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Material-Test für Mundschutz

Baumwolle, Papiertücher, Staubsauger-Vlies?

14. April 2020, 10:59 Uhr   |  Corinna Puhlmann-Hespen

Baumwolle, Papiertücher, Staubsauger-Vlies?
© Dom Jack

Welches Mundschutz-Material eignet sich am besten?

Forscher des Max-Planck-Instituts für Chemie haben getestet, wie gut verschiedene Stoffe Partikel aus der Luft filtern – und sich somit als möglicher Corona-Mundschutz eignen. Fast alle getesteten Materialien schneiden dabei recht gut ab.

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt Masken für Mund und Nase als Schutz vor dem Coronavirus – auch selbstgenähte. Doch welches Material eignet sich und welches nicht?

Die Forscher des Max-Planck-Instituts für Chemie haben neben Baumwolle und Papiertüchern unter anderem Kaffeefilter und Vliese von Staubsaugerbeuteln darauf getestet, wie gut sich daran Partikel und somit auch potenziell infektiöse Tröpfchen abscheiden.

»Dabei haben wir festgestellt, dass alle untersuchten Filtermaterialien vor allem große Partikel von fünf Mikrometern und größer sehr effizient abscheiden«, sagt Frank Drewnick, Leiter der Forschungsgruppe in der Abteilung Partikelchemie. »Die Effizienz liegt meist bei 90 Prozent und darüber.« Somit könnten die Stoffe einen Großteil der Tröpfchen, die für die Ansteckung mit dem Coronavirus die größte Rolle spielen, abfangen. Denn diese Tröpfchen sind nach allem, was man derzeit weiß, deutlich größer als einige Mikrometer.

Der Stoff für eine Gesichtsmaske muss allerdings nicht nur effizient Partikel und Tröpfchen abhalten, wichtig ist auch, wie leicht man durch ihn atmen kann. Um dies zu testen, haben die Atmosphärenforscher den Druckabfall der Luft bei Durchströmen durch das Filtergewebe gemessen. Er sollte am besten niedrig sein – bei gleichzeitig hoher Filterwirkung. Bei den Tests ergaben sich für doppellagigen festen Baumwollstoff sowie eine Kombination von Staubsaugerbeutelmaterial und Baumwollstoff etwas schlechtere Werte zum Druckabfall als für professionelle OP-Masken oder eine Kombination aus Jersey und Biberstoff. An einem Kaffeefilter scheiden sich größere Partikel zwar gut ab, sie sind aber kaum luftdurchlässig und deshalb nicht besonders praxistauglich.

Es kommt auf den Gebrauch an

»Unsere Daten machen keine Aussage darüber, wie gut eine Gesichtsmaske tatsächlich schützt. Sie helfen aber möglicherweise bei der Auswahl geeigneter Filtermaterialien für selbstgenähte Masken«, sagt Frank Drewnick, der weitere Materialien testen und größere Stichproben untersuchen will. Er betont, dass die Wirksamkeit einer Maske von vielen Faktoren abhängt. Entscheidend ist nicht nur die korrekte Handhabung, sondern auch, welcher Anteil der Luft beim Atmen, Husten oder Niesen tatsächlich durch die Maske oder durch einen Luftspalt zwischen Maske und Gesicht strömt oder wie häufig und auf welche Weise die Maske gereinigt wird.

Wie effizient ein Filter Partikel abscheidet, hängt übrigens nicht nur von der Partikelgröße ab, sondern auch von der elektrischen Ladung sowohl der Teilchen als auch der Fasern des Filterstoffs und der Geschwindigkeit der Luftströmung durch das Material.

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