Übertragungsstandards

Welche Messtechnik braucht DOCSIS 3.1?

31. August 2018, 15:15 Uhr | Nicole Wörner

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Die drei Hauptfunktionen der Prüfung in einem HFC-Netzwerk.

Neben dem eigentlichen Testbedarf gibt es drei Hauptfunktionen der Prüfung in einem HFC-Netzwerk. 
 
•    Installation

Die verschiedenen MSO-Betreiber haben zum Teil sehr unterschiedliche Prüfvorgaben bei der Installation. Sie verwenden leistungsschwache Messgeräte, die nur Pegel messen, jedoch ohne Kabelmodem-Metrik (Low-Cost-Handheld). Zur Durchsatzprüfung ist dann ein separater Computer erforderlich. Andere entscheiden sich für höherwertige Geräte, einschließlich Kabelmodem-Metrik (Medium-Cost-Handheld).

•    Netzwerk

An dieser Stelle ist ein leistungsfähigeres Messgerät erforderlich, weil Rauschpegel mit zunehmender Nähe zum Faserknoten immer niedriger werden. Hier sind auch Kabelmodemverbindungen für weitere Diagnosen nötig, beispielsweise für Gbit-Durchsatztests im HFC-Netzwerk, höhere HF-Leistungsmetriken wie MER, Pre-Post FEC, Codewortfehler, US-Sweeping auf Ebenheit und Pegel. Im SCTE-PNM-Unterkomitee (Society of Cable Telecommunications Engineers) diskutiert man über eine Upstream-Kehrtechnik, die sich auf die PNM-Technologie stützt. Dies ist besonders interessant in einer Umgebung, in der Remote PHY eingesetzt wird und in der es die typischen Sweep-Technologien den Feldgeräten nicht erlauben, die Upstream-Sweep-Empfänger an den Head Ends oder Hubs zu erreichen. PNM bietet nicht nur eine elegante Lösung für diesen Fall, sondern spart dem Betreiber auch große Summen, weil keine Upstream-Sweep-Empfänger mehr eingesetzt werden müssen. In vielen Fällen könnten sich diese Einsparungen auf Millionen von Euro belaufen und erfordern nur eine leichte Anpassung der Arbeitsabläufe.

•    Headend

Hier sind die leistungsstärksten Feldmessgeräte gefordert (kein „Lab-Grade“). MER-Leistung über 45 - 47dB, DOCSIS 3.1- und OFDM-Downstream-Carrier-Messungen, Pre-Post-FEC-Messungen, optische Leistungsmessung, Faserinspektion Sonde und Lichtquelle sind in einer Head-End-Umgebung fast unentbehrlich. Ebenso Spektrumtests und spektrale Dichtemessungen, die es dem Head-End-Ingenieur ermöglichen, Upstream-Verzerrungen unterhalb von Upstream-Bonded-Signalen zu betrachten. Diese sind kritisch, besonders wenn OFDM-modulierte Signale im Spektrum enthalten sind. Weil die Head Ends immer weniger, dafür aber immer größer werden, ist es von Vorteil, wenn der Head-End-Techniker einen kompakten Analysator hat, um leicht größere Entfernungen innerhalb des Head Ends zurückzulegen. Mit den aktuellen Fortschritten in der Miniaturisierung von HF-Komponenten und einer höheren Leistung der Komponenten, ist die Herstellung eines solchen Head-End-Analysator möglich.

Auf all dieser Technologie lastet…

...ein enormer Kostendruck. Einsparungen bei der Messtechnik sind daher häufig. Werden jedoch Technologien wie eingangs erwähnt im absoluten Grenzbereich oder darüber hinaus betrieben, kommt man um die passende Messtechnik einfach nicht herum. Einsparungen lassen sich hier durch Einsatz auf die spezifische Anwendung hin optimierter Geräte erzielen, wie sie Netzwerkspezialisten wie 3Egde anbieten. Diese äußerlich gleichen Geräte unterscheiden sich nur durch Ausstattung und Genauigkeit, gerade so, wie es von der Anwendung gefordert wird. Techniker müssen somit nur auf ein Gerät geschult werden.


  1. Welche Messtechnik braucht DOCSIS 3.1?
  2. Die drei Hauptfunktionen der Prüfung in einem HFC-Netzwerk.
  3. Für jede Anwendung den passenden Analysator finden