliatek das einzige Unternehmen auf der Welt, das organische Solarzellen mit so einer Effizienz herstellen kann.

Eine Zelleffizienz von 10,7% auf einer aktiven Fläche von 1,1 cm² – das sind die Eckdaten für die neusten organischen Photovoltaikzellen von Heliatek, die das akkreditierte und unabhängige Prüfinstitut SGS ermittelt hat. Das ist ein neuer Weltrekord für organische Photovoltaik.

Die Testserie von SGS umfasste Effizienzmessungen unter Standard-Testbedingungen (STC) der Solarindustrie sowie Leistungsmessungen bei geringer Einstrahlung und Temperaturen bis +80 °C. Die Testergebnisse sind ein neuer Weltrekord für die organische Photovoltaik (OPV) mit einer Zelleffizienz von 10,7% unter realen Nutzungsbedingungen.

Die Messergebnisse bei geringer Einstrahlung haben gezeigt, dass die Effizienz nicht nur erhalten bleibt, sondern mit abnehmendem Licht sogar kontinuierlich ansteigt. Bei einer Einstrahlung von 100 W/m² liegt die Effizienz um 15% höher als die gemessene Standardeffizienz bei 1000 W/m² Einstrahlung. Zusätzlich bestätigten die Messungen bei hohen Temperaturen, dass die Effizienz voll erhalten bleibt. Dies ist einzigartig für die OPV-Technologie, da bei allen traditionellen Solartechnologien die Effizienz bei erhöhten Temperaturen um 15% bis 20% sinkt.

Die Heliatek-Zelle

Heliatek-Zelle
Moleküle der organischen Solarzelle
Flexible Solarzelle

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Diese Leistungsvorteile führen zu einem höheren Ertragsfaktor unter realen Einsatzbedingungen. Erste Außentests haben gezeigt, dass der Ertragsfaktor der organischen Heliatek-Zellen um 15% bis 25% höher liegt als bei kristallinen Zellen und der Dünnschicht-Photovoltaik.

Der Schlüssel liegt laut Heliatek in der Molekülfamilie der organischen Oligomere – kleine Moleküle – die im eigenen Labor in Ulm entwickelt und synthetisiert werden. Die Tandemsolarzellen bestehen aus hauchdünnen Schichten, die laut Hersteller über eine sehr hohe Präzision und Homogenität verfügen. Dadurch soll sich die Zellarchitektur maßschneidern und somit systematisch die Effizienz und Lebensdauer verbessern lassen.

Heliatek fährt gerade die erste Rolle-zu-Rolle-Fertigungslinie am Standort Dresden ein. Der offizielle Produktionsstart ist für das dritte Quartal 2012 geplant. Gleichzeitig hat das Unternehmen seine dritte Finanzierungsrunde gestartet, um 60 Millionen Euro von bestehenden und neuen Investoren einzuwerben und damit eine weitere Rolle-zu-Rolle Anlage mit einem jährlichen Produktionsvolumen von 75 MW zu errichten.

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