Kooperation für neuen Marktstandard »Ohne Marktakzeptanz bleibt der M12-Push-Pull Nischenprodukt«

Die Gesprächspartner (v.l.n.r.) Christoph Prem, Sales and Marketing Director bei Yamaichi Electronics Deutschland / Monika Kuklok, Director Product Management Industrial Communication bei TE Connectivity / Anja Zierler, Markt&Technik /Eric Leijtens, Global Product Manager Industrial Communication bei TE Connectivity / Manuela Gutmann, Division Manager Connector Solutions bei Yamaichi Electronics Deutschland

In Zusammenarbeit mit TE Connectivity will Yamaichi Electronics seinen M12 mit Innen-Push-Pull-Verriegelung am Markt etablieren. Im Interview mit Markt&Technik erklärten die Experten beider Seiten, warum eine Standardisierung für die Branche wichtig ist.

Markt&Technik: Der M12-Push-Pull ist per se nicht neu. Was macht den Steckverbinder von Yamaichi besonders interessant?

Manuela Gutmann: Die Idee einer Push-Pull-Verriegelung im M12-Stecker ist tatsächlich nicht neu und macht durchaus Sinn, weil der Steckverbinder dabei ohne Verschraubung gesteckt werden kann. Es gibt allerdings bisher nur Stecksysteme, die die sogenannte Außen-Push-Pull-Verriegelung einsetzen. Der Verriegelungsmechanismus des M12 von Yamaichi greift dagegen innen in die Buchse. Das führt letzten Endes dazu, dass der komplette Stecker deutlich kleiner ist als Systeme mit Außen-Push-Pull-Verriegelung, und entsprechend ist weniger Platz auf dem Gerät nötig.

Eric Leijtens: Auch seine Rückwärtskompatibilität macht den Steckverbinder für Gerätehersteller sehr interessant, denn er muss kein neues Design oder eine neue Infrastruktur schaffen. Er kann den Stecker also in denselben Bauraum integrieren - und dann sein Gerät als Push-Pull-Ready vermarkten.

Warum hat sich Yamaichi entschieden, das Patent des M12-Push-Pull freizugeben?

Christoph Prem: Es ist wichtig, dass der M12 eine große Marktakzeptanz erfährt und eine breite Anwendungsschicht findet. Ohne diese Marktakzeptanz bleibt der M12-Push-Pull ein Nischenprodukt. Kein Gerätehersteller wird sich auf eine Lösung einlassen, die sich nur auf einen Lieferanten konzentriert. Unser Steckverbindersystem ist für den großen Markt gedacht, nicht für die Nische, und da geht es ohne Standardisierung nicht.

Wie ist der Kontakt zu TE Connectivity entstanden und inwiefern beflügelt die Zusammenarbeit die Entwicklung beider Unternehmen?

Christoph Prem: Wir sind ja alle schon lange am Markt und man kennt sich einfach aus früheren Gesprächen. Das Interesse von Yamaichi lag vor allem darin, einen starken Partner für den doch etwas komplexen Prozess der Standardisierung zu finden. TE bietet hier definitiv ein sehr gutes Netzwerk und die entsprechende Kompetenz.

Monika Kuklok: Eine Zusammenarbeit hat auch immer ganz einfach einen Beschleunigungsfaktor. Wenn ein einziger Hersteller ein ganzes Produktportfolio entwickelt, dauert das natürlich eine gewisse Zeit. Um die Marktakzeptanz voranzubringen, ist es wichtig, schnell gemeinsam ein Portfolio auf den Markt zu bringen, das es dem Kunden erlaubt, eine Lösung aus verschiedenen Varianten wählen zu können.