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Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Industrie ist Kern des Strukturwandels

Industrie ist Kern des Strukturwandels

In den vergangenen Jahren entwickelte Szenarien gingen immer davon aus, dass Deutschland – ähnlich wie die USA – zu einem Dienstleistungsland werde. Und es ist richtig, dass der Anteil des produzierenden Gewerbes an der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung kontinuierlich zurückgegangen ist. 1970 lag dieser Anteil bei 39 Prozent, im Jahr 2006 betrug er nur noch 26 Prozent. Dennoch ist der Anteil des produzierenden Gewerbes in Deutschland deutlich höher als in vergleichbaren Ländern, in Frankreich liegt er bei nur noch 14 Prozent. Und derzeit ist eher wieder eine Re-Industrialisierung zu beobachten.

Für Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, ist und bleibt die Industrie der Kern des Strukturwandels. So ist seiner Meinung nach auch die seit den 80er Jahren anhaltende De-Industrialisierung in Hessen die Ursache dafür, dass das Bundesland wirtschaftlich zurückgefallen ist. Die Erfahrung zeige, dass eine florierende Dienstleistungsbranche immer an die Industrie gekoppelt ist.

Deutschland ist laut Hüther die einzige Volkswirtschaft, die ihr Wachstum ausschließlich aus der Produktivität zieht. Bestimmt wird dieses Wachstum durch technologischen Fortschritt. So steigert ein einprozentiges Wachstum der F&E-Aktivitäten des Wirtschaftssektors die Faktorproduktivität um 0,13 Prozent. Auch dies sei ein Grund dafür, dass Ingenieure immer gefragter werden, denn der Produktivitätsbeitrag der Ingenieure sei doppelt so hoch wie der des übrigen Personals. Hinzu kommt eine steigende Bedeutung für den Arbeitsmarkt: Auf eine qualifizierte Stelle kommen zwei weniger qualifizierte Stellen.

An Erklärungen und Appellen zum Ingenieurmangel hat es auch bislang nicht gefehlt, kaum ein Verband, Hochschul-Rektor oder Wirtschaftsminister hat in den vergangen Jahren nicht gewarnt. Das Neue an der jetzigen Initiative ist, dass die vier Ingenieur-Fakultäten nun gemeinsam diesen Mangel beseitigen wollen. Eine entsprechende »Gemeinsame Erklärung: Die Ingenieurwissenschaften in Zukunft – Forderungen und Selbstverpflichtung« wurde am 15. Juli 2008 von 15 Vertretern der Fakultäten und Verbände unterzeichnet.


  1. Hochschulen engagieren sich
  2. Stärkung der Lehre auf breiter Basis
  3. Industrie ist Kern des Strukturwandels
  4. Ingenieure müssen ihr Image verbessern
  5. Männlicher Nachwuchs aus »bildungsfernen Schichten«
  6. Schlechte Perspektiven für Kinder aus »bildungsfernen« Familien
  7. Besonderer Handlungsbedarf in Sekundarstufe I