Zollner produziert für HPS

Solar-Wasserstoffkaftwerk auch für Privathaushalte

5. Oktober 2021, 10:15 Uhr | Karin Zühlke

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Strom satt

Ziel von picea ist es, die Energieverluste, die mit den Transformationsprozessen verbunden sind, minimal zu halten. Deshalb bezieht das System auch Wetterdaten in seine Steuerung mit ein: Photovoltaikstrom wird nur wenn nötig energieaufwändig per Elektrolyse in grünen Wasserstoff umgewandelt. Doch wenn viele Sonnenstunden zu erwarten sind, aktiviert picea so früh wie möglich den Elektrolyseur, denn dieser erreicht seine volle Leistung erst nach einer gewissen Vorlaufzeit. Dasselbe vorausschauende Prinzip gilt für die Rückwandlung der chemischen Energie in elektrische Energie.

HPS Home Power Solutions
So funktioniert das Solar-Wasserstoff- kraftwerk picea
© HPS Home Power Solutions

Nach der erfolgreichen Entwicklung und Markteinführung strebt HPS den großflächigen Vertrieb von picea an. Die entsprechenden Fertigungskapazitäten steuert Zollner Elektro­nik bei. Der EMS-Dienstleister hat nach einer intensiven Industrialisierungsphase im Dezember 2020 mit der Serienproduktion begonnen. Übrigens nicht ohne eines der Solar-Wasserstoffkraftwerke selbst zu installieren: Die komplette picea-Montage findet dadurch mit picea-Strom statt. Umweltfreundlich Produzieren geht mit grünem Wasserstoff also auch. Bei der Industrialisierung von picea lag der Fokus auf Kostenreduktion, damit die wirtschaftliche Attraktivität des Systems seine flächendeckende Verbreitung begünstigt. Die gesamte Produktionsplanung wurde optimiert und das Material auf kostengünstige Alternativen überprüft. Auch die Blechkonstruktion wurde perfektioniert; sämtliche Blechteile stellt Zollner an seinem ungarischen Standort in Szügy her. Die Kabel kommen bereits fertig konfektioniert aus dem rumänischen Zollner-Werk in Satu Mare.

Um zu verhindern, dass es Leckagen im System gibt, werden in Altenmarkt umfangreiche Funktionstests mit Wasserstoff durchgeführt. Weitere Tests kommen hinzu, die sicherstellen, dass picea die angegebene Leistung erreicht. Die Infrastruktur in Altenmarkt wurde zu diesem Zweck für Wasserstoff optimiert: Von einem mit Mauern und Gitter geschützten Wasserstofflager auf dem Außengelände des Werks führen in den Asphalt eingelassene dünne Rohre in die Produktionshalle. Das dazugehörige Sicherheitskonzept für die Gebäudeinfrastruktur sowie die Funktions- und Endtests haben Spezialisten von Zollner in Zusammenarbeit mit HPS und dem Wasserstoff-Zulieferer entwickelt und umgesetzt.

Im Jahr 2021 werden voraussichtlich 120 picea-Systeme das Werk Altenmarkt verlassen, auf mittlere Sicht sollen es jedoch jährlich 600 und mehr werden.


  1. Solar-Wasserstoffkaftwerk auch für Privathaushalte
  2. Strom satt

Verwandte Artikel

Zollner Elektronik AG