Elektroniknet Logo

Hochschulen engagieren sich


Fortsetzung des Artikels von Teil 5

Schlechte Perspektiven für Kinder aus »bildungsfernen« Familien

Schlechte Perspektiven für Kinder aus »bildungsfernen« Familien

Besonders betroffen von dieser Benachteiligung aber seien die Kinder von hier lebenden Migranten. Ganze 13,2 Prozent besuchen ein Gymnasium, vergleichen mit 44,7 Prozent der deutschen Kinder. Eine berufliche Ausbildung machen nur 23 von ihnen gegenüber 57 Prozent der gleichaltrigen Deutschen, und an eine Hochschule schaffen es gerade einmal 9 Prozent. Mit 40 Prozent bleibt fast die Hälfte eines Jahrgangs ohne jegliche berufliche Ausbildung nach dem Ende der Pflichtschulzeit; bei den türkischen Jugendlichen sind es sogar 72 Prozent. Die relativ schlechten Bildungsperspektiven für die Kinder aus den »bildungsfernen« Familien und vor allem Migrantenhaushalten treffen die Ingenieurwissenschaften als klassisches Aufsteigerfach besonders stark. Hinzu kommen finanzielle Aspekte.

Für soziale Aufsteiger spielen sowohl die Kosten eines Studiums als auch die absehbaren beruflichen Perspektiven eine weit größere Rolle als für Akademikerkinder. Das zeigt die Entwicklung der sozialen Zusammensetzung der Studierenden in den Ingenieurwesen: Der wirkliche Einbruch erfolgte zwischen 1995 und 2001. In dieser Zeit wurden die Höchstfördersätze sowie die Elternfreibeträge beim BAföG eingefroren, auch die schlechte Arbeitsmarktlage für Ingenieure in den 90er Jahren schlägt sich hier nieder. Von 1985 bis 1993 stieg die Arbeitslosenquote bei den Maschinenbauingenieuren um 270 Prozent, bei den Elektroingenieuren sogar um 400 Prozent.

Hartmann fordert daher, dass der Zugang zu allen Bildungsebenen erleichtert werden muss, um nicht nur die Zahl der Ingenieure zu erhöhen, sondern die Akademikerquote insgesamt, die in Deutschland im Vergleich zu anderen Wirtschaftsnationen sehr niedrig ist. »Mit Hilfsarbeitern kann man eine Gesellschaft nicht zukunftsfähig erhalten!«, so seine Überzeugung.


  1. Hochschulen engagieren sich
  2. Stärkung der Lehre auf breiter Basis
  3. Industrie ist Kern des Strukturwandels
  4. Ingenieure müssen ihr Image verbessern
  5. Männlicher Nachwuchs aus »bildungsfernen Schichten«
  6. Schlechte Perspektiven für Kinder aus »bildungsfernen« Familien