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Organische Photovoltaik

Getönte Fensterscheiben zur Energiegewinnung

13. Juni 2012, 09:21 Uhr   |  Ralf Higgelke

Getönte Fensterscheiben zur Energiegewinnung

Heliatek kann ihre transparenten Solarfolien zur Energiegewinnung in Isolierglasfenster integrieren. Diese gleichen getöntem Glas, da die Solarfolien aufgrund des Fertigungsverfahrens mittels Vakuumdeposition homogen beschichtet werden und somit keine störenden Raster oder Ungleichmäßigkeiten entstehen.

Gemeinsam mit Glasanbietern und Gebäudematerialherstellern arbeitet Heliatek zurzeit daran, seine Solarfolien in verschiedene Baumaterialien zu integrieren, beispielsweise zwischen Glas. Der Transparenzgrad und die Farbe lassen sich individuell an Kunden­anforderungen anpassen. Messungen von SGS, einem akkreditierten und unabhängigen Testinstitut, haben bestätigt, dass Laborzellen des Unternehmens bei einer Transparenz von 23,5 Prozent noch eine Effizienz von 7 Prozent haben. Heliatek kann in seinem Entwicklungslabor in Dresden derzeit Zellen mit einer Transparenz von bis zu 40 Prozent produzieren. Man rechnet damit, diesen Transparenzgrad bis zur Markteinführung der transparenten Solarfolien und mit dem Start der nächsten Produktions­linie 2014 auf 50 Prozent zu steigern.

Fassaden oder LKWs - Anwendungen für die Heliatek-Folien

Die Solarfolie wird zwischen zwei Glasplatten integriert und schon liefert der Balkon Strom. Die Ästhetik leidet nicht darunter.
Das Schiebedach im Auto ließe sich ebenfalls als Stromquelle nutzen. Bei einer angestrebten Transparenz der Solarschicht von 50 Prozent würde das Dach im Sommer auch die Sonne ganz gut abhalten, trotzdem aber noch genügend Licht durchlassen.
Auch auf den LKW-Planen gibt es genügend ungenutzten Platz. Hier ließe sich ebenfalls die Heliatek-Folie anbringen.

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Im Gegensatz zu konventionellen Solartechnologien haben diese Solarzellen ein gutes Schwachlicht- und Temperaturverhalten. Wie Messungen von SGS bestätigen, liegt bei einer Einstrahlung von 100 W/m² die Effizienz um 15 Prozent höher als die gemessene Standardeffizienz bei 1000 W/m² Einstrahlung. Im Gegensatz zu traditionellen Solartechnologien, deren Effizienz bei erhöhten Tempera­turen um 15 bis 20 Prozent sinkt, bleibt die Zelleffizienz der organischen Solarfolien von Heliatek voll erhalten.

Dr. Martin Pfeiffer, Mitgründer und CTO von Heliatek, fügt hinzu: »Unsere dünnen und leichten Solarfolien können direkt in die unterschiedlichsten Baumaterialien integriert werden, sodass keine zusätzliche Unterkonstruktion benötigt wird. Da die Folien bei hohen Temperaturen ihre volle Leistungskraft behalten, ist keine Kühlung notwendig. Das hervorragende Schwachlichtverhalten führt dazu, dass der Installationswinkel und die Ausrichtung der Folien einen weniger kritischen Faktor darstellen – die Folien behalten auch hier ihre volle Leistungskraft, ob morgens oder abends, an einem bewölkten Tag oder bei einer nicht idealen Ausrichtung nach Norden.«

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