Display Visions

Mit Displays »made in Europe« wachsen

24. Februar 2022, 11:30 Uhr | Heinz Arnold
Eber_Stefan
Stefan Eber, Geschäftsführer von Display Visions: »Um unser Motto »making things easy« umzusetzen, kommt der Software eine wichtige Rolle zu.«
© Display Visions

Warum sich das Unternehmen Electronic Assembly mit »Display Visions« einen neuen Namen gegeben hat und auf welche Technologien und Wachstumsstrategien er in Zukunft setzt, erklärt Geschäftsführer Stefan Eber im Interview mit Markt&Technik.

Markt&Technik: Nach 45 Jahren einem gut etablierten Unternehmen einen neuen Namen zu verpassen ist keine einfache Entscheidung. Was hat Sie dazu bewogen, das Unternehmen jetzt in Display Visions umzutaufen?

Stefan Eber: Das Unternehmen ist vor 45 Jahren mit der Idee gegründet worden, Ansteuer-Platinen für Displays zu fertigen, und nannte sich Electronic Assembly. Heute sind wir zu einem führenden internationalen Hersteller vieler verschiedener Display-Typen für den Einsatz in der Industrie und der Medizintechnik aufgestiegen. Inzwischen generieren wir in den USA ein Drittel unseres Umsatzes – mit unserem alten Namen wurden wir aber international nicht als Hersteller von Displays wahrgenommen. Das musste sich ändern!

Was sicherlich keine Entscheidung war, die über Nacht fiel.

Da gab es selbstverständlich über einen längeren Zeitraum hin intern so manche Diskussionen – und ein solcher Schritt muss natürlich langfristig gut vorbereitet werden. Das fängt schon damit an, sich einen aussagekräftigen Domain-Namen zu sichern. Vor sechs Jahren hatten wir die Marke »Display Visions« auf den Markt gebracht, die insbesondere in den USA gut eingeschlagen ist. Display Visions ist ab sofort unser Firmenname und er zeigt endlich, wo unsere Kompetenzen liegen: Name und Kerngeschäft kommen nun zusammen.

Den Markt für Displays dominieren asiatische Unternehmen. Wie kann sich ein Unternehmen unter dem scharfen Wettbewerb mit einer Fertigung in Europa behaupten?

Schon Ende der 90er-Jahre ist der Display-Markt für Handys, Kameras und Consumer-Produkte nach Asien gewandert. Ich kann mich noch recht gut daran erinnern, weil ich 1997 zum Unternehmen gekommen bin. Wir haben auf diese Entwicklung reagiert, indem wir uns auf Bildschirme für die Industrie und die Medizintechnik fokussiert haben. Für diese Marktsektoren entwickeln wir sehr viele kundenspezifische Produkte, vor allem kleine und kleinste Bildschirme, deren Stückzahlen relativ gering sind – auf über 100.000 Stück pro Jahr kommen wir kaum. Dieser Marktsektor interessiert unsere asiatischen Marktbegleiter weniger. Uns ist es aber auf diese Weise gelungen, eine umfangreiche Palette verschiedener Display-Serien zu entwickeln und einen eigenen Markt für uns zu erschließen.

In welche Bereiche investiert Display Visions, um zusätzlich zu differenzieren und in neue Märkte vorzustoßen?

Wie in anderen Marktsektoren auch, kommt bei uns der Software eine immer bedeutendere Rolle zu. Vor allem ist sie die Voraussetzung dazu, unser Motto »making things easy« umsetzen zu können, also unsere Bildschirme so auszulegen, dass die Kunden sie sehr einfach in ihre Geräte integrieren können. Sie wollen sich nicht zeit- und kostenintensiv in die Feinheiten der Display-Programmierung einarbeiten, das ist nicht ihr Kern-Know-how. Deshalb haben wir im vergangenen Jahr für unsere uniTFTs das WYSIWIG-Tool »uniTFTDesigner« vorgestellt. Damit kann der Anwender sehr schnell über Drag and Drop Bildschirmlayouts und Oberflächen erstellen. Das war kein geringer Aufwand und die Entwicklung hat immerhin vier Jahre gedauert. Jetzt wird die Software ein eigener Geschäftsbereich; im vergangenen Jahr haben wir bereits erste Projekte in Angriff genommen, innerhalb derer wir für die Kunden programmieren. Das gibt es nur bei uns.

Auf welche Display-Techniken setzt Display Visions in Zukunft?

Einer unserer Schwerpunkte liegt auf LCDs; hier sehen wir uns als Marktführer in Europa. Weitere Schwerpunkte sind TFTs und Touchpanels – resistive wie kapazitive – sowie OLEDs.

OLEDs für die Industrie?

Sie eignen sich nur eingeschränkt für die Industrie und sind deutlich teurer als LCDs. Wir stellen nur monochrome Typen für diese Einsatzfälle her. Aber sie haben auch sehr große Vorteile: Sie können über große Temperaturbereiche arbeiten und bieten einen großen Ablesewinkel – aber sie sind auch schön. Wer ein hochwertiges, sehr innovatives Produkt entwickelt hat, der möchte diese Wertigkeit nach außen dokumentieren – und wo würde das eher ins Auge fallen als über das Display?

Wer ein tolles neues Schweißgerät auf den Markt bringt, der möchte auch ein hervorragendes Display darin verbauen. Oder umgekehrt formuliert: Wer beim Display nicht auf höchste Qualität setzt, wird Schwierigkeiten haben, dem Kunden glaubhaft zu vermitteln, dass seine Geräte hochqualitativ und hochinnovativ sind. Deshalb sind wir sehr stolz darauf, dass wir in Zusammenarbeit mit einem Hersteller aus Taiwan eine eigene OLED-Serie entwickelt haben und den Kunden, die darauf Wert legen, diese Möglichkeit bieten können.

Anbieter zum Thema

zu Matchmaker+

  1. Mit Displays »made in Europe« wachsen
  2. Display Visions bietet auch Messtechnikkompetenz

Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

ELECTRONIC ASSEMBLY GmbH